FC Fyn vs. Næstved, Odense Atletikstadion, Endstand 1:0

Odense BK vs. Brøndby IF, Fionia Park, Endstand 0:1

 

Mehr als ein Profiverein in einer Stadt - das ist in Dänemark außerhalb Kopenhagens eher eine Ausnahme. Und das die beiden Vereine dann auch noch in Stadien spielen, die direkt aneinander grenzen, dürfte sogar generell für ganz Europa eine Besonderheit sein.

 

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In Odense ist dies der Fall bei dem FC Fyn, dem kleineren Verein der beiden, der erst 2008 als Fusionsverein aus den Vereinen B 1909, B 1913 und Dalum entstand, und dem Odense BK, der sogar international kein unbekannter Name ist. Der FCF hat seine Heimat im kleineren Odense Atletikstadion, das für den Zweitliga-Alltag völlig ausreichend ist. Dass man aber auch bei Pokalspielen nicht in den Fionia-Park umziehen darf und dehalb sogar bei bekannteren Gegnern sein Heimrecht verliert, sorgt nicht gerade für ein gutes nachbarschaftliches Verhältnis. 

Dies und die Information, dass es beim FC Fyn die in Dänemark größten Frankfurter vom Grill gibt, erfuhren wir vor dem Spiel gegen Næstved von ein paar Vereinsoffiziellen, von denen man insgesamt sehr freundlich willkommen geheißen wurde (nachdem man versichert hatte, dass wir keine "Spioner" seien). Ähnlich wie vom Stadionsprecher, der uns zu Ehren gleich mal Nena rausholte (sicher nett gemeint). Danach war noch genug Zeit für einen Stadionrundgang mit Halt am Grillstand (wo man ein ganz klein bißchen wenig organisiert ist), wo es definitiv määächtige Grillwurst gibt


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- zudem mit frischen Zwiebeln. Lecker und ein Highlight in Stadion, dass ansonsten halt ein Leichtathletikstadion ist und von daher nicht gerade eng gebaut. Insgesamt bietet es 8000 Zuschauern Platz (diese Zahl durfte wohl nie erreicht werden), die Haupttribüne mag aber gefallen (auch wenn auf die kultigen, alten Holzbänke Sitzschalen ausgeschraubt werden mussten) und auf den Traversen der Gegengerade blühen schon zu diesem Zeitpunkt des Jahres diverse Wildblumen, was ja duchaus seinen eigenen Charme hat.


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Gegen Næstved finden sich geschätzte 500 Zuschauer (davon 4 Fyn-Ultràs und ca. 10 Gästefans) im Rund ein, die schauen wollen, ob der FCF in seiner ersten Zweitligasaison vorzeitig den Klassenerhalt klarmachen kann. Und so spielt man von Anfang an auf Sieg, wodurch sich eine kurzweilige und für dänische Zweitligaverhältnisse auch technisch überzeugende Partie entwickelt. Die wird durch den Treffer des Tages durch Lasse Vibe in der 39. Minute gekrönt. Dadurch dürfte der Ligaverbleib wohl unter Dach und Fach sein, was mit einer kleinen Humba gefeiert wurde.


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Statt Minigolf gibt es nach der ersten Partie des Tages für uns einen Besuch in unseren heißgeliebten Stadiongrillen, der zum Pflichtprogramm in Odense gehört. Da schmeckt es immer gut und seit neuestem werden die Burger-Patties selbstgemacht, genau wie die Pommes. Und wenn das nicht schon genial wäre, gibt es Sonntags noch, wie bei jeder guten dänischen Familie, Schweinekrustenbraten. Absolute Höchstwertung.


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Bilder vom ersten Teil des Tages hier.


Sehr gut gesättigt nimmt man Kanonschäge in nicht allzu  großer Ferne wahr, was ein unüberhörbarer Hinweis auf die Ankunft der Brøndby-Anhänger ist..


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Dank Stehplatzkarten für dsen Gästesektor kommen wir dann auch ein wenig  in den "Genuss" von Auswärtsfahrern. Der einzige Eingang in den BIF-Block führt durch ein kleines Tor, durch das immer nur ca. 10 Leute durchgelassen werden. Grandiose Idee bei über 1000 Anhängern, die vorm Tor warten.


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Ohne nennenswerte Quetschungen erreicht man eine 3/4 Stunde später die Stehränge, wo es schon gut voll ist. Brøndby stellt ja ohnehin immer einen respektablen Auswärtsmob, diesmal geht es aber zu OB, einem direkten Konkurrenten um die internationalen Plätze. Stimmungstechnisch ist schon vorm Spiel alles klar, OB hat zwar mehr Fahnen und Doppelhalter am Start, BIF ist aber nunmal einfach lauter. Auch weil von der ersten, bis zur letzten Reihe supportet wird. Auf dem Platz ist die Sache ausgeglichener, weshalb es zur Halbzeit gerechterweise 0:0 steht.


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Nach der Halbzeit könnte man kurzzeitig den Eindruck bekommen, dass Pyro in Dänemark legal ist - die ganze Kurve hüllt sich in gelb-blauen Rauch. Emotionen pur.


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Bis der Funke auch auf die Mannschaft überspringt dauert es allerdings noch bis zur 85.Minute, als der Ex-Nürnberger Jan Kristiansen nach einem Torwartfehler unbedrängt und direkt vor der BIF-Kurve, die daraufhin komplett ausrastet, einnickt.


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Die letzten Minuten sind dann nur Party,  Brøndby damit auf drei Punkte an die Euroliga-Plätze ran und wir rundum zufrieden mit dem Tag. Bilder vom zweiten Spiel des Tages hier.

 
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