Was bewegt uns? Worüber ärgern wir uns, worüber freuen wir uns? Was gibt es Neues? Und wie war es eigentlich damals? Das alles und noch viel mehr findet der CCK-Leser hier:

 

 

Der Kapitän gibt sich die Ehre. Zum Abschluss seiner Tour rockt er am 8. April den Orange Club. Aus eigener Erfahrung können wir sagen, dass es sich mehr als lohnt. Und dank der inzwischen seit 2015 bestehenden Zusammenarbeit könnt Ihr dabei sein.

 

EC Poster Kiel

 

CCK verlost 1x 2 Gästelistenplätze. Was Ihr dafür machen müsst? Einfach eine Email an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! schicken oder den Facebookbeitrag kommentieren. Einsendeschluss ist Mittwoch Abend der 5. April, 19:12 Uhr. Die Gewinner werden per Email oder PN benachrichtigt.

 

Einlass ist um 19 Uhr, die Show beginnt um 20:15 Uhr. Und für alle, die leer ausgehen, gibt es natürlich auch Tickets an allen bekannten VVK-Stellen und im Netz unter www.eventim.de/erik-cohen.

...das Sterben von Mannschaften

 

Manchmal mit Pressemitteilung. Oft heimlich still und leise. Ärgerlich im laufenden Spielbetrieb. Oft zur Winterpause. Viele Vereine haben mit schwindenden Mannschaften zu kämpfen. Die lange Winterpause hat so manchem Verein schon die Mannschaft gekostet. Dass viele Spieler ihre Zusage oft nur noch „bis zum Winter“ geben, ist eines von vielen Problemen. Wenn mehr als eine Handvoll Spieler bereits zur Halbserie „eine neue Herausforderung“ suchen und andere sich bei nasskalten Temperaturen plötzlich nicht mehr zum Spiel-und Trainingsbetrieb aufraffen können, dann gehen bei vielen Amateurteams auch mal im Winter die Lichter aus.

 

Ball platt

 

Verfolgen kann man das in den vergangenen Jahren bei vielen Vereinen. Im Kreis Kiel haben ehemals große Vereinsnamen mit teilweise mehr als 3 Mannschaften nur noch eine einzige Herrenmannschaft im Spielbetrieb. Holsatia Kiel, TuS Gaarden, Eintracht Kiel und nun seit diesem Winter auch Fortuna Wellsee, Schwarz-Weiß Elmschenhagen und der TSV Schilksee. Der TSV Russee und der FC Süd Kiel konnten sich sogar nur noch über eine Spielgemeinschaft im Spielbetrieb halten. Der SVE Comet Kiel, übrigens auch nur noch aufgrund einer Fusion der ehemaligen Erzrivalen SV Ellerbek und Comet Kiel am Leben, bildet in dieser Runde die absolute Ausnahme. Mit 4 Herrenmannschaften im Spielbetrieb kann kein anderer Kieler Verein mithalten.

 

Für den betroffenen Verein selbst bedeutet eine abgemeldete Mannschaft auch immer ein Verlust von Mitgliedern. Weniger Mitglieder, weniger Geld, bei steigenden Fixkosten und Verbandsabgaben. Ein tödlicher Kreislauf.
Aber woran liegt es, dass einige Vereine ihre Teams abmelden müssen? Pauschal lässt sich das sicher nicht beantworten. Bei dem einen ist es sportlicher Misserfolg der bei schwindender Vereinstreue in massenhaften Spielerabgängen mündet, bei dem anderen eine schlechte Vereinspolitik.

 

Das Internet ist schon ein Phänomen. Sobald auch nur eine Meldung aus dem Fußballkosmos das Potential hat, größere Aufmerksamkeit zu erregen, wird es von allen Portalen ausgeschlachtet, um auch keinen zu kleinen Anteil der Aufmerksamkeit zu erlangen.

 

osna

 

Letzte Woche hat St. Paulis Trainer Ewald Lienen die Fans gewürdigt, die auch in schwierigen Zeiten zum Club halten und Unmengen an Zeit, Mühe und Geld investieren, ihren Teil dazu beizutragen, dass der Kiezclub nächste Jahr weiter nach Dresden und nicht nach Lotte fahren muss. Jeder Spieler sollte sich dessen beim Auftritt auf dem Platz bewusst werden. Schöne Worte – und einem Trainer wie Lienen, der zu gern auch einmal über den Tellerrand hinausblickt, nimmt man das ab. Das darf dann im Internet auch gerne jeder wissen. Vielleicht sogar auch andere Vereinsführungen.

