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Heinrich-Germer-Stadion, 3. Dezember 2011, Endstand 1:2
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Da auf den letzten Tripps nach Magdeburg das Sightseeingprogramm etwas knapp ausgefallen war, wollten wir dies beim Auswärtsspiel in Halberstadt nachholen. Wichtigster und eigentlich auch der einzige Programmpunkt war dabei das Heinrich-Germer-Stadion im Stadtteil Sudenburg. Sicher alles andere, als eine moderne Arena, dafür aber ein Ground, der eine durchaus interessante Geschichte vorweisen kann. Bereits 1920 wurde es als Stadion am Königsweg erbaut, ein Name der 1952 in den besser zum neuen Staat passenden Namen Heinrich-Germer-Stadion (Germer war ein 1952 verstorbener SED-Politiker und Stadtrat für Volksbildung und Kultur in Magdeburg) umgeändert wurde.
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Heimvereine waren die FCM-Vorläufer BSG Stahl Magdeburg, Motor Mitte Magdeburg und SC Aufbau Magdeburg - Motor Mitte stellte 1955 auch den Zuschauerrekord mit 22.000 Zuschauern gegen Lok Stendal auf. Der FCM zog dann zwar ins Ernst-Grube-Stadion um, kehrte aber noch zweimal an die alte Wirkungsstätte zurück, von 2005-2006 (als das Ernst-Grube-Stadion abgerissen wurde) und zuvor bereits von 1979 bis 1981, wodurch das Heinrich-Germer-Stadion zu Europapokal-Ehren kam.
Große Namen, wie FC Arsenal und Torino Calcio gaben sich im HGS die Ehre, das damals allerdings mit Zusatztribünen ausgestattet war. Heute finden nach dem letzten Umbau 4.990 Platz im Stadion, die größtenteils auf unüberdachten "oldschool" Stufen Platz finden - oder auf den rund 100 überdachten Sitzplätzen, die an alte Schulstühle erinnern und sich auf der "Haupttribüne" befinden. Deren Dach dient zusätzlich noch als Kamerapostion. Zusätzlich befindet sich hinter einem Tor noch eine Anzeigetafel.
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Inzwischen wird das Stadion nur noch von der Zweiten und Jugendmannschaften des FCM genutzt, außerdem ist der Homeground vom Magdeburger SV 90 Preußen, der Fußballabteilung des Hauptvereins Magdeburger Sportverein 1990. Dieser geht zurück auf den Magdeburger F.C. Preussen, der bereits 1899 gegründet wurde. Drei Jahre später wurde der Name in M.S.C. Preussen 99 geändert und man erhielt die schwarz-weiße Spielkleidung mit dem schwarzen Adler als Vereinswappen. Nach dem Krieg folgte die Auflösung durch die sowjetische Besatzungsmacht und es folgte die Gründung der Betriebssportgemeinschaft Krupp-Gruson, aus der 1952 zunächst Eintracht Sudenburg, dann Stahl Magdeburg und schließlich die BSG Motor Mitte Magdeburg wurde. Deren Fußballabteilung spielte ab 1952 vier Jahre in der zweithöchsten Spielklasse, der DDR-Liga. Die erfolgreichen Fußballer wurden dann allerdings dem Oberligaverein SC Aufbau Magdeburg angegliedert aus dem 1965 der 1. FC Magdeburg angegliedert wurde. Die BSG Motor Mitte hingegen blieb bis zum Ende der DDR unterklassig und wurde nach der Wende in den Magdeburger SV 90 umgewandelt, aus dem 1997 der Magdeburger SV 90 Preußen hervorging. Der größte Erfolg der Preußen war der Gewinn des Landespokals 2005 und die daraus resultierende Teilnahme am DFB-Pokal, wo man in der ersten Runde allerdings Arminia Bielefeld mit 0:3 unterlag. Aktuell schlägt man sich ziemlich gut in der Verbansliga Sachsen-Anhalt und führt die Tabelle an.
Der Gegner, die Reserve des Halleschen FCs ist derzeit Tabellendritter, also ein echtes Spitzenspiel, dass auch gleich recht rasant begann. Dabei waren es die Gäste, die zunächst das Spiel machten und innerhalb von wenigen Minuten gleich zu mehreren Topchancen kamen, die allerdings von Keeper und Torlatte verhindert wurden. Und nachdem die Anfangsoffensive der Hallenser überstanden war, kamen auch die Preußen zu guten Möglichkeiten, die aber ebenfalls den Ball nicht über die Linie brachten.
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Insgesamt entwickelte sich ein Spiel auf einem durchaus hohen Niveau, bei dem David Haider Kamm Al-Azzawe nach der Pause das 1:0 für den HFC erzielen konnte. Allerdings begann nachfolgend Magdeburg zu drücken, was mit dem Ausgleich in der 66. Minute belohnt wurde. Je länger das Spiel dauerte, desto zerfahrener und unnsehnlicher wurde das Spiel. Wobei man in der 89. Minute voll entschädigt wurde, satter Schuss von Marcel Trojandt aus rund 20 Metern direkt unter die Latte zum 1:2-Endstand.
Insgesamt sahen die Partie nur 80 zahlende Gäste (mit Vereinsmitgliedern dürften es rund 100 Zuschauer gewesen sein - auf die nervigen Mutties aus Halle hätten nicht nur wir gerne verzichtet), was wohl hauptsächlich am miesen Wetter mit Dauerregen und Temperaturen unweit des Gefrierpunktes gelegen haben dürfte. Diejenigen, die es ins Stadion geschafft hatten, durften sich aber immerhin über beste Verpflegung vom Holzkohlegrill freuen.
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Neben zwei Sorten Bratwurst und Frikadellen, erfreute uns vor allem der Anblick von in Paprikamarinade wartenden Nackensteaks, die bei Bestellung auf das heiße Rost wanderten. Außen knusprig gegrillt und innen saftig wurde das halbe Schwein dann in ein auf dem Grill geröstetes Brötchen platziert, wahlweise mit Senf oder Ketchup serviert. Sehr, sehr gut und zudem aufgrund der Größe auch sättigend (und das für 3 Euro). Mit solch einer Köstlichkeit und einer Tasse heißem Glühwein wurde das miese Wetter dann auch ganz erträglich. Von daher war es ein sehr lohnender Abstecher vor dem Auswärtsspiel in Halberstadt. |