Was bewegt uns? Worüber ärgern wir uns, worüber freuen wir uns? Was gibt es Neues? Und wie war es eigentlich damals? Das alles und noch viel mehr findet der CCK-Leser hier:

 

 

Großer Respekt an alle, die mitgemacht und gespendet haben. Rund 50 Säcke und Taschen prall gefüllt mit warmer Winterkleidung, sowie Hundefutter und Essensgutscheine wurden heute von den Initiatoren der Aktion, Compagno Kiel und Block 501, an Andrea Wigger und Björn Albrecht von der Initiative "Hilfsaktion für Kieler Obdachlose und ihre Vierbeiner" übergeben. Die Spenden hatten Holstein-Fans beim Heimspiel gegen Sandhausen und in der Woche danach beim Kieler Fanprojekt abgegeben. 

 

Holstein gemeinsam für Kiel!

 

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Transferperiode - das hieß für den Schreiber früher im übertragenen Sinne eine Packung Popcorn holen und auf die spannenden Namen warten, die von der lokalen Zeitung als möglicher Neuzugang gehandelt wurden.

 

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(Quelle: Wikipedia)

 

Unter der Hand gab es immer wieder unter der hand Namen zu erfahren, die sich mal bewahrheiteten und mal nicht. Rund um die Zeiträume wurden die Kennzeichen der Autos auf den Straßen der Landeshauptstadt noch einmal genauer kontrolliert. Die Kombination „HRO“, junger Mann und dicker Schlitten war da schon einmal Ausgangspunkt für Recherchen, die sich manchmal sogar als Treffer herausstellten.

 

Inzwischen ist der Schreiber aber mehr und mehr genervt von diesem Zeitraum des Jahres. Und das hängt vor allem auch mit der Tatsache zusammen, dass inzwischen jede noch so unseriöse Internetplattform sich zum Experten macht, einfach alles an Gerüchten raus haut was geht und sich diese über Social Media multiplizieren bis sie als Fakt gelten. Nicht selten tritt dabei ein „Stille-Post-Effekt“ auf, wo aus der Aussage: „Verein XY interessiert sich für Spieler YZ“ dann quasi ein feststehender Wechsel wird. Die Wahrscheinlichkeiten werden dabei dann mit willkürlichen Prozentzahlen untermauert. Wirkt ja irgendwie wissenschaftlich.

 

Recherche tut nicht Not. Schlagzeilen funktionieren ganz einfach nach dem Prinzip „Verein im unteren Tabellendrittel von Liga eins“ ( ← bitte Vereinsnamen einsetzen) will „Top-Torjäger mit auslaufendem Vertrag in Liga zwei“ (  ← bitte hier Spielernamen einsetzen). Mit Hilfe von Transfermarkt (oder ähnlichen Plattformen) kann jeder noch so unbegabte Internetnutzer so locker ein paar Top-Schlagzeilen und Transfergerüchte kreiieren. Natürlich besteht durchaus die Chance auf einen Treffer, nur werden dabei viele andere Faktoren außer acht gelassen (wie zum Beispiel: Will Spieler YZ überhaupt wechseln und, wenn ja, will er zu Verein XY?“

 

Das schlimme ist, dass inzwischen gefühlt auch jedes (halbwegs) seriöse Medium bei den wilden Spekulationen mitmacht, schließlich bringt es ja Auflage, Quote, Klicks. „Verlässt YZ Holstein?“ muss ja nichts heißen, klingt aber für viele schon wie „YZ verlässt Holstein!“ Früher streuten Berater bewusst Gerüchte, um Vertragsverhandlungen etwas anzuheizen und Uli Hoeness nutzte  in seinen besten Zeiten gerne mal die Taktik, Gegner dadurch zu verunsichern, dass vor den Duellen Interesse am gegnerischen Top-Spieler verkündet wurde (auch wenn gar keins bestand). Heutzutage bringen andere die Unruhe, in quasi jede Mannschaft. Und jeder fühlt sich berufen noch ein Statement wie „Und tschüss“/„Reisende soll man nicht aufhalten“/„War ja klar, warum der plötzlich so gut spielt.“