 

Kiel, 03. März 2017. Die unnötige Niederlage in Zwickau ist langsam verdaut, das ungute Gefühl mit Blick auf die Unkonstanz der Mannschaft ist immer noch da: Gegen Paderborn sollte schon gewonnen werden.

 

Doch auch ein anderes Thema erhitzte an diesem Tag die Gemüter: Durch das noch zu spielende Pokal-Viertelfinale zwischen Lotte und Dortmund am übernächsten Dienstag muss das Spiel der Mannen vom Autobahnkreuz gegen Rostock an den nächsten Sonnabend verschoben werden. Ungünstig: An diesem Tag sollte unsere KSV im benachbarten Osnabrück spielen. Aber Kiel in Osnabrück und Rostock in Lotte zu selben Zeit? Das leuchtet selbst den aktiven Fans ein, dass diese Kombination aufgrund von Anfahrtswegen und Polizeikapazitäten vielleicht ein paar objektive Probleme bietet.

 

schwarz

 

Sonnabend.

 

Früher Morgen. Du wachst auf und du spürst das Kribbeln. 700 Kilometer? Egal! Ob Regen, ob Schnee, ob Sturm - du kannst es kaum erwarten, endlich auf der Straße zu sein. Zusammen mit deinen Freunden, zusammen mit all den anderen. Du hast mal wieder die beste Zeit deines Lebens. Unterwegs für den Fußball, für deinen Verein für deine Liebe. Die Woche bekommt endlich wieder ihren Sinn. Du kommst dem Ziel immer näher. Du triffst so viele Bekannte. Du siehst die Spieler einlaufen, das Adrenalin ist da. Neunzig Minuten Anspannung, neunzig Minuten anfeuern. Du bist frustriert mit den anderen, du feierst mit den anderen. Jedes zweite Wochenende auf fremden Plätzen. Du machst dich auf den Rückweg, für Stunden. All die Geschichten, all das Philosophieren. Die letzten 100 Kilometer fällt es dir schwer, die Augen offen zu halten. Du willst eigentlich schon Zuhause sein. Aber trotzdem weißt du: In zwei Wochen bin ich wieder dabei, wieder unterwegs, wieder mit all den anderen. Du schleppst dich die Treppe hoch, schreibst deiner Ma eine kurze SMS. Alles gut, bin heil wieder angekommen.

 

Sonntag.

 

Du machst deinen Laptop an. Du liest: „Horrorcrash – drei Fans verlieren das Leben“. Gestorben auf der Rücktour von einem Auswärtsspiel. Ein dicker Kloß im Hals. Persönlich kanntest du niemanden. Doch wahrscheinlich hatten sie jeden zweiten Sonnabend das gleiche Leben wie du.

 

Viel Kraft den Hinterbliebenen – und an alle anderen da draußen: Fahrt vorsichtig, passt auf euch auf!

 

KSV-Sportchef Ralf Becker zum Abschluss der Hinrunde

 

Seit Sommer ist im Storchennest mehr passiert, als man sich als Beobachter von außen hätte vorstellen können. Nicht wenige waren sich einig, dass Holstein mit diesem Kader wohl das beste Spielermaterial seit Jahren aufbieten könne. Dennoch entsprach der Saisonstart mit vier Punkten aus vier Spielen nicht den Vorstellungen der sportlichen Leitung und Karsten Neitzels Amtszeit fand an der Förde ein jähes Ende.

 

Nach zwei Spielen des Trainergespanns Werner/Drews verpflichtete Ralf Becker Markus Anfang aus dem Leverkusener NLZ. Unter Anfang spielte die Mannschaft in vielen Spielen recht dominant, Gegner zollten den Störchen regelmäßig Respekt, behielten aber zu oft einen oder drei Punkte auf ihrer Seite. Sportchef Ralf Becker, verfolgt trotz der Charakteristik des Fußball-Geschäfts als Tagesgeschäft eine Strategie der Nachhaltigkeit. „Ich bin mit der Entwicklung vollkommen zufrieden“, konstatiert der Sportchef nach der ersten Hälfte der Saison in kleiner Runde mit Vertretern der Kieler Presse.

 

becker

 

Natürlich hoffe der Verein gerade in der aktuellen sportlichen Situation auf mehr Zuschauer, das hätte sich die Mannschaft mit der Art und Weise, wie Fußball gespielt werde, absolut verdient. Von der Menge her habe Holstein einen "guten, harten Kern", aber Ziel sei es, "dass die Leute nicht mehr am Stadionbesuch vorbeikommen."

