Was bewegt uns? Worüber ärgern wir uns, worüber freuen wir uns? Was gibt es Neues? Und wie war es eigentlich damals? Das alles und noch viel mehr findet der CCK-Leser hier:

 

 

Kenneth Kronholm im CCK-Interview

 

Fünf Jahre stand Kenny als Torwart im Holstein-Stadion zwischen den Pfosten. Nun hält er die Bälle ungefähr 6.797 Kilometer entfernt, Arbeitgeber: Chicago Fire Soccer Club.

Die Verbindungen an die Förde sind aber keinesfalls gekappt, und so wurde es nach knapp 6 Wochen Zeit für ein erstes Zwischenfazit.

 

CCK: Das war ja ein ziemlich bewegender Abschied am 12. Mai im Holstein Stadion. Was ging dir durch den Kopf als du vor der Kurve standst?

Kenneth: Ja das wär für mich sehr bewegend! Die letzten 5 Jahre hatte ich einfach eine wahnsinnig aufregende Zeit mit Holstein! Traurige Momente, ein Jahr lang verletzt, aufgestiegen nach 36 Jahren... so viele schöne Ereignisse! Darüber hinaus tolle Menschen kennengelernt!!! Da fällt einem das nicht leicht, Tschüss zu sagen.

 

Wie liefen die Tage danach ab? Du standst ja relativ schnell zu deiner MLS Premiere zwischen den Pfosten. Wie wurdest von deinen neuen Kollegen aufgenommen?

Ja, ich war ja wirklich nur nochmal in Kiel um mich zu verabschieden. Am nächsten Morgen saß ich schon wieder im Flieger Richtung Chicago und noch einen Tag später das erste Training dann.

 

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Die Mannschaft ist toll, es gab null Probleme und ich war sofort integriert! Die ersten Tage waren wir nur unterwegs, ich hatte binnen 2 Wochen ca 35.000 km abgerissen, dazwischen noch Fußball spielen, ist auch nicht so einfach 😂

 

Bist du denn mittlerweile in Chicago „angekommen“? Wie sieht deine Wohnsituation aus?

Ja bin angekommen, der Verein hat sich wirklich um alles gekümmert! War die ersten 3 Wochen im Hotel, bis wir die passende Wohnung gefunden hatten.

 

Wie sieht dein Alltag aus, falls es den schon gibt? Hast du dir zum Beispiel schon ein Auto zugelegt? Gibt es schon irgendetwas was du vermisst, wie beispielsweise gewisse Lebensmittel? Wie ist das Einkaufserlebnis allgemein?

Ja auch das mit dem Auto wurde natürlich geregelt, sodass der Alltag jetzt auch wirklich losgehen kann! Das Trainingsgelände ist etwas außerhalb, ich wurde die ganze Zeit abgeholt und zum Training gefahren. Das eigene Auto erleichtert diese Situation dann natürlich!


Zum Thema einkaufen, du hast hier wirklich alles was du dir vorstellen kannst... aber sehr teuer! Das dämpft die Freude über die Vielfalt enorm 😂

 

Vom Alltag zum Profi-Alltag: wie unterscheiden sich die Vereine (Trainingseinheiten pro Woche, Art des Trainings, Fannähe, Organisation innerhalb des Vereins)?

Also wir trainieren 1x am Tag. Immer um 11 Uhr...

 

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In Kiel hatte man auch mal den ein oder anderen Tag mit 2 Trainingseinheiten... die Auswärtsspiele sind hier natürlich ein Highlight, man fliegt teilweise 4 Stunden, hat andere Zeitzonen und ist mehrere Tage unterwegs!
In Kiel ging es Freitag los, 50 Minuten Flug, Samstag spiel, danach zurück!
Dafür sind die Hotels hier in den Staaten aber immer Downtown, sodass ich die wirklich jede große Stadt der USA erleben kann. Das ist ein Privileg!

 

Fannähe ist ähnlich wie in Kiel, haben knapp 15.000 Zuschauer im Schnitt, die Fans hier sind ähnlich positiv bekloppt wie in Kiel 😂 und das liebe ich ja!
Der Verein ist unfassbar professionell strukturiert! Das können sie wirklich gut hier 😂 man bekommt alles, man hat alle Trainingsmöglichkeiten und auch die richtigen Leute im Staff um sich herum!

