8. März 2020, Endstand 1:1

Wenn sowohl Stefan Leitl, als auch Ole Werner von einem gerechten Unentschieden sprechen, muss es wohl ein gerechtes Unentschieden gewesen sein. Immerhin ein Unentschieden, dann nach nur etwas über einer gespielten Minute lag die KSV im "Oberen-Mittelfeld-Duell" bereits 0:1 hinten.

 

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Sebastian Ernst hatte für das Kleeblatt den Ball im rechten unteren Eck untergebracht. Holstein brauchte einige Zeit, sich von der "kalten Dusche" zu erholen. Immerhin ging es nicht mit einem Rückstand in die Kabine, denn nach 35. Minuten konnte Alexander Mühling einen Foulelfmeter sicher verwandeln. Zuvor war Lee von Seguin an der Strafraumkante zu Fall gebracht worden, allerdings brauchte es eine Ewigkeit und den VAR, um auf Strafstoß zu entscheiden. Es kommt einem tatsächlich so vor, als wenn Schiedsrichter und Assistenten inzwischen lieber gar nichts mehr entscheiden. Im Zweifelsfall wird sich ja schon der "Kölner Keller" melden.

 

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Das 1:1 nahm man als Holstein-Fan gerne mit, denn bis dahin war das Heimteam nicht unbedingt das stärkere Team.

Niedersachsenstadion/HDI-Arena, 2. März 2020, Endstand 3:1

 

Es war eins dieser Spiele, wo man sich am Ende frage, wie man das denn bitte verlieren konnte. Natürlich gibt es Analysen und Statistiken, aber trotzdem bleibt es schwierig zu erklären, wie am Ende ein 1:3 aus Holsteiner Sicht zu Buche stehen konnte.

 

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Vielleicht trifft es am besten die Aussage von Alexander Mühling nach dem Spiel bei Sky: „Fußballerisch waren wir besser. Sie waren aber in den entscheidenden Momenten konsequenter.“ Damit ist vieles gesagt, aber auch noch nicht alles.

Gerede gab es schon im Vorfeld viel. Nicht unbedingt aufgrund des Duells, sondern wegen der derzeit angespannten Situation zwischen DFB/DFL auf der einen Seite und den (aktiven) Fans auf der anderen Seite. Diese wurde über das Wochenende fleißig von den Boulevard-Medien befeuert, kurzzeitig war sogar das Corona-Virus von der Topposition verdrängt. Immerhin gab es spätestens am Sonntag auch eine differenziertere Berichterstattung, beispielsweise vom Spiegel, der Zeit oder dem Kicker, in dem auch dem Normalbürger die Hintergründe (Ablehnung von Kollektivstrafen, Vorwurf der Scheinheiligkeit an die Verbände) etwas genauer erläutert wurden. Trotzdem war es eher nicht die Frage, ob Transparente auch am Montagabend auftauchen würden, sondern nur wann.

Dabei bieten die Montagsterminierungen an sich schon genug Potenzial für Diskussionen. Immerhin musste aufgrund der vertretbaren Distanz nur ein Urlaubstag eingereicht werden, bei manch einem reichte sogar ein früher Feierabend, um beim Duell an der Leinestadt dabei zu sein. Die A7 zeigte sich insgesamt durchaus gnädig auf der Reise nach Süddeutschland ;) und so blieb noch genug Zeit, um den Maschsee zu bewundern und die regionalen Spezialitäten zu verköstigen. Denn beim Blick auf das vor dem Stadion verfügbare kulinarische Angebot fiel ein Pizzawagen mit Fritteuse ins Auge. Hannoverkenner wissen hier sofort Bescheid: In der Landeshauptstadt Niedersachsen gibt es den seltsamen Brauch der frittierten Calzone.

 

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Nicht gerade leichte Kost, aber irgendwie auch geil. Allerdings ist die Füllung perfekt um sich den Mund zu verbrennen, weshalb Obacht geboten ist.



