Niedersachsenstadion/HDI-Arena, 2. März 2020, Endstand 3:1

 

Es war eins dieser Spiele, wo man sich am Ende frage, wie man das denn bitte verlieren konnte. Natürlich gibt es Analysen und Statistiken, aber trotzdem bleibt es schwierig zu erklären, wie am Ende ein 1:3 aus Holsteiner Sicht zu Buche stehen konnte.

 

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Vielleicht trifft es am besten die Aussage von Alexander Mühling nach dem Spiel bei Sky: „Fußballerisch waren wir besser. Sie waren aber in den entscheidenden Momenten konsequenter.“ Damit ist vieles gesagt, aber auch noch nicht alles.

Gerede gab es schon im Vorfeld viel. Nicht unbedingt aufgrund des Duells, sondern wegen der derzeit angespannten Situation zwischen DFB/DFL auf der einen Seite und den (aktiven) Fans auf der anderen Seite. Diese wurde über das Wochenende fleißig von den Boulevard-Medien befeuert, kurzzeitig war sogar das Corona-Virus von der Topposition verdrängt. Immerhin gab es spätestens am Sonntag auch eine differenziertere Berichterstattung, beispielsweise vom Spiegel, der Zeit oder dem Kicker, in dem auch dem Normalbürger die Hintergründe (Ablehnung von Kollektivstrafen, Vorwurf der Scheinheiligkeit an die Verbände) etwas genauer erläutert wurden. Trotzdem war es eher nicht die Frage, ob Transparente auch am Montagabend auftauchen würden, sondern nur wann.

Dabei bieten die Montagsterminierungen an sich schon genug Potenzial für Diskussionen. Immerhin musste aufgrund der vertretbaren Distanz nur ein Urlaubstag eingereicht werden, bei manch einem reichte sogar ein früher Feierabend, um beim Duell an der Leinestadt dabei zu sein. Die A7 zeigte sich insgesamt durchaus gnädig auf der Reise nach Süddeutschland ;) und so blieb noch genug Zeit, um den Maschsee zu bewundern und die regionalen Spezialitäten zu verköstigen. Denn beim Blick auf das vor dem Stadion verfügbare kulinarische Angebot fiel ein Pizzawagen mit Fritteuse ins Auge. Hannoverkenner wissen hier sofort Bescheid: In der Landeshauptstadt Niedersachsen gibt es den seltsamen Brauch der frittierten Calzone.

 

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Nicht gerade leichte Kost, aber irgendwie auch geil. Allerdings ist die Füllung perfekt um sich den Mund zu verbrennen, weshalb Obacht geboten ist.



Gut gesättigt ging es dann rein in die Schüssel, die zwischen 1952 und 1954 unter anderem aus Trümmerschutt errichtet wurde und damals aufgrund des Unter- und Oberrangs eine kleine. architektonische Sensation war. Neben Welt- und Europameisterschaften, sowie mehreren DFB-Pokalfinals diente das Niedersachsenstadion fast allen bekannten Hannoveraner Vereinen zwischenzeitlich als Heimspielstätte, in neuerer Zeit war es aber nur die Heimat der 96er. Die letzten Holsteiner Besuche waren beides Aufeinandertreffen gegen die Zweitvertretung der „Roten“, legendär dabei der 3:2-Sieg bei Schnee und Eis 2012.



Damals waren es rund 250 Kieler, dieses Mal platzte der Stehplatzbereich der Gäste schon vor Anpfiff aus allen Nähten. Schönes Bild, auch wenn es aufgrund des Montagsspiels keine Fahnen und ähnliches gab. Dafür die Positionierung gegen Kollektivstrafen und ein Auftritt, der akustisch zu den Highlights der Saison gehören dürfte.

 

 

 

Auf Hannoveraner Seite gibt es dann es relativ zügig die erwarteten Banner – „Keine Akzeptanz für Red Bull und Hoffenheim“ soll trotz der martialischen Fadenkreuze gegen Hopp und Mateschitz klar machen, worum es im Kern geht. Die Spielunterbrechung folgt, ein Freundschaftsgipfel wie am Freitag in der SAP-Arena bliebt logischerweise nachfolgend aber aus.



Stattdessen konnten die Gastgeber nach einer relativ ausgeglichenen Anfangsphase eine frühe Führung verbuchen: Nach einer Flanke von Sebastian Jung gelang es John Guidetti den Ball per Kopf über die Linie zu befördern (11.). Chancentechnisch konnte sich Holstein danach ein deutliches Plus erspielen, vor allem aus der Distanz wurde es des öfteren probiert. Aber weder Iyoha, noch Reese oder Özcan war der Torerfolg vergönnt. Ein ähnliches Bild in Hälfte zwei. Erst nach 68 Minute der dann in blau-weiß-rot gejubelt werden. Nach einem Eckball, der zunächst sehr an das 2:1 gegen St. Pauli erinnerte (Spielertraube am ersten Pfosten) konnte der weiter hinter postierte Lee denn Ball über die Linie drücken (68.).

 

 

Der schon vorher laute Gästeblock eskalierte nun, und auch auf dem Feld war Holstein nun tonangebend. Allerdings waren die Hausherren vorm Tor konsequenter, nachdem Gelios einen Schuss von Prib noch abwehren konnte, hatte der Holsteiner Keepers beim Nachschuss von Ochs keine Chance. Die Kieler Schlussoffensive brachte nichts zählbares ein, stattdessen gab es in der ersten Minute der Nachspielzeit noch das 3:1 durch Weydandt. Am Ende also eine relativ deutliche Niederlage, trotz eines relativ guten Spiels.

 

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Der Gästeblock supportete dennoch über den Abpfiff hinaus weiter. Ein wenig akustisches Schulterklopfen, dass sich beim Heimspiel gegen Fürth am Sonntag hoffentlich auszahlt.

Alle Bilder in der Galerie.

 

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