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Harburger Turnerbund von 1865 vs. Afghanischer Sportverein Hamburg
Sportpark Jahnhöhe, Endstand 3:0
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Sonnabend, 18. Februar 2012, der Fußballnorden schaut nach Hamburg, denn mal wieder steht das Nordderby zwischen dem Hamburger SV und Werder Bremen an. Sympathien sind in diesem Fall in unserem Auto relativ klar verteilt, aber die Preise für Sitzplätze zwischen 84€ und 36€ sind nun ehrlich gesagt kein Schnapper und schrecken uns dann doch ab. Statt durchschnittlich für eine Karte 60 € auszugeben, machen wir aus demselben Betrag eine ganze Hoppingtour für vier Personen inklusive Benzin. Gut, den Komfort einer Arena kann man vielleicht nicht erwarten, dafür zwei unterhaltsame Spiele, einen Traditionsverein und lecker Stadionwurst.
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Die Auswahl der Spiele wird einem an diesem Wochenende vom Hamburger Fußballverband relativ leicht gemacht, fallen doch alle Ansetzungen auf Rasen- oder Hartplatz schon mal Witterung sei dank raus. So richtet sich der Blick der Planungscrew auf den Harburger TB, ein Name der Fußballkennern nicht unbekannt ist, genau wie mittelalten Holsteinfans.
Schließlich trafen sich Holstein und der HTB Ende der 1990er und zur Jahrtausendwende zweimal in der Oberliga Nord Hamburg/Schleswig-Holstein (zudem machte Henry Peper, Kulttorhüter der Störche, seine ersten Erfahrungen zwischen den Pfosten in Harburg – aber da können sich vielleicht nicht mehr so viele Leute dran erinnern). Ansonsten kann der Harburger TB immerhin Oberliga Nord von 1949-50 und von 1952-55, also Erstklassigkeit, vorweisen, schaffte es danach aber auch trotz ambitionierter Versuch nicht wieder in den höherklassigen Fußball. Der Tiefpunkt war von 2007-2009 in der neuntklassigen Kreisklasse erreicht, derzeit spielt man immerhin wieder zwei Stufen höher n der Bezirksliga.
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Zuhause ist der HTB (übrigens nicht nur die Fußballer des Vereins) auf der „Jahnhöhe“, die ihren Namen 1922 bekam, aber schon vorher als Sportstätte diente.Vor drei Jahren wurde die Anlage zu einer modernen Sportanlage ausgebaut, u.a. mit zwei Kunstrasenplätzen, wodurch die heutige Partie überhaupt stattfinden kann. Zutritt erhalten drei Studenten .und ein Schüler für insgesamt 8 € bei freier Platzwahl auf den Stufen, die sich auf einer Seite des Spielfeldes befinden. Insgesamt eine gepflegte, moderne Anlage – bei der mit dem alten Eingangstor zum Glück ein wenig Tradition und Geschichte erhalten wurde. Uns gefiel es auf jeden Fall ganz gut, auch die Verpflegung ging in Ordnung.


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Nachdem in der Vereinsgaststätte erstmal Bauernfrühstück für alle geordert wurde gibt es im Laufe des Spiels mit Muffins noch den passenden Nachtisch, wobei der Schreiber den Muffin durch eine gut gegrillte Krakauer für 2 € ersetzt. Zwar nur vom Gasgrill, dafür aber schön knusprig und, was uns besonders gut gefällt, mit geröstetem und dadurch ebenfalls schön knusprigem Baguette. Ein kleiner Lichtblick an einem ansonsten regnerisch-nebligen Tag, bei dem ein Großteil der Normalbevölkerung es sich lieber auf der Couch bequem macht. So finden sich bis Anpfiff auch nur rund 50 Leute beim HTB ein, die das Duell mit dem Afghanischen Sportverein (generell ist die Bezirksliga in Hamburg eine kleine Weltreise mit Kosova, Mesopotamien, Sporting Clube,...) interessiert. Das Spiel ist von Niveau her gar nicht so schlecht, wobei die Hausherren im Abschluss besser sind und so am Ende 3:0 gewinnen. Treffer sind durchaus sehenswert, besonders der letzte , ein wunderschönes Volleytor.
Hamburger Fußballclub von 2009 vs. Verein für Sport und Kultur Blau-Weiß Ellas Hamburg von 1981
Sportplatz Tifenstaaken, Endstand 3:0
Nach der Jahnhöhe geht es für uns vorbei an Stau (schön, wenn alle die linke und die Mittelspur blockieren, rechts außen aber frei ist) und der Müllverbrennungsanlage, in deren Nähe der glorreiche SVW gerade das im Auto umjubelte 2:0 schießt, zum zweiten Ziel des Tages. Das befindet sich nicht ganz so romantisch von Bäumen umgeben ist, sondern sich vielmehr im Schatten diverser Hochhäuser. Der Kunstrasenplatz im Julius-Vosseler-Weg macht den Eindruck, als wenn er gestern erst fertiggestellt wurde, die Stufen an den Seiten lassen hingegen vermuten, dass hier schon länger gegen den Ball getreten wird.
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Eigentlich ist der Sportplatz Tiefenstaaken der Homeground von Grün-Weiß Eimsbüttel, aber auch der Hamburger FC trägt hier seine Heimspiele aus. Der HFC ist ein ziemlich junger Club, der erst 2009 von einigen Fußballbegeisterten gegründet wurde, die ihrem Verein den seit 90 Jahren vakanten Namen(der Hamburger FC von 1888 ging damals im „Fusionsverein“ Hamburger SV auf) gaben.
Gegner heute ist der VSK Blau-Weiß Ellas Hamburg (von Afghanistan am Nachmittag geht es gegnertechnisch also weiter nach Griechenland) und nach einem Blick in die örtliche Fachpresse stellen wir fest, dass es das Duell zwischen dem Tabellenletzten und dem Vorletzten ist. Von daher sind wir auch zunächst von dem annehmbaren Niveau und den ansehnlichen Spielzügen angenhem angetan. Allerdings hält dieses Niveau nur ca. 10 Minuten, danach wird mächtig auf das Schienbein des Gegners gehackt. Wir fragen uns ehrlich, wann dem Schiedsrichter die Karten ausgehen. Entscheidend ist dann auch nicht die Stärke, bzw. das Können der Sturmreihen, sondern vielmehr das Unvermögen in der Defensive, was aber durchaus unterhaltsam ist. Und der Torhüter der Hansestadt-Griechen macht zumindest an diesem Tag einen ziemlich überforderten Eindruck und lässt nicht nur einmal Zweifel an seinem räumlichen Vorstellungsvermögen aufkommen. Am Ende steht es nur 3:0 für die Hausherren und bei den Platzverweisen 1:1, wobei sich der HFC-Spieler bei der Gelb-Roten Karte noch von den Zuschauern feiern lässt. Davon sind zu Spielbeginn übrigens inklusive uns ganze acht anwesend, nach Ende des Nordderbies verdreifacht sich diese Zahl aber immerhin noch.
Unser Fazit für den Nachmittag ist auf jeden Fall, dass wir die richtige Wahl getroffen und in der Endabrechnung für vier Personen tatsächlich nicht mehr bezahlt haben, als durchschnittlich für eine Karte beim HSV.
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