Stadion Wilhelmshöhe, 31. März 2018, Endstand 0:2

 

Auch wenn die „Holsaten“ aus Elmhorn stolz die blau-weiß-roten Landesfarben tragen und in ihrem Wappen das Schaumburger Nesselblatt zu sehen ist – ihr fußballerisches Zuhause ist der Hamburger Fußballverband. Und dort waren auch schon die beiden Vorgängervereine FC Holsatia Elmshorn (1907 gegründet) und SuS Elmshorn (1908 gegründet) beheimatet. Ein Konstante der Vereinsgeschichte sind die Versuche der Fusion mit dem Elmshorner MTV, dem die „Holsatia“ inzwischen seit 2005 wieder angehört.

 

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Noch deutlich vor dem Lokalrivalen „Raspo“, der inzwischen im FC Elmhorn aufgegangen ist, konnten „die Tapferen“ Erfolge feiern. In den 1920ern und nach dem 2. Weltkrieg gehörte Holsatia dem Oberhaus des Hamburger Fußballs an. In den 1960ern konnte sich der Verein zudem für die Endrunde um die Deutsche Amateurmeisterschaft qualifizieren und verpasste nur knapp die Aufstiegsrunde zur Regionalliga. In den 1980ern gelang letztmalig ein Aufenthalt in der Beletage des Hamburger Fußballs – inzwischen ist der Club in der Kreisliga von solchen Höhen doch etwas entfernt.

 

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Trotzdem entpuppt sich der Besuch auf der „Wilhelmshöhe“ als ein kleines Highlight. Hier ist die „Holsatia“, nachdem vorher auf dem Gelände der Reit- und Fahrschule (Elmshorn ist neben Michael Stich, Tim Mälzer und Kölln Flocken vor allem für Reitsport, unter anderem aufgrund des Duos Fritz Tiedemann und „Meteor“, berühmt), seit 1910 zuhause. Und tatsächlich springt das Herz des Fußballromantikers vor Freude, als er am Ende der Stichstraße den wunderschönen Stadioneingang erblickt. Und auch ansonsten kann sich die Spielstätte sehen lassen: Neben Stufen zu beiden Längsseiten, die auf einer Seite von alten Eichen begrenzt werden, gibt es auf der Gegengeraden sogar eine kleine Tribüne.

 

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Was leider größtenteils trotz kostenneutralem Eintritts fehlt, sind Zuschauer. Beim Kreisliga-Kick gegen die Zweite des SC Pinneberg sind es wirklich nur eine Handvoll, für die sogar die sogar die „Holle-Bar“ geöffnet hat (und leckere Currywurst verkauft).

 

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Okay, das Wetter ist so mittel (wobei es immerhin schneefrei ist) und das spielerische Niveau hält sich in Grenzen, trotzdem machen den Schreiber solche Kulissen immer wieder traurig. Stattdessen hocken die meisten „Fußballfans“ an solchen Nachmittagen wohl doch lieber vor der Sky-Konferenz und reden etwas über Tradition.

 

Immerhin ist noch eine kleine Gruppe Rentner da, die sich mit dem Assistenten über das Schicksal der Zweiten Mannschaft unterhält und ansonsten das Spielgeschehen gekonnt kommentiert. „Montag gibt es die nächste Chance“, heißt es, als es am Ende eine 0:2-Niederlage im Mittelfeld-Duell setzt...

 

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...tatsächlich wird diese Chance genutzt und die Zweite von Roland Wedel, nachdem die Gäste bereits nach zwei Minuten geführt hatten, mit 2:1 besiegt. Die Rentner dürften wieder da gewesen sein. Hoffentlich irgendwann auch wieder weitere Zuschauer. Mit einer Neustrukturierung des Herrenbereichs (in zwei bis drei Jahren soll es wieder in die Bezirksliga gehen) und dem Bau eines Kunstrasen-Trainingsfelds sind die Weichen immerhin auf Zukunft gestellt.

 

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