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Eigentlich hätte hier ein Hoppingbericht aus England stehen sollen. Da es aber diverse Probleme gab und ich kein Spiel sehen konnte, muss ich euch leider enttäuschen, werde aber als Entschädigung ein paar Zeilen zur theoretischen Planung einer Fussballtour verfassen. Immerhin wurde ich ja schon oft gefragt, wie ich das immer mache, soviel durch die Weltgeschichte zu fahren und vielleicht hilft es ja auch ein wenig, mir den Frust von der Seele zu schreiben.
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Als Beispiel werde ich zufälligerweise den von mir geplanten Trip vom letzten Wochenende beschreiben: Alles fing im Dezember an, als ich langsam begann, einen Flug für das Spiel Westham vs. Millwall am 4. Februar zu suchen.
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Da dieses zu dem Zeitpunkt noch nicht fest terminiert und wie bereits beim Hinspiel eine sehr frühe Anstosszeit möglich war, entschlossen ich und drei weitere Mitfahrer auf jeden Fall Freitag anzureisen und erst am Sonntag zurück zu fliegen. So stellten wir sicher, auf jeden Fall den Samstag komplett Zeit zu haben, um dieses oder anderes ein Spiel zu sehen. Nach dem Studium der Flugpläne bei bei Ryanair über Billund oder Bremen und Easyjet über Hamburg fiel die Wahl auf letztgenannte Fluggesellschaft, weil dort der Flug mit 75 Euro vertretbar war. Da der Abflug am Freitag um 10:55 Uhr erfolgen sollte, musste ich dafür Nachtschicht sei Dank auch keinen Urlaub einreichen und hoffte aufgrund der frühen Ankunft um 11:35 Uhr Ortszeit nach etwas Schlaf auch noch was vom Nachtleben zu haben. Nächster zu klärender Punkt waren die zwei Übernachtungen vor Ort. Obwohl mein Reisegefährte Stef über Suchmaschinen Alternativen ermittelt hatte, fiel die Wahl nach Rücksprache mit einer zeitgleich reisenden Kieler Gruppe erneut auf das Generator. Hier sollten 2 Nächte 60 Ois kosten, so dass wir mit 135 Euro Anreise und Übernachtung sicher hatten. Nachdem das Spiel endgültig festgelegt wurde, hieß es auf den Vorverkauf und die Verkaufsregeln zu warten. Dass es ein Risikospiel wird und schwer werden könnte Tickets zu erhalten, war uns klar, aber irgendwie hofften ich und Stef schon dank unserer Millwall Memberships an Tickets zu kommen. Der Rest musste abwarten, wie Westham verfahren würde und wurde wie zu erwarten enttäuscht.
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Karten gab es nämlich nur für Member die bereits einmal Karten bestellt hatten, aber da diese 30 Pfund kosten sollten, hatte eh keiner eine erworben. Aber auch für uns hiess es 2 Tage später umplanen - Dauerkarteninhaber hatten Vorkaufsrecht und der Gästeblock war bereits nach einem Tag ausverkauft. Da ich aber nicht völlig naiv bin, hatte ich natürlich schon vorher grob Spielpläne, Karten und Zugpläne studiert und Alternativen gefunden. An erster Stelle stand der Länderpunkt Wales. Die geringe Entfernung Cardiff – London sollte ja machbar sein und so fand ich mit Cwmbran Celtic - Cambrian & Clydach ein Spiel, welches mit einmal umsteigen und knapp 2 Stunden Fahrtzeit gut erreichbar war. Nachdem der Weg Bahnhof-Stadion bei google Maps ausgedruckt war, ging es weiter. Aufgrund der eventuell zu erwartenden Wetterlage und Ausfallgefahr wollte ich nämlich ein höherklassiges Spiel in Reserve haben und entschied mich mit 60 Minuten Fahrtzeit für Coventry vs. Ipswich in der Championship. Aufgrund des bisherigen Zuschauerschnitts brauchte ich mir da auch keine Sorgen um Karten machen und konnte bei Bedarf spontan entscheiden. Als letztes wollte ich noch ein Spiel in London selbst haben, da ich ja Freitag direkt aus der Nachtschicht starten wollte und keinen Plan hatte, ob ich Samstag rechtzeitig zu den oben genannten Reisen aufstehen würde. Höherklassig war hier nix neues oder ansprechendes machbar, so dass ich mich unterklassig umschauen musste. Einen groben Überblick über in Frage kommende Ligen konnte ich mir hier verschaffen und anschliessend wurden sofort die Spielpläne und Vereinseiten (einfach über google) studiert.
