10. Februar 2020, Endstand 2:1

Als der Schreiber diese Zeilen beginnt, ist es bereits deutlich nach Mitternacht, Das Blut scheint immer noch zu 50 Prozent aus Adrenalin und zu 50 Prozent aus Glückshormonen zu bestehen. Alter! Was war das bitte für ein Finish? Gelios, unglaublich – Holstein, einfach Wahnsinn!

 

 

ole

 



Die Uhr etwas zurückgedreht. Holstein-Stadion, Montagabend, so um die 85. Minute. Soll schon einmal ein Foto vom vermeintlichen Endstand gemacht werden? Nein, denkt der Schreiber sich, das bringt garantiert Unglück. Und Fußballfans dürften mit zu den abergläubischsten Menschen gehören, die es gibt. Trotzdem drückt der Finger den Auslöser ganz langsam nach unten. Ein Klick. Was soll schon passieren? Nachdem die erste Hälfte etwas durchwachsen gestartet war, konnte Holstein auch ohne den verletzten Fabian Reese nach und nach die Kontrolle über das Spiel gewinnen.

 

özcan

 

jubel

 

Nach einer halben Stunde konnte Salih Özcan nach einem sehenswerten Pass von Porath das verdiente 1:0 erzielen. Von Seiten der Gäste gab es kaum Offensivaktionen zu sehen, insgesamt hinterließen die Kiezkicker einen schwachen Eindruck.

 

vdb

Wildparkstadion, 1. Februar 2020, Endstand: 0:2

 

Dafür dass es sich beim Karlsruher SC und Holstein um zwei Traditionsvereine handelt, sind die Aufeinandertreffen der beiden Teams äußerst rar. Bis auf das legendäre DFB-Pokalspiel am 2. Dezember 1978 (5:2-Sieg für die KSV), gab es als Duell zwischen dem KSC und den Störchen bisher nur das Hinspiel in dieser Saison (2:1 dank eines Doppelpack von Jae-Sung Lee). Ein Spiel im Wildpark fehlte hingegen noch völlig. Von daher waren einige Kieler schon im Vorfeld, unabhängig von der Tabellensituation heiß auf die Auswärtsfahrt.

 

spätzle


Reisen in den Süden beinhalten eigentlich auch fast immer ein kulinarisches Pflichtprogramm: Neben Bier und Wein darf es gerne deftig sein. Die Käsespätzle im von Jannik Dehm empfohlenen Gasthaus Gutenberg waren die Reise fast schon wert. Ansonsten begrüßte die Fächerstadt die norddeutsche Reisegruppe mit einem seltsamen Wettermix: Selbst nachts lagen die Temperaturen noch im zweistelligen Bereich, das Ganze aber bei viel Regen. Blöd, dass der Wildpark gerade eine Baustelle ist und deshalb kein Dach über dem Gästeblock vorhanden ist. Wobei das vorher auch nicht der Fall war. :D Erbaut wurde das Wildparkstadion 1955 am Ort des alten FC-Phönix-Sportplatzes und hatte ursprünglich ein Fassungsvermögen von 55.000. Derzeit wird, wie bereits erwähnt, fleißig gewerkelt, um die Zweitliga-Anforderungen zu erfüllen.

 

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choreo

 

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Damit diese Anforderungen in der nächsten Saison auch in der 2. Bundesliga zum Tragen kommen, muss der KSC allerdings dringend Punkte sammeln. Nachdem der Aufsteiger am zweiten Spieltag noch von der Tabellenspitze grüßte, ging es nach und nach in der Tabelle nach unten. Dieser Negativtrend sollte gegen die Störche gestoppt werden, die wiederum sich gerne im Mittelfeld einnisten wollten.

Die besseren Chancen zu Beginn hatten zunächst die Gastgeber, gleich nach vier Minuten musste Gelios in höchster Not retten. Insgesamt war die Partie aber recht ausgeglichen. Ärgerlich war, dass Ole Werner bereits nach 22 Minuten gezwungen war, den ersten Wechsel vorzunehmen. Aleksandar Ignjovski kam für den verletzten Salih Özcan. Holstein zeigte sich aber keineswegs geschockt, ganz im Gegenteil. Alexander Mühling flankte von der rechten Seite einmal quer durch den Strafraum und fand am zweiten Pfosten Fabian Reese. Dieser konnte den Ball volley ins Karlsruher Tor befördern.