 

Generell sei dies ein stetiger Prozess: „Die KSV ist aber in vielen Bereichen gut aufgestellt“, sieht der Ex-Stuttgarter bereits eine vielversprechende Basis vorhanden. Muss der Kader in der Pause noch qualitativ aufgewertet werden? Viele aus dem Vereinsumfeld sehen sich nach den letzten zwei Spielen der Hinrunde einmal mehr bestätigt. Auf „Teufel komm raus“ wolle man bei den Störchen dennoch nicht handeln. Becker bekräftigte aber, dass man stets die Augen offen halten würde: „Wenn es der Spieler vom Typ, Charakter und Qualität hergibt, werden wir handeln.“ Der Verein lasse sich dabei auch nicht vom ausgeglichenen Teilnehmerfeld der Liga ohne den großen Favoriten und einer vermeintlich günstigen Konstellation für den Zweitligaaufstieg beeinflussen. „Wir schauen nur auf uns und entscheiden für uns selbst, wo der Weg hingeht.“

 

Die gute Resonanz auf die eigene Arbeit in verschiedenen Drittligastädten würde den Verein in seiner Ausrichtung bestätigen. Außerdem wisse man bei der KSV, was finanzierbar sei und was nicht, stellte Becker mit Blick auf die immer mehr an die Öffentlichkeit kommenden finanziellen Probleme der Mitbewerber fest. „In einer Liga, die langfristig schwierig für Vereine zu finanzieren ist, braucht man Gönner und Sponsoren“, so Becker. Durch diese "gefühlte Ungeduld" in der 3. Liga gingen Vereine würden oft ein großes Risiko ein - kommunale Unterstützung bei finanzieller Misswirtschaft führe in der Konsequenz aber zu einer Verzerrung des Wettbewerbs.

 

Eine Lösung aus dem Teufelskreis kann dabei das Setzen auf die eigene Jugend sein. Die KSV sei im Nachwuchsbereich mit seinen Trainern sehr gut aufgestellt. Ein erstes Ergebnis dieser Jugendarbeit präsentierte Becker im nächsten Satz: U19-Torjäger Utku Sen unterschrieb vier Tage vor Weihnachten seinen ersten Profivertrag in Kiel bis 2019. Ob er ein Vorbild für andere Spieler sei? „Das Beispiel zeigt, dass Spieler nicht unbedingt zu den Bundesligavereinen wechseln müssen, sie können unter besten Bedingungen auch hier den Sprung in den Profifußball schaffen.“ Kein Spieler müsse mehr den Verein verlassen, um sich weiterzuentwickeln. Ein weiteres Zeichen an die Jugendspieler: Neben Sen werde auch Junioren-Nationalspieler Noah Awuku aus der U17 mit ins spanische Trainingslager fliegen. Höhepunkt der Vorbereitung am Mittelmeer ist ein Test gegen Gimnàstic de Tarragona aus der zweitklassigen Segunda División.

 

Ansonsten würde die Trainingsarbeit im Vordergrund stehen, in puncto Komfort habe es im Vergleich zur Türkei ein paar Abstriche gegeben: „Es eine gute Sportschule statt einem 5-Sterne-Hotel. Wichtig ist aber, dass wir dort gute Platzbedingungen und Infrastruktur vorfinden“. Außerdem müsse eine Steigerung nach oben drin sein. Ob es im Falle eines Aufstiegs denn das 5-Sterne-Hotel geben würde? "Zumindest 4 Sterne". 

 

Wie sollte nach Meinung Ralf Beckers die Saison in einem halben Jahr enden? „Wir wollen diese Spielzeit das Maximum rausholen!“, verabschiedete der Schwabe in den Weihnachtsurlaub. Wobei "Urlaub" für Becker sicher nicht Beine hochlegen bedeutet. Denn um wirklich das "Maximum" rauszuholen, wird der Sportdirektor der Störche seine erste "alleinverantwortliche" Transferperiode sicher nicht tatenlos verstreichen lassen. Vor allem, da laut Kieler Nachrichten der Aufsichtsrat der Störche signalisiert habe, die Verpflichtung eines Neuzugangs finanziell zu unterstützen. Ersatz für den suspendierten Sané?

 

Das winterliche Bild der Tabelle verspricht, mit guten Wochen schnell in die Spitze vorzudringen - bei fehlender Konstanz und Kaltschnäuzigkeit könnte ein optimales Abschneiden aber auch schnell in weite Ferne rücken. So darf die Anhängerschaft der Störche weiter gespannt sein, ob sich am Ende der Transferperiode ein „Beckers Bester“ in den Holstein-Kader einsortiert und so die Wahrscheinlichkeit erhöht, nach der besten Hinrundenplatzierung der KSV in der 3. Liga noch mehr zu erreichen. Denn nach dem Eindruck der ersten 19 Spiele ist klar: Das Glas ist eher halbvoll als halbleer.