Denkedrans, Pumpe, Kiel, 24. Februar 2018

 

Noch schnell darüber gefreut, dass die Chance (Werder-Sieg im Nordderby sei Dank) immer größer wird, nächste Saison tatsächlich auswärts im Volkspark zu spielen, und schon wird das Auto 50 Meter von der Pumpe entfernt geparkt. Diese Saison ist es quasi das offizielle Warm-Up-Programm für das Gastspiel am Millerntor.

 

Die Stufen geht es runter in den „Roten Salon“ - für jeden Menschen, der in Kiel studiert hat, ist es immer ein bisschen wie wieder nach Hause kommen. Da an diesem Abend doch einige Gesichter zu erblickt werden, die sonst im Holstein-Stadion anzutreffen sind, ist es doppelt familiär. Und auch für die Band selbst stellt der Laden eine Art Wohnzimmer dar, bewegt sie sich nach eigener Aussage doch im Kosmos „Pumpe – Boksee – Pumpe“. Nicht nur hier präsentieren Jan, Matze, Simon, Martin und Andi inzwischen seit 19 Jahren in gleicher Besetzung ihre Mischung aus RockPop mit Oi und Fun-Punk – dem die Jungs einfach das Label „Acker Rock royal“ aufgedrückt haben.

 

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„Hey! Ho! Let's go!“ - dieser Schlachtruf wird noch bei den Ramones geliehen, ansonsten geht es aber größtenteils mit eigenem Material durch den Abend. Klar wartet das Publikum natürlich auf die beiden blau-weiß-roten Hymnen, doch lassen sich die Denkedrans, obwohl sie seit je her ein Teil der Fankultur rund um die Störche sind, nicht auf dieses Thema reduzieren. Mal geht es in den Texten um die Schatten- und mal um die Sonnenseiten des Lebens, häufig schwingt Liebe zum Norden mit, durch die sich die Band, aber nicht von den Falschen vereinnahmen lässt. Dazu kommt an diesem Sonnabend wieder mal eine große Portion Spielfreude.

Und das Publikum zeigt sich auch bei älteren Songs wie „Nie wieder fügsam“ textsicher. Ein kleines Highlight ist die Eigeninterpretation von „Froide schöner Götterfunken“ des alten Ludwig van. Einige Instrumentenwechsel später neigt sich das Set langsam dem Ende entgegen, steuert aber auch gleichzeitig dem Höhepunkt zu. Neben dem von Achim Reichel gecoverten „Aloha heja he“ (inklusive obligatorischer Rudereinlage der vor der Bühne anwesenden“ sind dies natürlich „Keine andere Stadt, keine andere Liebe, kein anderer Verein“ (hier zu bestellen) und „Solange Holstein Lübeck schlägt“, das von alten und jungen Kielern gleichermaßen laut mitgesungen wird.

 

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Auch wenn der Gegner am nächsten Tag nicht an der Trave, sondern an der Elbe wartet, ist das Konzert eine perfekte Einstimmung auf das Holstein-Auswärtsspiel. Und der Abend ist wieder mal ein Beweis dafür, dass die Jungs zurecht einer der „111 Gründe, Holstein Kiel zu lieben“ sind.