„Möge der Geist des VfB Nordmark die bewährte Tradition fortsetzen und den Verein einer sicheren Zukunft entgegenführen“. (Fritz Clausen, Vereinschronik VfB Nordmark)

 

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Die Geschichten von „lost grounds“ sind selten fröhliche. Nicht immer ist es allerdings so, dass zusammen mit dem Stadion/Sportplatz auch der Verein stirbt. Im Fall vom VfB Nordmark Flensburg war dies leider der Fall. Im September 2015 wurde der noch auf dem Papier existierende Verein endgültig aufgelöst. Das Ende des 1921 gegründeten, ehemaligen Eisenbahnervereins hatte sich über mehrere Jahre erstreckt.

 

Im September 2012 hatte das Flensburger Tageblatt getitelt: „Ein Verein kämpft ums Überleben“, doch bereits ein Jahr vorher waren erste Ideen der Stadt öffentlich geworden, die bauliche „Lücke“ zwischen Bahnhof, Campus und Innenstadt attraktiv zu schließen. Damit standen auch erstmals Ideen zur Bebauung der Sportanlage am Mühlendamm alias Willi-Merkl-Platz samt umliegend genutzten Flächen des VfB Nordmark im Raum. Diese hatte der Verein von der Bahn gepachtet, nach Auslaufen des Vertrags besaß die Stadt aber ein Vorkaufsrecht (wohl aber nicht das nötige Kleingeld). Zunächst fanden klärende Gespräche statt, über einen neuen Heimplatz wurde nachgedacht, insgesamt kehrte auch sportlich vermeintliche Ruhe ein. Doch die unsichere Zukunft hing wie ein Damoklesschwert über dem Verein. Eine letzte Hoffnung war ausgerechnet der Sylter Mäzen Volker Koppelt, der schon bei anderen Vereinen vergeblich versucht hatte, in Richtung Profifußball durchzustarten.

 

Da sich der sportliche Erfolg auch in Flensburg nicht in kurzer Zeit einstellte, gab Koppelt im Mai 2014 seinen Ausstieg bekannt. Mit ihm sollte auch das letzte Aushängeschild, die Verbandsliga-Mannschaft verschwinden. Im Juni desselben Jahres fand sich niemand mehr, der im sterbenden Verein für den Vorstand kandidieren wollte. Im Herbst wurden die Schlösser am Vereinsheim ausgetauscht, im Winter wurde der Pachtvertrag von der Bahn fristlos gekündigt. Keine Mannschaften, keine Heimat – 94 Jahre Sportgeschichte, davon 40 Jahre in Nachbarschaft der Eisenbahn fanden ein trauriges Ende. Seitdem beginnt der Platz langsam zu verwildern.

 

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Der ehemalige Grandplatz ist inzwischen ein Rasenplatz und dient als Heimat für Kaninchen.

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Wann eine Bebauung stattfinden wird, steht in den Sternen. Ende des 19. Jahrhunderts befand sich an der heutigen Stelle der Sportanlage noch der Mühlenteich. Dazu kamen verschiedene Gebäude der Bahn inkl. einer Werkstatt für Lokomotiven. Neben möglichen Abfällen wie Farben, Lacke und Schweröl soll sich aber noch ein ganz besonderer Schatz unter der Erde verstecken. Direkt unter dem Hauptplatz soll gerüchteweise eine komplette Lok liegen, die nach Austrocknung des Mühlenteichs in selbigen versenkt worden ist.

 

Beim Besuch vor fünf Jahren rollte noch der Ball auf dem Willi-Merkl-Platz. Bilder aus besseren Tagen:

 

 

 

 

Die aktuellen Bilder und Teile des Textes stammen von Jens M. vom Fanzine „Blick über den Lahmannhügel.“

 
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