 

jubel

 

Nachdem Winterzugang Reese bereits gegen Darmstadt sehr engagiert gespielt hatte, also im zweiten Spiel gleich den ersten Treffer. Sehr schön! Und es sollte noch besser kommen: Fünf Minuten nach der Führung setzte sich Reese an der Grundlinie durch, chippte den Ball in die Mitte, wo Finn Porath den Ball einnickte. Der KSC tat sich extrem schwer, Holstein verpasste es allerdings auch, schon vor der Pause für die Entscheidung zu sorgen.

 

29. Januar 2020, Endstand 1:1

Ganz nüchtern betrachtet war es eine Punkteteilung im Mittelfeld der 2. Bundesliga vor 9600 Zuschauern. Doch irgendwie sind Fußballspiele abseits der bloßen Statistik selten etwas, was nüchtern betrachtet werden kann, sofern es aus der Sicht eines Fans ist.

 

herrmi

 

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Zum ersten Pflichtspiel 2020 reisten mit dem SV Darmstadt 98 gleich vier ehemalige Holsteiner an. Neben Mathias Honsak, Fabian Schnellhardt und Carsten Wehlmann war darunter natürlich auch der verlorene Fußballgott Patrick Herrmann, an dem ein anderes als das Holstein-Trikot immer noch befremdlich wirkt. Trotzdem immer wieder schön Herrmi im Holstein-Stadion zu sehen. Es bleibt wirklich zu hoffen, dass er nach seiner aktiven Zeit wieder bei den Störchen unterkommt.

 

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Ansonsten war aber nicht viel Zeit für Sentimentalitäten. Holstein, mit Winterpausen-Neuzugang-Rückkehrer Fabian Reese in der Startelf, hatte eigentlich von Beginn an die Kontrolle über das Spiel. Die Chancen waren zunächst aber eher semi-gefährlich, erst in der 23. Minute knallte Lee ein sattes Pfund gegen den Pfosten des Darmstädter Tore. Den Nachschuss konnte Iyoha nicht verwerten. Nach 30 Minuten hatten die Störche dann doch Grund zum Jubeln: Nach Vorarbeit von Lee war es mal wieder Zeit für die Kopfballramme von Stefan Thesker. 1:0 - und das war auch völlig verdient.

 

jubel

 

Die Chance direkt nachzulegen wurde allerdings verpasst und so musste Sekunden vor dem Halbzeitpfiff der Ausgleich hingenommen werden. Mit der ersten Darmstädter Chance durch Serdar Dursun stand es gleich mal 1:1. "Unnötig" war wohl eins der am häufigsten gebrauchten Wörter in der Halbzeitpause.

Max-Morlock-Stadion, 15. Dezember 2019, Endstand 2:2

Nürnberg in der Vorweihnachtszeit – das ist doch immer eine Reise wert. Und da Spieltagsplaner ja auch manchmal gute Ideen haben, wurde der KSV-Anhängerschaft die Möglichkeit dazu in dieser Saison gegeben.

 

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Allerdings waren auf dem ansonsten recht überfüllten Christkindlesmarkt weniger bekannte Gesichter zu erblicken als erwartet. Vielleicht wegen der deutlichen Niederlage gegen Osna, vielleicht aufgrund der Distanz, vielleicht aufgrund des parallel stattfindenden Derbys gegen die Marzipanstädter oder vielleicht weil viele den Sonderzug nach Dresden genutzt hatten und dieses Wochenende etwas „auswärtsmüde“ waren. Paar mehr Leute im Gästeblock wären in jeden Fall schön gewesen.