 

Es geht dabei nicht darum, dass Spieler wechseln , das gehört zum Fußball"geschäft" dazu (ein so großer Romatiker ist der Schreiber dann auch nicht) und ein beruflicher Aufstieg sei jedem gegönnt. Das man doof oder gut finden kann (je nachdem ob man es mit dem abgebenden oder dem aufnehmenden Verein hält). Aber dass es quasi inzwischen kaum noch Zeitpunkte in einer Saison gibt, an denen nicht über potenzielle Wechsel diskutiert wird, nervt noch mehr als Lebkuchen im September. Von daher wird die virtuelle Packung Popcorn nicht angerührt, sondern einfach Fußball geschaut. Und ansonsten: Bier/Tee trinken und abwarten.

 

P.S.: Weitere, traurige Entwicklung ist, dass sich das ganze Transfertheater inzwischen bis runter in die Kreisligen zieht. Braucht kein Mensch...

Fabian Wohlgemuth im CCK-Interview

 

Vom Namen Fabian Wohlgemuth haben in Kiel vor seiner Verpflichtung wohl nur die wenigsten gehört, am ehesten vielleicht im Zusammenhang mit einer Partie von Jungstörchen gegen ein Team aus dem NLZ seines früheren Arbeitgebers, dem VfL Wolfsburg. Einige Monate später sind glücklicherweise nicht viele Aufreger hinzugekommen.

 

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(Leonhardt - Wohlgemuth - Leonhardt)

 

Zusammen mit Trainer Tim Walter stellte der gebürtige Berliner trotz nicht gerade einfachen Vorzeichen ein konkurrenzfähiges Team auf die Beine, das die KSV-Fans ob des manchmal an den Tag gelegten Defensivverhalten ganz schön ins Schwitzen, ob einiger großer Momente wie zwei Siegen in Hamburg aber auch immer öfter zum Jubeln brachte. Fabian Wohlgemuth macht in der Fördestadt einen souveränen, aufgeräumten Eindruck. Grund genug, Holsteins neuen Sportdirektor einmal zum Gespräch zu bitten.

 

CCK: Welches Zwischenfazit ziehen Sie nach Ihren ersten Monaten in Kiel?

Wohlgemuth: Nach dem massiven personellen Umbruch im Sommer war es unsere primäre Aufgabe, eine Mannschaft zu formen, die schnellstmöglich Stabilität  und Sicherheit in ihren spielbezogenen Abläufen erreicht. Gerade dank unserer etablierten Spieler wie z.B. David Kinsombi, Johannes van den Bergh oder auch Dominik Schmidt sind wir hier ein gutes Stück vorangekommen und haben in vielen Bereichen die von uns erhoffte Entwicklung gezeigt -wenngleich auch diese Phase noch nicht abgeschlossen ist. Dazu haben sich mit den Neuzugängen Wahl, Meffert, Serra, Lee und Dehm fünf Neuzugängen zu festen Größen im Team entwickelt. All das ist in erster Linie der Arbeit von Tim Walter und seinem Team zuzuschreiben. Das Tabellenbild könnte sich allerdings noch freundlicher gestalten, wenn es uns gelingt, die individuelle Fehlerquote zu senken. Hier liegt ganz sicher eine Priorität unserer Arbeit in den nächsten Wochen.

     

CCK: Wie haben Sie sich in Ihrem neuen Aufgabenfeld zurechtgefunden?

Wohlgemuth: Der Eingewöhnungsprozess musste aufgrund des oben beschriebenen Umbruchs im sportlichen Bereich sehr schnell von statten gehen. Dank unseres Netzwerks – und da beziehe ich Tim Walter mit ein – waren die ersten Wochen sehr intensiv, allerdings auch kein Neuland. Die Herausforderung bestand darin, eine qualitativ zweitliga-taugliche Mannschaft zusammen zu stellen, die in den ökonomischen Rahmen und zu unserer Idee Fußball zu spielen passte. Ich denke, da haben wir - gemeinsam mit Präsidium und Trainerteam – viele gute Entscheidungen getroffen. Mit dem Ergebnis können wir alle zufrieden sein. 

