Jade Stadion, 25. Februar 2012, Endstand 1:2

 

Wilhelmshaven und Kiel – zwei Städte, die fast ein wenig Geschwister. Man hat unverkennbare Ähnlichkeiten, lernt voneinander und das jüngere Geschwisterchen bekommt immer die Sachen, die der Ältere nicht mehr braucht. Dabei kann es sich um ausgemusterte Minensuchboote, wie die Laboe, handeln oder auch um ausgemusterte Spieler, wie Francky Sembolo.

 

francky

 

 

Dessen persönliche Erfolge an der Förde sind zwar eher überschaubar und unter der Woche beschwerte er sich via Presse, dass er von den Kieler Trainern zu wenig Chancen bekommen habe - trotzdem genießt er völlig zurecht immer noch Kultstatus bei großen Teilen des Kieler Anhangs. Wohl selten erlebt man es, dass ein gegnerischer Spieler vor dem Spiel, nach einem Gegentreffer und noch nach dem Schlusspfiff von den Fans der anderen Mannschaft gefeiert wird. Doch dazu später mehr.

Insgesamt sind die Erinnerungen an frühere "Familienbesuche" an der Jade eher nicht so grandios, schließlich verbindet der Schreiber mit Wilhelmshaven entweder saukaltes Wetter oder Grottenkicks oder beides. Immerhin war die Rahmenbedingung Wetter schonmal vergleichsweise frühlingshaft und bei Ankunft stellte man fest, dass sich doch ein paar mehr als die üblichen Verdächtigen zum Auswärtssupporten aufgemacht hatten. Traurig hingegen das Zuschauerinteresse auf Heimseite, dass eher an das Spiel einer Zweitvertretung erinnerte. Die Frage im VIP/Pressebereich, warum der SVW denn ein Geisterspiel austragen müsste, kam dann auch nur mäßig gut an.

 

6block

 

Stimmliches Übergewicht damit also bei Kiel, meistgefeiertster Spieler beim Aufwärmen allerdings der oben bereits erwähnte Ex-Storch, der eine Woche zuvor immerhin zwei Netze gegen RetortenBall Leipzig gemacht hatte. Also Ehre, wem Ehre gebührt. Mit Anpfiff dann aber Schalter umgelegt und Support für das Erklimmen der Spitzenposition. Diese Mission gestaltete sich aber von Beginn an schwieriger als von vielen erhofft, da der Gastgeber offensichtlich gewillt war, sich nicht eine weitere Klatsche abzuholen. Wilhelmshaven verteidigte gut und Kiel fand zunächst wenige Mittel, um offensiv Akzente zu setzen, lediglich Standardsituationen brachten Gefahr. Und so kam es zum 1:0 auch durch einen Freistoß von Kazior, dessen Abwehr dann Jaroslaw Lindner per wunderschönem Volleyschuss ins lange Eck nagelte (28. min). Danach wurde die Partie dann ansehnlicher, Angriffe und Konter auf beiden Seiten mit Chancenübergewicht für Kiel - die besten davon für Jakob Sachs, der bis zur Pause allerdings den gegnerischen Keeper nicht mehr überwinden konnte. Dafür aber fünf Minuten nach der nach der Pause, genau wie Lindner zuvor, Sachs volley ins lange Eck: 2:0.

 

jubel20.

 

Zwei wunderschöne Tore, aber noch lange kein beruhigender Vorsprung und einigermaßen überraschend 2:1, nachdem ausgerechnet Sembolo eingenickt hatte. Schön dass der Holsteinblock Francky lauter feierte, als der Heimanhang. Schön das man mal beide Rollen übernehmen durfte. Trotz der erheiternden Situation war aber plötzlich Zittern angesagt, denn mit zunehmender Anzahl der versiebten Kieler Chancen wurde Wilhelmshaven stärker und hoffte eine Woche nach dem Debakel im Osten auf eine kleine Sensation. Mit Kampf und Glück wurde die Schlussphase aber schadlos überstanden – und drei wichtige Punkte wurden von der Jade an die Förde mitgenommen.

 

abklatschen

 

Man of the Match konnte aber trotzdem nur einer sein und so wurde nach dem Abklatschen mit dem eigenen Team noch Francky gefordert. Einfach ein super Typ. Und so bringen Familienbesuche doch Spaß.

 

Alle Bilder in der Galerie.

 

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