Die U23 in der Regionalliga Nord

 

Eine neue Liga ist wie ein neues Leben. Diesen bekannten Spruch kennen die Holstein-Fans vielleicht noch hundertfach nach dem Zweitligaaufstieg von vor 12 Monaten. Dennoch hat er besonders für das NLZ der KSV nichts an seiner Aktualität verloren, schließlich ist die U23 der Störche nach langen Jahren wieder in der vierten Liga vertreten. Lange wurde sie durch das Verbot von Drittligareserven in der Regionalliga trotz Oberligameistertiteln am Aufstieg gehindert, nun führte der umjubelte Aufstieg in Großaspach auch zu ausgiebigen Aufstiegsfeierlichkeiten in Hamburg-Ottensen, wo die Jungstörche schließlich alles klar machten. Doch wer spielt für die KSV in der Regionalliga und was erwartet die U23 in der neuen Spielklasse?

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Die Mannschaft

 

Was erfolgreich war, kann erfolgreich bleiben. Was sowohl das Team aus der 3. Liga letztes Jahr eine Etage höher bewies, soll auch für die „Zweite“ gelten. Trainer Ole Werner und sein Team schenken daher überwiegend Kräften aus der Vorsaison und ehemaligen U19-Spielern (von denen Barne Pernot bereits mit der Zweitligamannschaft nach Spanien flog) sein Vertrauen. Dadurch verjüngt sich das Team noch einmal, was auch den Abgängen von U23-Urgesteinen wie Nico Bruns, Florian Härter und Tim Gürntke (alle Eutin) liegt. Mit Torwart Stefan Rakocevic (St. Pauli II) und den quirligen Rückkehrer Narek Abrahamyan (nach Gastspielen bei Norderstedt und Strand 08) gibt es gerade einmal zwei externe Neuzugänge. Dank der Achse Florian Foit – Tim Siedschlag – Laurynas Kulikas kommt dennoch etwas Erfahrung ins Spiel. Während Tim Siedschlag den Holstein-Fans bestens aus der ersten Mannschaft bekannt sein dürfte, zählt Florian Foit seit Jahren zum Stammpersonal der zweiten Mannschaft, Kulikas absolvierte bereits 58 Regionalligaspiele für andere Clubs.

 

Die anderen Vereine

 

Die Regionalliga Nord der Saison 2018/19 ist eine Mischung aus alten Traditionsmannschaften, hungrigen Emporkömmlingen aus ländlichen Regionen, zweiten Mannschaften und etablierten Clubs, wobei die Vereine gerne auch in mehrere Schubladen passen. Einige Vereine dürften Störchefans noch etwas aus hoffentlich nicht wiederkehrenden, aber erst wenige Jahre zurückliegenden Duellen mit Holsteins erster Mannschaft bekannt sein (SC Weiche Flensburg 08, VfB Lübeck, TSV Havelse, Eintracht Norderstedt, BSV SW Rehden, VfB Oldenburg oder der FC Hansa Lüneburg (früher LSK)), wieder andere genießen die Gunst der lokalen Wirtschaft und bieten gehobenen Amateurfußball auf dem Land (SSV Jeddeloh, SV Drochtersen/Assel oder Germania Egestorf/Langreder). Auch die Bundesligamannschaften aus Hamburg, St. Pauli, Bremen, Wolfsburg und Hannover schicken ihre Nachwuchskräfte an den Start und gehören allesamt zu dem spielstärksten Mannschaften der Liga, Lupo Martini und der VfL Oldenburg dagegen geben alles für den Klassenerhalt. Man darf gespannt sein, wie unsere Jungstörche mit diesen unterschiedlichen Mannschaftstypen und den ihnen zukommenden Erwartungshaltungen zurechtkommen

 

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Amara Condé schnuppert in dieser Saison Regionalligaluft

 

Bekannte Spieler

 