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Am Ende war ich mit der Wahl Wembley FC in der Combined Counties League (Level 9) recht zufrieden, da diese über ein recht nette Stadion verfügten, gut zu erreichen waren und dann sogar kurz in Abstecher zum Wembley Stadium möglich war.
Soweit die Theorie. Da ich drei Spiele zur Auswahl und damit alle Optionen hatte, wollte ich den Rest spontan entscheiden und freute mich darauf endlich zu starten. Aber erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Auf dieser Reise sollte nämlich alles schief gehen. Es fing schon bei der Anreise zum Flughafen an. Wir hatten schon zwei Stunden einkalkuliert und mussten feststellen, dass uns heftige Schneefälle einen Strich durch die Rechnung machten. Innerhalb von einer Stunde brach der gesamte Verkehr zusammen und dank Räumfahrzeugen, Vollsperrung, Stop and Go usw., durften wir dem startenden Flugzeug nur noch zuwinken. Immerhin konnten wir unseren Flug noch umbuchen was uns 80 Euro kostete und neun Stunden Aufenthalt am Terminal 1 vom Flughafen einbrachte. Da ich, wie oben erwähnt, ja direkt aus der Nachtschicht kam, war ich natürlich hoch erfreut und irgendwann im Laufe des Tages auch recht fertig. Von daher ging es dann direkt nach der Ankunft ins Londoner Hostel um 23:30 Uhr nach 36 Stunden mit dem Umweg über ein Frustcider sofort ins Bett.
Am nächsten Tag musste ich mich entscheiden, welches der Spiele ich ansteuern wollte. Aufgrund der Wetterlage war mir die Fahrt nach Wales zu risikoreich und nach Coventry sollte es Probleme bei den Zügen geben. Da ich nach dem Vortag keine große Lust hatte diverse Male umzusteigen und das Wetter vor Ort eigentlich okay war. fiel die endgültige Wahl auf Wembley, was ja eingeplant und auch vertretbar war. Aber auch hier traten Probleme auf: Ein kurzer Kontrollanruf im Calcio Culinaria HQ ergab, dass in England sämtliche unterklassigen Spiel ausfielen oder gefährdet waren. Selbst in der zweiten und dritten Liga gab es Ausfälle, so dass ich dieses Spiel abschreiben konnte. Während die anderen Watford noch problemlos ansteuern konnten, musste ich ganz schnell umplanen, da dieser Ground bereits gekreuzt war. Die Wahl fiel dann auf Brighton.
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Dafür musste ich mich aber beeilen und so saß ich 40 Minuten später bereits im Zug und versuchte unterwegs Infos zum Spielort und der weiteren Anreise vor Ort zu ermitteln, was dank der Telefonverbindung nach Kiel gut gelang. Abgesehen davon, dass ich später nach dem einmaligen Umsteigen im völlig überfüllten Zug nach Falmer (wo sich der Ground befindet) fest steckte. Die Anzahl und Lautstärke der Fucking… Sätze stieg rapide, man kam 10 Minuten zu spät am Zielbahnhof an, aber bis dahin klappte dann alles doch noch recht gut. Wenn da nicht das Problem gewesen wäre, dass ich ein "Sold Out"-Spiel erwischt hätte und unverrichteter Dinge wieder abreisen durfte.
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Das war der Supergau und trotz des späteren und netten Abends im Pub war ich doch recht gefrustet .
Dass wir dann am nächsten Tag noch massiv Verspätung beim Rückflug hatten und ich mehr oder weniger direkt zur Arbeit durfte, passte dann zum ganzen Wochenende.
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