29. Januar 2020, Endstand 1:1

Ganz nüchtern betrachtet war es eine Punkteteilung im Mittelfeld der 2. Bundesliga vor 9600 Zuschauern. Doch irgendwie sind Fußballspiele abseits der bloßen Statistik selten etwas, was nüchtern betrachtet werden kann, sofern es aus der Sicht eines Fans ist.

 

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Zum ersten Pflichtspiel 2020 reisten mit dem SV Darmstadt 98 gleich vier ehemalige Holsteiner an. Neben Mathias Honsak, Fabian Schnellhardt und Carsten Wehlmann war darunter natürlich auch der verlorene Fußballgott Patrick Herrmann, an dem ein anderes als das Holstein-Trikot immer noch befremdlich wirkt. Trotzdem immer wieder schön Herrmi im Holstein-Stadion zu sehen. Es bleibt wirklich zu hoffen, dass er nach seiner aktiven Zeit wieder bei den Störchen unterkommt.

 

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Ansonsten war aber nicht viel Zeit für Sentimentalitäten. Holstein, mit Winterpausen-Neuzugang-Rückkehrer Fabian Reese in der Startelf, hatte eigentlich von Beginn an die Kontrolle über das Spiel. Die Chancen waren zunächst aber eher semi-gefährlich, erst in der 23. Minute knallte Lee ein sattes Pfund gegen den Pfosten des Darmstädter Tore. Den Nachschuss konnte Iyoha nicht verwerten. Nach 30 Minuten hatten die Störche dann doch Grund zum Jubeln: Nach Vorarbeit von Lee war es mal wieder Zeit für die Kopfballramme von Stefan Thesker. 1:0 - und das war auch völlig verdient.

 

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Die Chance direkt nachzulegen wurde allerdings verpasst und so musste Sekunden vor dem Halbzeitpfiff der Ausgleich hingenommen werden. Mit der ersten Darmstädter Chance durch Serdar Dursun stand es gleich mal 1:1. "Unnötig" war wohl eins der am häufigsten gebrauchten Wörter in der Halbzeitpause.

Max-Morlock-Stadion, 15. Dezember 2019, Endstand 2:2

Nürnberg in der Vorweihnachtszeit – das ist doch immer eine Reise wert. Und da Spieltagsplaner ja auch manchmal gute Ideen haben, wurde der KSV-Anhängerschaft die Möglichkeit dazu in dieser Saison gegeben.

 

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Allerdings waren auf dem ansonsten recht überfüllten Christkindlesmarkt weniger bekannte Gesichter zu erblicken als erwartet. Vielleicht wegen der deutlichen Niederlage gegen Osna, vielleicht aufgrund der Distanz, vielleicht aufgrund des parallel stattfindenden Derbys gegen die Marzipanstädter oder vielleicht weil viele den Sonderzug nach Dresden genutzt hatten und dieses Wochenende etwas „auswärtsmüde“ waren. Paar mehr Leute im Gästeblock wären in jeden Fall schön gewesen.

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Insgesamt war das Max-Morlock-Stadion aber auch ansonsten nicht wirklich restlos gefüllt, bei knapp über 25.000 bleiben im Rund (oder besser Achteck) doch einige Plätze frei. Der Fall aus der Bundesliga in die Abstiegsregion der 2. Bundesliga hinterlässt augenscheinlich seine Spuren in Franken. So wurden drei Punkte gegen Holstein dringend benötigt, wobei auch die KSV etwas zählbares gut gebrauchen konnte, um nicht wieder aus dem Mittelfeld in den Keller zu rutschen.