 

Man hört ja immer viel über das Gesundheitssystem der USA – wie wird dies bei deinem Arbeitgeber gehandhabt?

Die Liga versichert jeden Spieler und dessen Lebenspartner!

 

Trotz aller sportlicher Ernährung – konntest du dich schon ein wenig durch Amerikas Fastfood-Welt durch testen?

Haha um die Burger und die traditionelle Deep Dish Pizza aus Chicago, kommt man hier nicht rum! Kulinarisch ist diese Stadt tatsächlich die Nr 1 der Welt!

 

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"Das zurzeit geltende Polizeirecht im Landesverwaltungsges­etz werden wir in enger Zusammenarbeit mit anerkannten Polizeirechtsexpertinnen und -experten unverzüglich einer Schwachstellenanalys­e unterziehen, um Handlungsnotwendigkeiten, insbesondere im Bereich der Terrorismusbekämpfun­g und in Fällen der organisierten Kriminalität, zu
identifizieren. Damit schaffen wir zum einen Rechts- und Handlungssicherheit für die Polizistinnen und Polizisten und schützen zudem die Bürgerinnen und Bürger vor ungerechtfertigter Beeinträchtigung ihrer persönlichen Freiheitsrechte. Bei lebensbedrohlichen Einsatzlagen gebietet unsere besondere Fürsorgeverantwortun­g für die Polizistinnen und Polizisten ein Höchstmaß an Rechtssicherheit in den notwendigen Eingriffsbefugnissen. Änderungen der Sicherheitsgesetze werden die Koalitionspartnerinn­en und -partner nur im Konsens vollziehen."

 

Um die Ziele der Koalitionäre in Schleswig-Holstein im Bereich der Schaffung neuer und der Erweiterung bestehender Rechtsgrundlagen für polizeiliches Handeln zu finden, muss bereits ein wenig geblättert werden. Jedes Bundesland darf in diesem Bereich für sich selbst tätig werden. Einige Länder haben diesen Schritt bereits vollzogen, besonders Bayern tat sich unter einem CSU geführten Innenministerium als besonders aktiv hervor und erweiterte polizeiliche Kompetenzen unter Protest von u.a. zahlreichen Fußballfanszenen durch das Polizeiaufgabengeset­z (PAG).

 

Die regelmäßig, derzeit in Schleswig-Holstein stattfindenden Innenministerkonfere­nzen dienen trotz der Eigenverantwortlichk­eit jedes Landes seit jeher dem Austausch über aktuelle Entwicklungen in sicherheitspolitisch­en Fragen und der Diskussion, wie diesen Verhältnissen auch länderübergreifend begegnet werden kann. Auch wenn der vorangestellte Auszug des Koalitionsvertrag eher vermittelt, einzig eine Kompetenzerweiterung­ für die Polizei in "Extremsituationen" vornehmen zu wollen und eine beabsichtigte Änderung und Erweiterung der Normen nur im Konsens der teils besonders für Bürger- und Freiheitsrechte stehenden Koalitionäre stattfinden solle, gilt es als Fußballfan wachsam zu bleiben und darauf zu achten, dass sich der schleswig-holsteinis­chen Innenminister nicht von "neuen, aber bereits bewährten" Regelungen anderer Länder inspirieren lässt und dies schlussendlich zu ähnlichen Regelungen wie etwa in Bayern führt. Die Demonstration am Mittwoch, 12. Juni, um 19 Uhr am Dreiecksplatz ist der richtige Anlass, dieses Anliegen auf die Straße zu tragen. Schließlich sind Fanrechte nichts anderes als Bürgerrechte.

Viele kennen ihn: Den Kater am Morgen nach der Party. Der pelzige Geschmack auf der Zunge, die Kopfschmerzen und wenn es ganz dumm gelaufen ist, dreht sich einem der Magen um, sobald man sich etwas schneller bewegt. Ein ähnliches Gefühl scheint nun auch bei Holstein Kiel Einzug zu halten. Die letzten Jahre schienen für Verein und Fans eine einzige große Party. Spätestens mit dem Spiel in Großaspach vor genau zwei Jahren begaben wir uns in den endgültigen Partymodus. Es folgte eine sensationelle Saison mit großartigen Spielen und einem Finale, das keiner erwartet hatte.

