Was bewegt uns? Worüber ärgern wir uns, worüber freuen wir uns? Was gibt es Neues? Und wie war es eigentlich damals? Das alles und noch viel mehr findet der CCK-Leser hier:

 

 

Vor dem Spiel gegen den FC St.Pauli ist Matthias zu Gast bei den Kollegen vom Millernton-Podcast. Bei Interesse gerne mal reinhören. :)

 

 

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„Wir sind mit großen Ambitionen angereist“, machte Gerd Schildt, der Trainer der Holstein Kiel Traditionself klar. Und die alten Recken enttäuschten ihn nicht: Uli Meyer, Zbigniew Ilski, Yannick Wolf, Kai Lass, Thorsten Rohwer, Lars Habermann, Heiko Petersen, Andreas Gröper, Michael Frech, Frank Wolf und Lutz Lehmann gewannen bereits ihre Vorrundengruppe, mit Siegen gegen die Nord-Ostsee-Auswahl (4:1) und den VfL Bad Schwartau, sowie zwei Unentschieden gegen Phönix Lübeck (0:0) und den Hamburger SV (1:1).


Nach dem Halbfinalerfolg gegen die „LN-Buzzerboys“ (1:0) kam es im Finale zum Landesderby gegen den VfB Lübeck. Durch Tore von Heiko Petersen und Zbigniew „Lollo“ Ilski konnte das Finale mit 2:1 und der Pott beim Benefizturnier von der Trave an die Förde. Das freute auch Trainer Schildt: „Ich denke, dass wir in den Gruppenphase tolle Spiele hingelegt haben. Im Halbfinale und Endspiel haben wir dann noch einmal alles reingepackt. Ich bin total stolz auf meine Mannschaft!“

Seit dem letzten Interview mit Erik Cohen ist ne Menge passiert. Das stellt CCK im Gespräch Anfang Dezember 2019 gemeinsam mit dem Kieler Musiker fest.

 

„Der zwischenzeitliche Aufstieg in die 2. Liga war für mich total unglaublich. Ich verfolge das seit Anfang der 90er Jahre und bin quasi mit dem Abstieg aus der 2. Liga eingestiegen. Es folgte jahrelange Depression bei Holstein. In den 90er war es ja alles andere als trendy, zu Holstein zu gehen. Aber es war immer echt.“ Trotzdem fieberte er immer mit und hatte nie Zweifel daran, dass die Störche eines Tages in die Zweite aufsteigen. Trotz der Rückschläge, wie der direkte Abstieg in die Regionalliga nach dem Aufstieg im Jahr 2009 oder auch der verpasste Aufstieg in der Relegation gegen 1860. „Das war ein unglaubliches Loch, in das man gefallen ist. Davon musste man sich erstmal ein halbes Jahr erholen.“

 

Die Freude über den Aufstieg hält bis heute ab. Die Veränderungen, die mit einher gegangen sind, schmälerten diese nur vorübergehend. „Vor dem Bau der neuen Osttribüne fand ich es teilweise seht ätzend. Ich kann nachvollziehen, dass Leute teilweise echt genervt waren. Auf einmal standen vor einem neue Leute, die einem die Sicht geraubt haben. Ich muss offen zugeben, das hat mich damals auch genervt.“

 

Mit dem dann doch schnellen Bau der neuen Osttribüne hat sich das zum Glück wieder geändert. Seit dem hat man im Block J – wo er mit seinen Jungs bei den meisten Heimspielen anzutreffen ist – wieder etwas mehr Luft und es angenehmer dort zu stehen. Und auch, wenn es für Familien und besser betuchtes Publikum heute vielleicht sexier sein mag, ins Holstein-Stadion zu gehen, Erik Cohen empfindet die Atmosphäre im Stadion immer noch als authentisch. „Es ist letztendlich immer so gekommen, wie ich es mir immer gewünscht hab. Und deshalb gibt es auch keinen Grund zu jammern.“

 

 

Auch zum aktuellen Status Quo hat er seine Meinung: „Wir werden wahrscheinlich auch drin bleiben!“ Zwischendrin hatte Erik durchaus etwas Panik. Schließlich lief es unter dem bisherigen Trainer André Schubert nicht ganz so berauschend. „Was ist eigentlich, wenn wir wieder wieder in die 3. Liga absteigen? Wie finde ich das?“ Gedanken, die sicher nicht nur er zu Beginn der Saison hatte. Er hat versucht, sich den Abstieg schön zu reden. Das Stadion nicht mehr so voll, etwas ein bisschen luftiger – halt alles wieder ein bisschen kleiner. Doch ein Besuch bei Waldhof Mannheim im Rahmen der Tour öffnete die Augen. „Das war echt ätzend. Ein anderer Schnack und das hat echt nicht geschockt.“

 

 Mit den sportlichen Veränderungen ging auch eine Weiterentwicklung der musikalischen Landschaft bei Holstein einher. Zwar waren die Einlaufmusik mit 'Entre dos tierras' und der Tormusik 'Nelly the Elefant' bereits früher schon präsent, aber die existierenden und sicher auch kultigen vereinsbezogenen Lieder sind doch etwas angestaubt.