 

Personell musste Ole Werner etwas umbauen: Für den verletzten Gelios kehrte Reimann zurück in Tor, zudem musste der gesperrte Rotsünder Meffert durch Ignojvski ersetzt. In der Anfangsviertelstunde sah es auch danach aus, als wenn die Wechsel gut verkraftet werden könnten. Die KSV legte stürmisch los, die Hausherren hingegen wirkten nervös und ließen sich in die eigene Hälfte drängen. Holstein Manko: Wirklich Torchancen gab es nur wenige, am gefährlichsten war noch ein Distanzschuss von Iyoha nach 13 Minuten. Danach konnte sich Nürnberg immer mehr fangen, wirklich schön anzuschauen war das Gebotene aber auf beiden Seiten nicht. Nürnberg hatte aber immerhin ein Übergewicht in den Offensivaktionen, ein Torschuss kam aber nicht dabei heraus. Der Gegentreffer fiel dann durch einen quasi perfekt geschossenen Freistoß von Sörensen in der 38. Minute. Im Gegenzug dann die Möglichkeit für Kiel auszugleichen, Ein Trikotzupfer an Özcan wurde als strafstoßreif bewertet, der Gefoulte selbst führte aber schwach aus. So ging es mit einem unnötigen Rückstand in die Pause.

 

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7. Dezember 2019, Endstand 2:4

Es gibt ja so Teams, die einem nicht liegen. Könnt ihr Euch noch an den letzten Sieg gegen Osnabrück erinnern? Gut viereinhalb Jahre ist das her im März 2015 rangen die Störche dem VfL im Holstein-Stadion ein 1:0 ab. Danach folgten, ob zu Hause oder in der Ferne, nur Niederlagen. Mit dem Rückenwind aus den letzten beiden Spielen gab es dennoch keinen Grund, pessimistisch ins letzte Heimspiel des Jahres, bzw. sogar des Jahrzehnts zu gehen. Trotzdem war die KSV gewarnt. Schließlich empfing man an diesem Sonnabend den Tabellennachbarn, der schließlich genau wie die Störche, erfolgreich gegen die Aufstiegsfavoriten Stuttgart und Hamburg gewesen ist. Zwar nicht ganz so voll wie gegen Hamburg, hatte sich eine ordentliche Zahl Anhänger aus Osnabrück im Gästeblock eingefunden.
 
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Fast erwartungsgemäß verzichteten beide Team auf eine anfängliche Abtastphase und warfen sich direkt ins Zeug. Bereits in der 2. Minute verpasst es Mühling nur knapp, zur frühen Führung zu treffen. Zwei Minuten später bot sich Iyoah die Chancen. Nach acht Minuten zappelte der Ball dann hinter Gelios im Netz, der Osnabrücker Torschütze stand jedoch deutlich im Abseits. Glück gehabt. Wieder zwei Minuten später war es denn Serra, der den Ball im gegnerischen Tor unterbrachte. Führung für die KSV.
 
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Bis dahin war es ein munteres Hin und Her. In den folgenden Minuten wurde es etwa ruhiger auf dem Platz. Bis der Kollege VAR wieder zuschlug. Nach einem Foul an Ex-Storch Heider im Strafraum griffen die Videoassistenten ein und nach genauerer Betrachtung entschied Referee Alexander Sather auf Strafstoß für die Gäste. Alvarez verwandelte eiskalt zum Ausgleich. Die Partie wieder mit etwas mehr Fahrt. Minute 40. brachte dann die erneute Führung für die Störche. Nach einem klaren Handspiel zeigte der Offizielle ohne zu zögern auf den Punkt, Alex Mühling verwandelte souverän zum 2:1.

6. Oktober 2019, Endstand: 1:2

 

Sonntag, Sonne, Heimspiel. Besonders nach dem erfolgreichen Spiel in Fürth gab es genügend Gründe, ins Stadion zu gehen. Dass es nicht so wie gegen Hannover ausverkauft sein würde, war im Vorfeld zwar schon klar, ein paar mehr Zuschauer hätten es dennoch sein können.