Gut gesättigt ging es dann rein in die Schüssel, die zwischen 1952 und 1954 unter anderem aus Trümmerschutt errichtet wurde und damals aufgrund des Unter- und Oberrangs eine kleine. architektonische Sensation war. Neben Welt- und Europameisterschaften, sowie mehreren DFB-Pokalfinals diente das Niedersachsenstadion fast allen bekannten Hannoveraner Vereinen zwischenzeitlich als Heimspielstätte, in neuerer Zeit war es aber nur die Heimat der 96er. Die letzten Holsteiner Besuche waren beides Aufeinandertreffen gegen die Zweitvertretung der „Roten“, legendär dabei der 3:2-Sieg bei Schnee und Eis 2012.



Damals waren es rund 250 Kieler, dieses Mal platzte der Stehplatzbereich der Gäste schon vor Anpfiff aus allen Nähten. Schönes Bild, auch wenn es aufgrund des Montagsspiels keine Fahnen und ähnliches gab. Dafür die Positionierung gegen Kollektivstrafen und ein Auftritt, der akustisch zu den Highlights der Saison gehören dürfte.

 

 

 

Auf Hannoveraner Seite gibt es dann es relativ zügig die erwarteten Banner – „Keine Akzeptanz für Red Bull und Hoffenheim“ soll trotz der martialischen Fadenkreuze gegen Hopp und Mateschitz klar machen, worum es im Kern geht. Die Spielunterbrechung folgt, ein Freundschaftsgipfel wie am Freitag in der SAP-Arena bliebt logischerweise nachfolgend aber aus.

22. Februar 2020, Endstand: 0:1

 

Es gibt Niederlagen, die so richtig nerven. Es gibt Niederlagen, die einen wütend machen. Und es gibt Niederlagen, die erstaunlich wenig emotional hingenommen werde. Das 0:1 gegen Heidenheim gehörte wohl in die letzte Kategorie. Denn zumindest kämpfte Holstein über 90 Minuten, was von der Westtribüne positiv aufgenommen wurde und weshalb es von dort auch noch lange nach Abpfiff durch das Stadion hallte. Hauptthema in den Nach-Spiel-Analysen war eh der Regen, beziehungsweise der Zustand des Rasens.

 

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Und der sah vor Anpfiff schon so suboptimal aus, dass ernst zunehmende Gerüchte kursierten, dass das Spiel auf der Kippe stehe. Nach dem Warmmachen gab es von Schiedsrichter Robert Kempter allerdings den Daumen nach oben – allerdings war auch klar, dass ein gepflegtes Kurzpass-Spiel an diesem Sonnabend wohl ausfallen würde. Auf der Holsteiner Seenplatte wurden wohl oder übel hohe Bälle das Mittel zum Zweck.

 

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Trotz der unangenehmen Verhältnisse, gab es auf beiden Seiten relativ schnell gut Chancen zu sehen. Dabei sorgte Gelios gegen Kleindienst und Schnatterer gleich zweimal innerhalb der ersten zehn Minuten dafür, dass Holstein nicht einem Rückstand hinterherlaufen musste. Allerdings verfehlte auch der erste gute Torschuss der Özcan sein Ziel. Beide Teams boten ein für die Platzverhältnisse wirklich akzeptables Spiel, bei dem die ganz großen Möglichkeiten oder gar Treffer allerdings aus blieben.

10. Februar 2020, Endstand 2:1

Als der Schreiber diese Zeilen beginnt, ist es bereits deutlich nach Mitternacht, Das Blut scheint immer noch zu 50 Prozent aus Adrenalin und zu 50 Prozent aus Glückshormonen zu bestehen. Alter! Was war das bitte für ein Finish? Gelios, unglaublich – Holstein, einfach Wahnsinn!

 

 

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Die Uhr etwas zurückgedreht. Holstein-Stadion, Montagabend, so um die 85. Minute. Soll schon einmal ein Foto vom vermeintlichen Endstand gemacht werden? Nein, denkt der Schreiber sich, das bringt garantiert Unglück. Und Fußballfans dürften mit zu den abergläubischsten Menschen gehören, die es gibt. Trotzdem drückt der Finger den Auslöser ganz langsam nach unten. Ein Klick. Was soll schon passieren? Nachdem die erste Hälfte etwas durchwachsen gestartet war, konnte Holstein auch ohne den verletzten Fabian Reese nach und nach die Kontrolle über das Spiel gewinnen.