Während die Liga dieses Wochenende in Heidenheim ran muss, gastiert bei der Zweiten mit Altona 93 am Sonntag einer der (nord)deutschen Traditionsvereine. Trotz doch längerer Abstinenz in den ganz hohen Spielklassen hat sich beim AFC eine Fanszene entwickelt und erhalten, die auf dem Liga-Level eher selten zu finden ist. Einen kleinen Einblick in die Altonaer Fanseele gewährt uns Jan, der seit Jahren auf der Adolf-Jäger-Kampfbahn als der Fanzine-Schreiber und -Verkäufer bekannt ist.

Dieser Text erschien erstmals im Osnabrücker Fanzine „Monkey Business“ (Nr.8,HR 12/13) und wurde lediglich an einigen Stellen aktualisiert.

 

Die Altonaer Droogs

 

Anhänger*innen von Fußballvereinen wollen ihre Vereine erfolgreich (und schön?!) Fußball spielen sehen und die Tradition ihres Vereins in Ehre halten. Oftmals schließen sie sich zusammen, verfolgen die gleichen Ideale und treten als verschworene und etwas elitäre Gemeinschaft auf. Vielleicht ist dies einer der Gründe, warum in ihren Kreisen besonders häufig die Allegorie der Droogs aus Clockwork Orange bemüht wird. An eines der bekanntesten Abbilder der Droogs erinnert der Glücksbärchiaufkleber, den es seit einigen Jahren in Altona zu bewundern gibt.

 

Bärchen

 

Anhand dieses, für Fußballzusammenhänge etwas ungewohnten, Bildes möchte ich Euch in die Seelenwelt eines Altona-93-Anhängers entführen. Dieser Anhänger bin – und nur so macht es Sinn – ich selbst. Diejenigen, die mich oder unser Fanzine kennen, wissen, dass ich dem Sammeln von Sammelbildern verfallen bin. Und ich muss hiermit öffentlich gestehen, dass mein erstes Paninialbum kein Fußball-, sondern ein Glücksbärchialbum war.

 

Deshalb zunächst einmal ein kleiner, auffrischender Rückblick in die 1980er: Wir alle wissen noch genau, dass jedes Glücksbärchi eine eigene Farbe und ein eigenes Symbol auf dem Bauch hatte, mit dem es Glücksstrahlen aussenden konnte, um unangenehme Gefühle zu verbannen. Für genauere Infos hilft uns kurzes Wikipedieren: Die Glücksbärchis leben zusammen mit dem Wolkenwächter und kleinen, fliegenden Sternen und Herzen im Wolkenland, das aus dem Herzbärchiland, dem Wald der Gefühle und dem Paradiesischen Tal besteht. Dort oben wachen sie über die Menschen, vor allem über die Kinder. Wenn Schwierigkeiten auftreten, versammeln sich alle Glücksbärchis imHerzsaal und lesen anhand ihres Glücksbarometers die Gefühle der Menschen ab. Immer wenn jemand ein Problem hat, erscheinen die Bärchis mit ihrem Wolkenmobil oder durch den Regenbogenstrahl und helfen weiter.

 

Paradiesisches Tal

 

Das Paradiesische Tal vieler Altona 93-Fans ist die klangvolle Vergangenheit des Vereins. Im Jahr 1900 gründete Altona 93 mit 85 anderen Vereinen in Leipzig den DFB und bis zur Einführung der Bundesliga 1963 spielte man zumeist in der höchstmöglichen Spielklasse. In den 1910er und 1920er Jahren festigte der AFC seinen Ruf als eine der führenden Mannschaften Deutschlands. Dabei tanzten die Altonaer Spieler auf vielen Hochzeiten.

 

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Neben den Teilnahmen an Endrunden zur deutschen Meisterschaft tourten sie auch regelmäßig zu so genannten „Privatspielen“ durch Deutschland und Nordeuropa. In Zeiten eines sehr regionalen Ligensystems waren dies die besten Möglichkeiten an Ansehen und Geld zu gelangen. So wurde der AFC auch zu einem der ersten kommerziellorientierten Vereine in Deutschland, die professionelle Strukturen und eine überregionale Liga forderten. Ein Umstand, der kaum zur Folklore der meisten gegenwärtigen Anhänger*innen des Vereins zu passen scheint.

 

Doch zurück zu den Altonaer Spielern. Sie waren auch integraler Bestandteil der viel geschätzten Auswahlmannschaften Hamburgs, Norddeutschlands und Deutschlands. Hier bedacht zu werden steigerte das Prestige erheblich und führte, gemeinsam mit der enstandenen Massenkultur in den 1920er Jahren, dazu, dass Adolf Jäger und Erich Wentorf zu den ersten „Stars“ des deutschen Fußballs gehörten. In ihre Fußstapfen traten in den 1950er Jahren Heinz Spundflasche, Dieter Seeler und – vor allem: Werner Erb.