 

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Aufstieg 2

 

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Anfang

 

Obwohl der Abgang einiger Leistungsträger und vor allem des Trainers feststand, wurde in der Relegation zur ersten Bundesliga nochmal ein Feuerwerk abgebrannt. Dass es am Ende trotzdem nicht reichte, störte irgendwie niemanden. Natürlich stellte sich in der Sommerpause ein leichtes Stechen in der Magengrube ein, als einem bewusst wurde, dass die zweite Saison durchaus schwieriger werden könnte und ja auch noch dieser ominöse Relegationsfluch im Hinterkopf war. Spätestens nach dem Auftakt im Volksparkstadion, bei dem wir den Hamburger SV entgegen der Erwartung vieler – vor allem Felix Magath (Wer erinnert sich nicht an seine Aussage auf dem roten Sofa beim NDR, wenige Stunden vor Anpfiff, der HSV würde das Spiel klar 4:0 gewinnen?) – drei Tore einschenkten und damit das offizielle Saisoneröffnungsspiel gewannen, war der Maschinentelegraf wieder auf Vollgas gestellt. Obwohl die Störche im Saisonverlauf nie in den Top drei mitmischten, behielten sie stets den Anschluss. Und so war es nicht verwunderlich, dass auch die Fans weiter euphorisch die Mannschaft anfeuerten und es nicht lassen konnten, zumindest auf den Relegationsplatz zu schielen.

 

Österreicher und besonders Grazer haben das Mittelmeer vor der Tür. In guten drei Stunden erreicht man die italienische Hafenstadt Triest und kann in die Adria springen. Aber Dominik Glawogger hat sich nicht etwa für das mediterrane Klima entschieden, der Österreicher ist seit Sommer U19-Trainer der KSV an der bisweilen recht rauen Ostsee und auf dem besten Weg, mit seinen Jungs den direkten Wiederaufstieg in die Bundesliga zu schaffen. Dabei ist der Trainerjob in Holsteins Nachwuchsabteilung nur ein weiteres Kapitel in der bereits gut gefüllten Vita des 29-jährigen Österreichers.

 

Anfang 2016 wagte der bis dahin nur im Jugendbereich tätige Coach den Sprung in die erste Liga Tansanias zu Toto African FC aus der zweitgrößten Metropole des Landes, Mwanza. Sein sechsmonatiges Engagement in Ostafrika war am Ende von Erfolg gekrönt, schließlich konnte er mit seinem Team trotz schlechter Vorzeichen doch noch den Klassenerhalt in der Tanzanian Premier League feiern. Zurück in der Alpenrepublik verpflichtete ihn der Floridsdorfer SC aus Wien für das Management, doch im Frühjahr waren wieder seine Fähigkeiten auf dem Platz gefragt. Der Klassenerhalt für den FAC in Österreichs Unterhaus in Gefahr. Auch in der kleineren Fußballszene unseres südlichen Nachbarn sorgte ein so junger Trainer in Verantwortung für einiges Aufsehen, aber auch zwölf Monate später stand abermals der Klassenerhalt für Glawoggers Team zu Buche.

 

Auch in Kiel sieht es ganz so aus, als könne Glawogger auch bei seiner nächsten Herausforderung seine Ziele erreichen. Wie es ein Österreicher überhaupt zu Holstein Kiel schafft, wie es um den Jugendfußball und junge Trainer in seiner Heimat bestellt ist und wie er seine ersten Monate in Kiel erlebt hat, das erzählt Holsteins U19-Trainer im CCK-Interview!

 

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CCK: Die KSV befindet sich auf dem ersten Rang der U19 Regionalliga Nord. Wie lief aus deiner Sicht die Saison bisher? Wie hat sich deine Mannschaft mit der Favoritenrolle arrangiert?

Glawogger: Ein Fazit der bisherigen Saison sollte ein wenig von Liga und Ergebnissen losgelöst erfolgen. Es kann nicht nur das persönliche Ziel eines Spielers sein, die Liga zu gewinnen. Er braucht auch ein individuelles Ziel, das er selbst erreichen möchte. Wenn jemand in den bezahlten Fußball möchte, muss er mehr trainieren und sich besser ernähren. Dann wird aufgrund seiner Leistung seine Mannschaft sowieso aufsteigen.


