(Bala Town Football Club vs. Connah's Quay Nomads Football Club)

Maes Tegid, 10. November 2017, Endstand 1:1

Jedes häufiger bereiste Land Europas hat seine Vorzüge: In Dänemark gibt’s Fransk Hotdog und Christiania. Tschechien hat billiges Bier und fettige Klobasa, Italien Pizza und Pasta, Spanien Tapas und Sangria, Holland Frikandel, Polen Zapiekanka, Kielbasa und Module in freier Wildbahn. Dennoch muss ich gestehen, dass ich für Fußballtrips am liebsten auf die Insel (nicht Mallorca!) fliege. Neben der Sprache und den in der Regel einfach über das Netz zu buchenden Verkehrsmitteln, spricht natürlich auch die Fußball- und Pubkultur für das Vereinigte Königreich. Und so wurden Mitte Juli bereits Flüge nach Manchester für einen Wochenendtrip in der Länderspielpause im November gebucht. Für den Freitag waren zunächst 3 Spiele in der Welsh Premier League angesetzt. In den letzten Wochen wurden die Spiele der Cefn Druids und von Bangor City allerdings noch verlegt und so verblieb der Kick zwischen Bala Town und Connah’s Quay. Vom Manchester Airport ging es ereignislos per Zug über Chester nach Ruabon in Wales. Von dort sollte es nach knapp zweistündiger Wartezeit im Duke of Wellington (Pint zwischen 2,50 und 2,80 GBP) mit dem Überlandbus T3 weiter nach Bala gehen.

 

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Unsere vierköpfige Reisegruppe fand sich überpünktlich an der Bushaltestelle ein, an der noch zwei weitere Personen auf den Bus zu warten schienen. Mit einer kleinen Verspätung bog die T3 dann um die Ecke und alles machte sich zum Einsteigen bereit. Die Fahrerin schaute kurz aus dem Fenster, drückte aufs Gaspedal und fuhr an der Haltestelle vorbei. Geeeile Aktion! Nach Auskunft einer jungen Dame hätte man durch winken den Mitfahrwunsch signalisieren müssen… So hatten wir dann dankenswerterweise noch Zeit für ein Pint im The Vault (stabile 2,40 GBP) und konnten eine Stunde später den nächsten Bus nehmen. Dieser hielt nach wilder Winkerei auch tatsächlich an. Die Fahrt nach Bala sollte mit 5,70 GBP zu Buche schlagen, wobei der polnischstämmige Fahrer (Oleg) kaum Wechselgeld parat hatte. Am Wochenende würden bei ihm schließlich alle mit Scheinen bezahlen… Nach kurzer Diskussion durfte das Gefährt schließlich doch bestiegen werden. Oleg machte es Robert Kubica gleich und drückte das Gaspedal ordentlich durch, um uns nach knapp 1 ½ Stunden in Bala vor dem gebuchten Hotel rauszuschmeißen. Hier stärkten wir uns zunächst mit Pie, Burger und Fish & Chips, bevor es Richtung Sportplatz gehen sollte.

 

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Offiziell kann „Maes Tegid“ 3000 Zuschauern Platz bieten, 504 davon auf Sitzplätzen entlang der Gerade. Hinter einem der Tore ist noch eine kleine, überdachte Tribüne mit Stehplätzen vorhanden, auf der die Dorfjugend fleißig supportete. Die Wurzeln des Gastgebers reichen bis ins Jahr 1880 zurück. Höherklassig kickt Bala allerdings erst seit den 2000ern. In den letzten Jahren sogar auf europäischer Bühne. Über die erste Qualifikationsrunde ist man gegen Gegner wie den FC Vaduz oder AIK Solna aber nie hinaus gekommen.

 

 

Der Gast aus Connah’s Quay hätte mit einem Auswärtssieg die zwischenzeitliche Tabellenführung klar machen können. So blieb unter dem Strich ein leistungsgerechtes 1:1. Das Niveau im walisischen Nieselregen war natürlich nicht sonderlich hoch - kick and rush. Trotzdem wurde es nie wirklich langweilig, da die sich Akteure auf dem Platz nichts schenkten.

 

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