 

Die Technische Universität Braunschweig hat jüngst Ergebnisse einer Untersuchung veröffentlicht. Es ging darum, den sympathischsten Fußballverein Deutschlands zu ermitteln. Dass der SC Freiburg als Sieger hervorging, war dabei nicht die große Überraschung. Neben der soliden sportlichen Arbeit und dem wunderbar menschlichen und sympathischen Trainer Christian Streich, ist es auch das Umfeld, das scheinbar viel dafür tut, dieses sympathischen Ruf zu verteidigen.

 

„Wir 'mögen' den VfB Stuttgart nicht besonders. Ist so eine Baden-Schwaben-Geschichte. Das Problem ist nur, dass der (schwäbische) VfB den (badischen) KSC nicht ab kann und uns gar nicht als Feind wahrnimmt. Als würden wir denen immer gegens Bein treten wollen und die juckt das gar nicht“, so die Antwort von Chris, Macher von SC Freiburg Filmplakate, auf die Frage nach vermeintlichen Fan-Feindschaften.

 

Seit 2014 ist Chris besonders kreativ in Sachen Spieltagsankündigung. „Ein Kumpel hat mir mal vor einem gegenseitigen Aufeinandertreffen in der Bundesliga ein Cover geschickt von dem Film '300'. Auf der Kriegerbrust hat er mit Paint das BVB-Logo gemalt. Da habe ich gedacht: 'Das kann ich besser!' und habe Streichs Kopf drauf gesetzt. Das ging erstaunlich einfach und daraufhin habe ich weiter gemacht. Mit der Zeit wurde ich immer besser und die Sache immer größer.“

 

300

 

Der Ehrgeiz hatte Chris gepackt. „Ich habe nur ein einziges mal keins gemacht und das fuchst mich im Nachhinein schon arg. Sonst zu jedem Spiel.“ Dieses Jahr macht er die 5 Jahre voll. Und die Arbeit erntet Anerkennung. Inzwischen haben Sky, Sport1, der SWR, Arnd Zeigler oder auch 11Freunde seine Arbeit geteilt.

 

„Ich versuche tatsächlich das Licht, welches der SC auf die Liga wirft bei den Covern zu beachten bzw. noch zu verstärken, indem ich die Gegner in der Regel auch Spaß daran haben lasse.“ Und das gelingt ihm. Neben positiven Feedback bei seinen „Fans“ gab es auch schon reichlich Reaktionen seitens des Vereins. „Als ich mal für Julian Schuster 'Julian allmächtig' gemacht habe, hat der mir danach mal berichtet, er wurde dafür im Training wochenlang gemobbt. Aber das konnte er ab. Auch in der WhatsApp-Gruppe der Mannschaft würden die Cover regelmäßig landen, erzählte Freiburgs Nummer Eins Alexander Schwolow mal.“

 

Julian allmächtig

 

Und selbst ehemalige Spieler, wie zum Beispiel Karim Guede, der inzwischen bei Sandhausen spielt, verfolgen die Arbeit von Chris bis heute, wie der kreative SC-Fan erzählt.

 

Im Gespräch mit CCK fallen uns dann auch viele Dinge ein, aus denen man Geschichten rund um die heutige Begegnung hätte stricken können. Zum Beispiel die jeweiligen Maskottchen – immerhin ein Aufeinandertreffen von Füchsen und Störchen (aus Kieler Sicht kann man allerdings dankbar sein, dass dieses 'Motiv' nicht gewählt wurde.). Und auch die Tatsache, dass an diesem Abend ein absoluter Sympathiegipfel steigt. Liegt unsere KSV in der eingangs erwähnten Umfrage schließlich auf Platz zwei hinter dem SC Freiburg. Ein echtes 'Match der Herzen' also.