Für uns war es vor der Saison aufregend, weil ich in ein komplett neues Umfeld gekommen bin, meine Betreuerkollegen und Spieler noch nicht kannte. Ich bin schon stolz darauf, dass wir innerhalb weniger Monate als Gruppe so gut und erfolgreich funktionieren und eine positive Atmosphäre geschaffen wurde.

 

CCK: Wie hast du den Weg nach Kiel gefunden? Ging das Interesse am Verein von dir aus oder bist du vom Verein angesprochen worden?

Glawogger: Ich habe einen Tipp bekommen, dass die Stelle des U19-Cheftrainers in Kiel vakant ist und bin dann auf den Verein zugegangen. Ich war und bin überzeugt, dass der Verein mit diesem ruhigen, familiären Umfeld eine gute Möglichkeit für mich ist, Erfahrungen als Trainer in Deutschland zu sammeln. Dass ich die Mannschaft übernehme, war aber erst relativ spät klar.
Ich habe persönlich auch kein Problem damit, aktiv an einen Verein heranzutreten. Ich bin da eher offensiv.

 

CCK: War die Bedenkzeit vor deinem Engagement in Tansania oder in Kiel länger?

Glawogger: (lacht) Ich habe vor beiden Trainerstationen nicht lange überlegt. Tansania habe ich innerhalb von zwei bis drei Stunden entschieden, ohne Einflüsse von außerhalb. Das war beim Trainerjob in Kiel genauso. Ich brauchte keine Zeit zu überlegen, weil ich mir natürlich schon vorher Gedanken gemacht hatte, was ich als Nächstes machen wollte.

 

CCK: Hast du bei deiner Ankunft im NLZ gemerkt, dass du Dinge komplett anders machst als die bereits hier arbeitenden Menschen?

Glawogger: Es ist normal, dass man Unterschiede in der Arbeitsweise entdeckt. Gerade in einem sehr familiären Verein, wie es in Kiel der Fall ist, wo es viele Menschen gibt, die hier bereits lange arbeiten, gibt es gewisse etablierte Strukturen und Abläufe. Fabian Wohlgemuth bringt viel frischen Wind mit. In der Folge kommt es darauf an, ob man gewillt ist, Unterschiede anzusprechen und Dinge zu verändern.

 

Ich bin da sehr kommunikativ und frage auch oft etwa meine Co-Trainer nach ihrer Meinung. Man muss sich ständig hinterfragen. Wenn ich zum Beispiel mein erstes Training hier mit dem Status Quo vergleiche, dann ist das schon ein großer Unterschied, der auch auf der ständigen Kommunikation beruht. Nur so kann man ständige Weiterentwicklung auch den Spielern verkaufen: Indem man selbst an sich arbeitet.

 

CCK: Kommen wir einmal zu deinem Heimatland: Wenn man sich Karrieren von österreichischen Profis anguckt, sieht man oft, dass sie in Akademien ausgebildet wurden, etwa in der Akademie Tirol oder der Akademie Vorarlberg. Ist das eine Parallelstruktur zur Ausbildung auf Vereinsebene oder wie stellt sich die Situation dar?

Glawogger: Oft ist es so, dass in kleinen Bundesländern mit nur wenigen Vereinen in der ersten und zweiten Liga diese Vereine den Nachwuchs gemeinsam ausbilden. Es gibt nur zwei landesweite Jugendligen, jeweils im Bereich der U16 oder U18. Dort stellt jedes Bundesland in der Regel einen Vertreter. Ausnahme ist Wien, wo Rapid und die Austria eigene Mannschaften stellen und Oberösterreich, wo zwei Akademien einen Vertreter entsenden. Es kommt auch vor, dass die Akademien von dem größten Verein in der Region geführt werden. Die Akademie Steiermark gehört beispielsweise zu Sturm Graz, das muss aber nicht so sein.

 

CCK: Gibt es in Österreich im Herrenbereich ähnlich wie in Deutschland diesen Trend zu ganz jungen Cheftrainern wie Julian Nagelsmann oder Domenico Tedesco? Nach Durchsicht der ersten zwei Profiligen ist mir auf den ersten Blick keiner aufgefallen.