 

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Besonders vor Anpfiff hätte die Stimmung etwas weniger verhalten sein können. Schließlich ging es an diesem Tag um wichtige Punkte, die Holstein angesichts des bescheidenen Saisonstarts gut gebrauchen kann. Der Tenor vor dem Spiel war dennoch recht positiv. Viele trauten Interimstrainer Ole Werner zu, die Mannschaft inzwischen gut eingestellt zu haben. Auch hörte man von einer deutlich verbesserten innerhalb des Teams.

 

Bereits nach 20 Sekunden gab es allerdings die erste Ecke für die Gäste aus Nordbayern. Trotzdem kamen die Störche gut ins Spiel. Agierten deutlich mit dem Selbstbewusstsein, dass sie sich am vergangenen Sonntag geholt haben. Zur Freude aller wurde der Auftritt in der 16. Minute auch belohnt. Baku traf nach einem konsequenten Angriff zur Führung.

 

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Es folgten noch zwei weitere aussichtsreiche Chancen. Doch der SSV machte ebenfalls ein mutiges und offensives Spiel. So kassierten die Störche in der 30. Minute sehr zum Unmut des Kieler Publikums den Ausgleich. Auch der Stimmung schien das einen Dämpfer zu geben. Insgesamt herrschte auf den Rängen unzufriedene Gemurmel und auch auf dem Platz verflachte die Partie zunehmend. Besonders die Offensivbemühungen der Gastgeber waren deutlich weniger von Erfolg gekrönt. Und so kamen keine echten Abschlüsse mehr zustande.

 

Sportpark Ronhof Thomas Sommer, 29. September 2019, Endstand: 0:3

 

Auswärts in Fürth. Das waren für die KSV bisher eher keine Vergnügungsreisen. In der letzten Saison war ein 1:4 einer der Tiefpunkte der Spielzeit. Das, plus die unsichere Situation nach dem Trainerwechsel, wirkte sich augenscheinlich negativ auf die Reiselust des Kieler Fußballvolks aus. Man selbst entschied sich, die zweimal 700 Kilometer in einer Tagestour abzureißen. Um genug Zeitpuffer zu haben, ging es um 3 Uhr auf die Piste. Immerhin ging es ohne Staus oder größere Baustellen durch den Osten Richtung Franken. Relativ früh wurde die Destination trotz eines Kultur-Umwegs über Bayreuth erreicht. Immerhin grüßte der Ronhof mit einem sonnigen Herbsttag und Temperaturen um die 22 Grad. Immerhin schon einmal was.

 

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Auf Kieler Seite nahm Ole Werner zwei Wechsel vor und brachte Atanga und Serra für Özcan und Iyoha. Ansonsten nahmen die Störche den Schwung aus den letzten 30 Minuten des Hannover-Spiels mit und legten sehr offensiv los. Kaum zwei Minuten gespielt, schon tauchte Baku gefährlich vor dem Kasten von Sascha Burchert auf. Auch in der Folge konnte sich Fürth kaum aus der Umklammerung der KSV lösen, Chancen durch Lee, Iyoha und Wahl blieben zunächst aber ungenutzt. Nach 27 Minuten schickte Hauke Wahl dann Serra mit einem langen Ball. Aus spitzem Winkel konnte der zuletzt etwas glücklose Stürmer dann zu Führung einschieben.

 

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Fürth blieb weiter ungefährlich – das einzige, was einem als Gästefan Sorgen machen konnte, war, dass Holstein zur Pause nicht höher führte. Aber insgesamt machte Holstein endlich mal wieder Spaß. Und: Quasi mit der ersten Offensivaktion nach dem Seitenwechsel fiel bereits das beruhigende 2:0. Serra mit dem Pass auf Atanga, Atanga auf Baku der den Ball aus kurzer Distanz über die Linie brachte. Nach einer Stunde war es wieder Baku, der mit dem 3:0 für die endgültige Entscheidung sorgte. Mühling hatte nach einem Ballverlust der Hausherren schnell geschaltet und den Ball in die Mitte gebracht, wo der U21-Nationalspieler nur noch am herausgelaufenen Torhüter vorbei legen musste.

 

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