 

Unsere Sympathien für den heutigen Gegner sind nach dem Gespräch auf jeden Fall weiter gestiegen. Und selbstverständlich nehmen wir die Rose von Christian Streich gerne an. ;)

 

Kiel will

Am kommenden Mittwoch empfangen die Störche im Holstein-Stadion den Sport-Club Freiburg. Im DFB-Pokal setzten sich die Freiburger in der ersten Runde bei Energie Cottbus im Elfmeter-Schießen durch, der größte Erfolg im Wettbewerb war der Einzug ins Halbfinale 2013. Sonstige sportliche Erfolge des Vereins waren der dritte Platz in der Bundesliga in der Saison 1994/95 und die viermalige Teilnahme am Europapokal. Aber sind dies sicher nicht die Gründe, warum es der Sport-Club immer wieder auf die vordersten Ränge der Sympathie-Rankings schafft. Doch was ist es dann? Da die Distanz für eine Vor-Ort-Recherche mit 852 km zwischen beiden Stadien etwas weit ist und auch die bisherige gemeinsame Historie eher sehr wenig hergibt, hat sich CCK Hilfe von einem Experten geholt, der selbst beim SCF Spieler, Trainer der Zweiten und Co-Trainer unter Volker Finke war: Karsten Neitzel.

 

kalle freiburg

 

→ Verein
Kalle: „Der SC ist ein Verein, der definitiv nicht mit anderen vergleichbar ist. Es kann tatsächlich von einem kleinen Fußballmärchen gesprochen werden. Ich bin 1994 nach Freiburg gekommen – viele der Personen, die damals da waren, sind heute immer noch da. In 27 Jahren gab es nur vier Cheftrainer, das sagt schon sehr viel. Diese Konstanz seit Anfang der 1990er ist einfach sehr wohltuend und schafft auch eine ganz andere Identifikation. Alle sind im Verein groß geworden."

 

→ Stärken
„Freiburg macht einfach vieles richtig. Die Handelnden beweisen in ihren Entscheidungen immer wieder Mut und Rückgrat, was ich beeindruckend finde. Das kleine Budget wird mit Qualität und guten Transferentscheidungen kompensiert und das Scouting ist überragend. Das, was vor allem Klemens Hartenbach und auch Jochen Seier leisten, ist seit Jahren top. Aus der erfolgreichen Nachwuchsarbeit in der Freiburger Fußballschule schaffen Spieler immer wieder, fast wie selbstverständlich, den Sprung nach oben.“

 

→ Umfeld:
„Natürlich gibt es auch bei Freiburger Fans Enttäuschung nach Niederlagen und Unzufriedenheit. Insgesamt ist es aber so, dass auch wenn es mal runter geht, die Welt an sich noch in Ordnung ist. Durch die Offenheit und Transparenz wurden die Fans über die Jahre quasi „miterzogen“. Würde so etwas heute bei einem anderen Verein versucht werden, es würde nicht funktionieren.“

 

→ Christian Streich:
„Christian Streich und der SC Freiburg passt einfach wie Arsch auf Eimer. Er ist einfach ein echter Typ, authentisch und nicht eitel. Für ihn zählen andere Dinge, als seinen Kopf im Fernsehen zu sehen. Und er ist ein Arbeitsviech. Ab und zu tickt er vielleicht auch mal ein bisschen aus, aber das ist halt auch authentisch. Christian Streich ist einfach ein Mensch mit dem du nach ein paar Bierchen die ganze Nacht lang Udo-Lindenberg-Platten hören kannst.“

 

→ Ergebnistipp
„Holstein gegen Freiburg riecht auf jeden Fall nach einem richtigen Pokalfight. Ich tippe auf ein 14:13 nach Elfmeterschießen, wie damals im SHFV-Pokal 2014 gegen Weiche Flensburg.“ ;)

 

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