Am Dienstagabend hatte Holstein Kiel die Anwohner aus der Nachbarschaft des Stadions zu einer Info- und Frageverstaltung ins Holsteiner eingeladen. Dabei wurden auch die konkreten Pläne für die neue Osttribüne vorgestellt.

 

Es hatten sich rund 60 Leute eingefunden, davon Vertreter des Ortsbeirates, direkt Betroffene und Holstein-Interessierte. Neben den Vereinsvertretern Wolfgang Schwenke und Steffen Schneekloth stellten sich auch Stadtrat Gerwin Stöcken und Ortsbeiratsvorsitzende Ulrike Pollakowski den Fragen der Anwesenden.

 

Inbesondere für nicht Holstein-Kenner fasste Schwenke die aktuelle Situation rund ums Stadion zusammen und zählte die bisher durchgeführten, erforderlichen Maßnahmen zum Erhalt der Zweitligalizenz zusammen. Neben offensichtlichen Maßnahmen wie zum Beispiel die Erweiterung der Zuschauerplätze, des Medienbereiches und der Mixed Zone, gab es hier auch ein paar interessante Facts zu erfahren, die nicht ganz so offensichtlich waren. Zum Beispiel die beiden Aggregate, die hinter der Turnhalle errichtet wurden und ausschließlich zur Absicherung der reibungslosen TV-Übertragung dienen oder eine Kamera an der Haupttribüne, die sämtliche Leistungsdaten der Spieler erfasst und für die eigens ein klimatisierter Serverraum im Stadion eingerichtet werden musste. Das Lob Schwenkes ging an dieser Stelle auch an alle beteiligten Firmen und deren Mitarbeiter, die in der Kürze der Zeit Höchstleistung erbracht haben.

 

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 Mit Dank an Holstein Kiel für das Bild.

 

Mit großem Interesse wurden dann die Einzelheiten zur neuen Tribüne aufgenommen. Besonders der Fußballfan wird sich an dieser Stelle darüber freuen, dass die Tribüne maximal weit, und zwar genau neun Meter bis zur Grundlinie an das Spielfeld herangerückt wird. Oben werden sich Sitz- und unten die Stehplätze befinden. Die bisher auf die Stahlkonstruktion vorm Gästeblock gebettete Anzeigetafel wird am Dach aufgehängt. In dem neu zu errichtenden Zugangsbereich, der sich auf dem derzeit noch mit einem Wohnhaus und einem bereits geschlossenen Restaurant bebautem Grundstück befindet, werden neue Verriegelungsanlagen und getrennte Zugänge für Heim- und Auswärtskurve, sowie ausreichend Platz für Gästebusse geschaffen. So weit, so wenig überraschend. Falls sich jemand gefragt hatte, warum für Block L eingangs der Saison keine Dauerkarten verkauft wurden, bekam jetzt seine Antwort. Denn hier wird der neue Gästeblock entstehen. Der Neubau, bei dem es sich übrigens um eine Betonkonstruktion handeln wird, bleibt den Heimfans, bzw. dem neutralen Zuschauer vorbehalten.

 

An dieser Stelle kamen erste Fragen der Anwohner. Insbesondere interessierte der Lärmschutz, der laut eines Melders bereits seit 15 Jahren versprochen würde. Hier konnte Herr Schwenke aber durchaus beruhigen. Da die bisher offene Konstruktion durch einen vollständig geschlossenen Bau ersetzt wird, ergibt sich automatisch auch der geforderte Lärmschutz. Bei der Frage, ob die Fans nicht das Trommeln sein lassen können, musste Holsteins Geschäftsführer die Anwohnerin leider enttäuschen. Nachdem Gesetze, Auflagen und Stadionordnung schon das Einsetzen einiger Stimmungsmittel verbieten, könne man den Fans ja nun nicht auch noch die akustische Unterstützung nehmen.

 

Weitere große Diskussionspunkte stellten die Parkplatzsituation dar, die so manchen Anwohner zurecht zum Verzweifeln bringt, sowie das Gebaren mancher an- und abreisender Fans, die mit Wildpinkelei, Graffiti, Aufklebern und sonstigen Hinterlassenschaften durchaus für Ärger sorgen. Berechtigte Einwände, hier sind sich alle einig. Aber mehr als an das Verhalten appellieren bleibt auch dem Verein nicht übrig. Denn letztere Probleme bringen ja auch andere Großveranstaltung, wie zum Beispiel die Kieler Woche mit sich.

 

Insgesamt zeigten sich die Anwohner in erster Linie von Themen besorgt, die nicht unmittelbar mit dem Neubau, sondern generell mit dem Charakter „Fußballveranstaltung“ in Verbindung stehen. Ad-hoc Lösungen konnte der Verein natürlich auch nicht an diesem Abend bieten. Aber zumindest wurde ein offenes Ohr geboten und Ideen und Anregungen gesammelt.

 

Als Holstein-Fan hat man mit leuchtenden Augen die Pläne betrachtet und sich vorgestellt, wie es einmal aussehen könnte. Hier wusste Wolfgang Schwenke die Euphorie aber zu bremsen. Immerhin handelt es sich bei der neuen Osttribüne um den Ansatz eines Neubaus. Der Verein wolle sich finanziell nicht überheben und plane deswegen in Bauabschnitten. Das gilt auch für das Parkhaus auf dem Fögeplatz. Es handelt sich hier um eine von vielen Ideen, die aber für diesen Bauabschnitt noch nicht relevant sind.