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kämpfen

 

flutlicht



Insgesamt war das Max-Morlock-Stadion aber auch ansonsten nicht wirklich restlos gefüllt, bei knapp über 25.000 bleiben im Rund (oder besser Achteck) doch einige Plätze frei. Der Fall aus der Bundesliga in die Abstiegsregion der 2. Bundesliga hinterlässt augenscheinlich seine Spuren in Franken. So wurden drei Punkte gegen Holstein dringend benötigt, wobei auch die KSV etwas zählbares gut gebrauchen konnte, um nicht wieder aus dem Mittelfeld in den Keller zu rutschen.

 

Personell musste Ole Werner etwas umbauen: Für den verletzten Gelios kehrte Reimann zurück in Tor, zudem musste der gesperrte Rotsünder Meffert durch Ignojvski ersetzt. In der Anfangsviertelstunde sah es auch danach aus, als wenn die Wechsel gut verkraftet werden könnten. Die KSV legte stürmisch los, die Hausherren hingegen wirkten nervös und ließen sich in die eigene Hälfte drängen. Holstein Manko: Wirklich Torchancen gab es nur wenige, am gefährlichsten war noch ein Distanzschuss von Iyoha nach 13 Minuten. Danach konnte sich Nürnberg immer mehr fangen, wirklich schön anzuschauen war das Gebotene aber auf beiden Seiten nicht. Nürnberg hatte aber immerhin ein Übergewicht in den Offensivaktionen, ein Torschuss kam aber nicht dabei heraus. Der Gegentreffer fiel dann durch einen quasi perfekt geschossenen Freistoß von Sörensen in der 38. Minute. Im Gegenzug dann die Möglichkeit für Kiel auszugleichen, Ein Trikotzupfer an Özcan wurde als strafstoßreif bewertet, der Gefoulte selbst führte aber schwach aus. So ging es mit einem unnötigen Rückstand in die Pause.

 

tortortor

 

ole

7. Dezember 2019, Endstand 2:4

Es gibt ja so Teams, die einem nicht liegen. Könnt ihr Euch noch an den letzten Sieg gegen Osnabrück erinnern? Gut viereinhalb Jahre ist das her im März 2015 rangen die Störche dem VfL im Holstein-Stadion ein 1:0 ab. Danach folgten, ob zu Hause oder in der Ferne, nur Niederlagen. Mit dem Rückenwind aus den letzten beiden Spielen gab es dennoch keinen Grund, pessimistisch ins letzte Heimspiel des Jahres, bzw. sogar des Jahrzehnts zu gehen. Trotzdem war die KSV gewarnt. Schließlich empfing man an diesem Sonnabend den Tabellennachbarn, der schließlich genau wie die Störche, erfolgreich gegen die Aufstiegsfavoriten Stuttgart und Hamburg gewesen ist. Zwar nicht ganz so voll wie gegen Hamburg, hatte sich eine ordentliche Zahl Anhänger aus Osnabrück im Gästeblock eingefunden.
 
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Fast erwartungsgemäß verzichteten beide Team auf eine anfängliche Abtastphase und warfen sich direkt ins Zeug. Bereits in der 2. Minute verpasst es Mühling nur knapp, zur frühen Führung zu treffen. Zwei Minuten später bot sich Iyoah die Chancen. Nach acht Minuten zappelte der Ball dann hinter Gelios im Netz, der Osnabrücker Torschütze stand jedoch deutlich im Abseits. Glück gehabt. Wieder zwei Minuten später war es denn Serra, der den Ball im gegnerischen Tor unterbrachte. Führung für die KSV.
 
jubel
 
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Bis dahin war es ein munteres Hin und Her. In den folgenden Minuten wurde es etwa ruhiger auf dem Platz. Bis der Kollege VAR wieder zuschlug. Nach einem Foul an Ex-Storch Heider im Strafraum griffen die Videoassistenten ein und nach genauerer Betrachtung entschied Referee Alexander Sather auf Strafstoß für die Gäste. Alvarez verwandelte eiskalt zum Ausgleich. Die Partie wieder mit etwas mehr Fahrt. Minute 40. brachte dann die erneute Führung für die Störche. Nach einem klaren Handspiel zeigte der Offizielle ohne zu zögern auf den Punkt, Alex Mühling verwandelte souverän zum 2:1.
 

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