 

Herzbärchiland

 

Diese paradiesischen Zeiten sind nun schon seit Jahrzehnten vorbei. Das Glücksbarometer der AFCer*innen schlägt zwar immer noch deutlich aus, wenn die kleinen Sterne in schwarz-weiß-rot-geringelten Trikots das Feld betreten, doch werden diese nicht mehr ohne weiteres von jedem Kind im Land erkannt. Das rührt vor allem daher, dass unser Herzbärchiland in den letzten zehn Jahren zumeist die fünfklassige Hamburgliga war.

 

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So benötigten wir auch keinen Regenbogenstrahl mehr, um zu den Auswärtsspielen zu gelangen, sondern konnten alle Sportplätze „bequem“ mit dem öffentlichen Personen-Nah-Wolkenmobil erreichen. Vor einigen Jahren war dies noch anders. Wir bereisten zunächst ganz Norddeutschland und dann, für eine Saison, sogar denwilden Osten.

 

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So verdrängten wir auch in den entlegensten Winkeln dunkle Gefühle. Beispielsweise machten wir uns an einem Mittwochabend auf, um Prof. Kaltherz und Dr. Angst mit dem Lied „Ein bisschen Frieden auch hier in Chemnitz – und das die Menschen nicht so oft weinen...“ aufzumuntern. Doch das traurigste an dieser Saison war, dass wir für die Heimspiele unseren Herzsaal verlassen mussten.

 

Herzsaal

 

Denn der Herzsaal ist alt und war nicht gemacht für die großen Feste und Gäste der Regionalliga, sagt der DFB. Und sein kleiner Bruder, der NFV, empfand das genauso. Unser Herzsaal ist und bleibt aber die Adolf-Jäger-Kampfbahn. Der Rockstarbärchi nennt sie in unserer Vereinshymne unser Adolf-Jäger-Wohnzimmer – und das ist sie auch. Seit über hundert Jahren treffen wir uns hier alle zwei Wochen, um zu singen, zu tanzen und gemeinsam Spaß zu haben.

 

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Und das ist viel wichtiger als die Größe des Herzbärchilandes, das um den Herzsaal herum ist. Im Herzsaal treffen sich durchschnittlich etwa 1.000 Glücksbärchis und es ist noch reichlich Platz für weitere, andersfarbige Bärchis mit neuen Symbolen auf ihren Bäuchen. Gut, dass dies inzwischen auch der NFV eingesehen hat und uns nach dem Errichten einiger DFB-konformer Abgrenzungsinstrumente in unseren Herzsaal zurückgelassen hat.

 

Wald der Gefühle

 

Wenn wir so beieinander sind, fühlen wir uns ganz besonders wohl. Und wenn wir so glücklich sind, dann feiern wir das auch gern mit einem gemeinsamen Getränk. Auch wenn einige nach außen hin andere Gründe angeben. Wenn ein Glücksbärchi unzufrieden ist – etwa mit der gezeigten sportlichen Leistung oderdem Arrangement, das uns der gastgebende Verein bietet – dann hallt schon mal ein „Da muss man ja Drogen nehmen!“ aus dem Glücksbärchiblock.

 

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WM-Siege, Triumphe, begnadete Dribblings, die "Hand Gottes", Kokain, Verwicklungen mit der Camorra,... - eigentlich bietet das Leben des Diego Maradona genug große Momente, aber auch Dramen und Tragödien für mehrere Dokumentationen. Asif Kapadia schafft es, die ganze Geschichte in einem Film zu erzählen. Und das Ergebnis ist großartig.

 

Das Studio-Filmtheater am Dreiecksplatz zeigt "Diego Maradona" am Donnerstag, 12. September und Montag, 16. September, jeweils um 18 Uhr.

 

 

"Diego Maradona" ist der dritte Film des Oscar®-prämierten Regisseurs Asif Kapadia, der mit seinen Dokumentarfilmen SENNA und AMY schon mit unzähligen Preisen ausgezeichnet wurde (u.a. BAFTA, Grammy, Critics’ Choice Movie Award). Mit über 500 Stunden unveröffentlichtem Filmmaterial aus Maradonas persönlichen Archiv schaffte er ein sensibles Porträt über die legendäre „Hand Gottes“.

 

Am 5. Juli 1984 wechselte Maradona von Barcelona nach Neapel für eine Ablösesumme, die die Welt noch nicht gesehen hatte. Sieben Jahre lang fuhr Neapel mit Maradona auf der Erfolgsspur. Der meist gefeierte Fußballspieler der Welt und die hitzigste und zugleich gefährlichste Stadt Europas schienen sich perfekt zu ergänzen. Auf dem Platz war Maradona ein Genie – neben dem Spielfeld feierten sie ihn wie einen Gott. Der charismatische Youngstar führte Neapel zu seinem ersten Titel.

 

Diego konnte ein Wunder nach dem anderen auf dem Spielfeld vollbringen. Es war der Stoff, aus dem Träume gemacht sind. Aber die Realität holte ihn letztendlich ein…

 

 

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