 

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Nach einer halben Stunde konnte Salih Özcan nach einem sehenswerten Pass von Porath das verdiente 1:0 erzielen. Von Seiten der Gäste gab es kaum Offensivaktionen zu sehen, insgesamt hinterließen die Kiezkicker einen schwachen Eindruck.

 

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Wildparkstadion, 1. Februar 2020, Endstand: 0:2

 

Dafür dass es sich beim Karlsruher SC und Holstein um zwei Traditionsvereine handelt, sind die Aufeinandertreffen der beiden Teams äußerst rar. Bis auf das legendäre DFB-Pokalspiel am 2. Dezember 1978 (5:2-Sieg für die KSV), gab es als Duell zwischen dem KSC und den Störchen bisher nur das Hinspiel in dieser Saison (2:1 dank eines Doppelpack von Jae-Sung Lee). Ein Spiel im Wildpark fehlte hingegen noch völlig. Von daher waren einige Kieler schon im Vorfeld, unabhängig von der Tabellensituation heiß auf die Auswärtsfahrt.

 

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Reisen in den Süden beinhalten eigentlich auch fast immer ein kulinarisches Pflichtprogramm: Neben Bier und Wein darf es gerne deftig sein. Die Käsespätzle im von Jannik Dehm empfohlenen Gasthaus Gutenberg waren die Reise fast schon wert. Ansonsten begrüßte die Fächerstadt die norddeutsche Reisegruppe mit einem seltsamen Wettermix: Selbst nachts lagen die Temperaturen noch im zweistelligen Bereich, das Ganze aber bei viel Regen. Blöd, dass der Wildpark gerade eine Baustelle ist und deshalb kein Dach über dem Gästeblock vorhanden ist. Wobei das vorher auch nicht der Fall war. :D Erbaut wurde das Wildparkstadion 1955 am Ort des alten FC-Phönix-Sportplatzes und hatte ursprünglich ein Fassungsvermögen von 55.000. Derzeit wird, wie bereits erwähnt, fleißig gewerkelt, um die Zweitliga-Anforderungen zu erfüllen.

 

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Damit diese Anforderungen in der nächsten Saison auch in der 2. Bundesliga zum Tragen kommen, muss der KSC allerdings dringend Punkte sammeln. Nachdem der Aufsteiger am zweiten Spieltag noch von der Tabellenspitze grüßte, ging es nach und nach in der Tabelle nach unten. Dieser Negativtrend sollte gegen die Störche gestoppt werden, die wiederum sich gerne im Mittelfeld einnisten wollten.

Die besseren Chancen zu Beginn hatten zunächst die Gastgeber, gleich nach vier Minuten musste Gelios in höchster Not retten. Insgesamt war die Partie aber recht ausgeglichen. Ärgerlich war, dass Ole Werner bereits nach 22 Minuten gezwungen war, den ersten Wechsel vorzunehmen. Aleksandar Ignjovski kam für den verletzten Salih Özcan. Holstein zeigte sich aber keineswegs geschockt, ganz im Gegenteil. Alexander Mühling flankte von der rechten Seite einmal quer durch den Strafraum und fand am zweiten Pfosten Fabian Reese. Dieser konnte den Ball volley ins Karlsruher Tor befördern.

 

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Nachdem Winterzugang Reese bereits gegen Darmstadt sehr engagiert gespielt hatte, also im zweiten Spiel gleich den ersten Treffer. Sehr schön! Und es sollte noch besser kommen: Fünf Minuten nach der Führung setzte sich Reese an der Grundlinie durch, chippte den Ball in die Mitte, wo Finn Porath den Ball einnickte. Der KSC tat sich extrem schwer, Holstein verpasste es allerdings auch, schon vor der Pause für die Entscheidung zu sorgen.

 

 

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