Bekannte Namen findet der gemeine Fußballfan natürlich bei den zweiten Mannschaften der Liga. Hannover angelte sich vor der Saison den langjährigen Bundesligaspieler Christian Schulz aus Graz für die Reserve, bei Bremen stürmt der bundesligaerfahrene Ousman Manneh, Michele Rizzi (Münster und Großaspach) zieht in Wolfsburg die Fäden, genauso wie Amara Condé, letzte Saison noch in Diensten der KSV. Auch weitere Ex-Störche aus früheren Zeiten spielen wieder auf Norddeutschlands Plätzen. So kehrte Kusi Kwame nach Stationen bei Fortuna Köln und Erfurt als Leitwolf zum HSV zurück, Björn Lindemann zog es von Egestorf/Langreder zum SSV Jeddeloh. Ex-Publikumsliebling Francky Sembolo (schalalalalala) bildet in Rehden ein Sturmduo mit Addy-Waku Menga und Deran Toksöz ist seit vielen Jahren in Norderstedt. Alle diese Spieler haben ihr Karriereende schon im Blick, für Tom Baller, der für die KSV in der Jugend spielte, geht sie hoffentlich erst richtig los. Er steht nach einiger Zeit im NLZ der Fohlen aus Mönchengladbach im Aufgebot von Hannover 96.

Stadien

 

Im Gegensatz zu den anderen Regionalligen im Westen, Südwesten und Osten ist die Stadionlandschaft im Norden doch eher mager. Außer in Lübeck (Stadion Lohmühle) und Oldenburg (Marschwegstadion) und mit Abstrichen Havelse (Wilhelm-Langrehr-Stadion), Flensburg (Manfred-Werner-Stadion) und Norderstedt (Edmund-Plambeck-Stadion) kommt selten ein anderes Gefühl als in der Oberliga Schleswig-Holstein auf. Einerseits natürlich etwas schade, andererseits auch ein Zeichen, dass man trotz viel berechtigter Kritik an den NFV-Anforderungen eben doch noch keine deplatzierte Multifunktionsarena braucht, um in der höchsten Amateurspielklasse antreten zu dürfen. Außerdem macht doch das die Regionalligen in Deutschland aus: viele unterschiedliche Spielstätten, eine persönlichere Atmosphäre als im Profifußball und gastronomische Erzeugnisse, die nicht irgendeinem kommerziellen Gedanken eines eigentlich desinteressierten Caterers unterliegen. Beste Voraussetzungen also für einige Auswärtsfahrten mit der U23.

 

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Havelse - kulinarisch durchaus ein Highlight

 

Siedos Bilanz nach zwei Spielen

 

„Die ersten Spiele haben noch keine große Aussagekraft, ob man nun gut oder schlecht in die neue Spielzeit startet. Die vier Punkte nehmen wir aber gerne mit“, so das Holstein-Urgestein. „Wir haben richtig gute Jungs im Team, die heiß auf die Saison sind. Wenn aus der Zweitligamannschaft Spieler zu uns kommen, ist das für die eigentlichen Spieler natürlich etwas ärgerlich. Aber man braucht keine Sorgen haben, dass darunter das Niveau leiden würde, auch diese Spieler sind alle noch sehr jung. Sie müssen auch erst im Herrenfußball ankommen und da ist die Regionalliga attraktiv genug.“

 

CCK-Tipp

 

Attraktivität ist ein gutes Stichwort. Die Regionalliga ist voll von talentierten Spielern und abgebrühten Ex-Profis aus den ersten drei Ligen. Die U23 bietet somit jeden Spieltag die Gelegenheit auf einen spannenden, niveauvollen Kick gegen gute Gegner, weitab von der Hektik und den Preisen eines Zweitligaspieltags. Wer neben einer weiteren hoffentlich erfolgreichen Zweitligasaison noch einmal den Spirit aus vergangenen Tagen erleben möchte, die U23 freut sich über jeden Zuschauer.

 
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