Glawogger: Beim SCR Altach gab es bis vor kurzer Zeit noch einen jungen Trainer. Der durchschnittliche Bundesliga-Trainer wird allerdings weit über 35 Jahre alt sein. Tobias Schweinsteiger ist derzeit im Trainerteam der zweiten Mannschaft des LASK in Linz. Ansonsten hat sich die Altersklasse unter 35 Jahre noch nicht durchgesetzt. Man benötigt grundsätzlich die UEFA Pro Lizenz / den Fußballlehrer, um eine Profimannschaft in den ersten beiden Ligen in Österreich zu trainieren. Diese muss man in jungen Jahren erst einmal erreichen. Mir fällt derzeit kein Lizenzinhaber unter 30 Jahren ein.

 

CCK: In Deutschland setzen viele junge Trainer schon früh nicht mehr auf ihre Spielerkarriere, sondern auf die Ausbildung als Trainer. Dadurch schwindet die Anzahl der Personen, die sich bereits in einer aktiven Profikarriere einen Namen gemacht haben und dann Profitrainer geworden sind, wahrscheinlich bereits etwas.

Glawogger: Genau, in Österreich gibt es grundsätzlich viele Ex-Profis, die bereits drei oder vier Vereine im Profibereich in diversen Landesteilen trainiert haben. Auch ist der Markt doch deutlich kleiner als beispielsweise in Deutschland.

 

CCK: Du bis ein gutes Gegenbeispiel, da du in ganz jungen Jahren bereits den Floridsdorfer AC in der zweiten Liga interimsweise betreut hast. Wie ist man dir von Seiten der Spieler und des Umfeldes dort begegnet?

Glawogger: Ich denke, dass das für den Verein schon eine große Überwindung war. Da gab es wenige Personen, die diesen Schritt zu Beginn befürwortet haben, erst recht, als wir das erste Spiel verloren haben. Man ist dann aber standhaft geblieben. Ich habe erst im Nachhinein gemerkt, dass mein Alter in den Medien doch ein großes Thema war. Aber das passiert nur, wenn du Erfolg hast. Bleibt der aus, wäre es wohl deutlich anders gelaufen.

Dass Spieler den Verein irgendwann einmal verlassen, gehört zu den Mechanismen im Profifußball. Ich persönlich verüble es dem jeweiligen Spieler auch nicht wirklich, dass er sich beruflich weiterentwickeln will, das Maximum aus seiner Karriere herausholen möchte. Schließlich besitzt die Profilaufbahn mit Anfang Mitte 30 ein absehbares Ende. Solange es offen kommuniziert wird und der betreffende Spieler bis zum Schluss alles für seinen Arbeitsgeber gibt, ist es okay.

 

Trotzdem bekommen manche Transfers ein „Geschmäckle“, zum Beispiel, wenn eben nicht mit offenen Karten gespielt wird oder der Ex-Trainer reihenweise Spieler zu seinem neuen Verein lotst. Aber auch hier verüble ich es den Spielern immer noch nicht, wenn sie beim neuen Verein größeres Potenzial für die Steigerung ihrer Karriere sehen. Oder einfach mehr Geld verdienen.

 

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Im Fall David Kinsombi verhält sich die Sache noch ein wenig anders. Wie am Mittwoch bekannt wurde, übernimmt der Königstransfer der Hamburger einen Teil seiner Ablösesumme (immerhin zehn Prozent) selbst. Das ist aus Sicht des HSV sicher eine Klasse Sache und wenn David Kinsombi schon immer zum HSV wechseln wollte und als Kind in schwarz-weiß-blauer Bettwäsche geschlafen hat, auch für ihn selbst.

 

Allerdings ist David Kinsombi – trotz seiner Verletzung – immer noch der Kapitän. Wenn ein Mensch, der auch als Vorbild für jüngere Spieler dienen soll und im besonderen Fokus der Öffentlichkeit steht, mit einer besonderen Vehemenz zeigt, dass er alles dafür tut, um die Störche zu verlassen, muss die Frage erlaubt sein, ob er dieses Amtes würdig ist. Auf dem Feld ist David Kinsombi im positiven Sinne immer wieder vorangegangen. Neben dem Feld hat er sich nun disqualifiziert, länger Kapitän von Holstein Kiel zu sein - so zumindest meine Meinung.

 
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