Hermann-Neuberger-Stadion, 10. Februar 2017, Endstand 3:2

 

Die Ansetzung des Lauternspiels auf den Freitagabend bot die Gelegenheit, am Samstag noch irgendwo ein Spielchen mitzunehmen. Die Wahl fiel dann auf eine Heimpartie des FC Saarbrücken. Prinzipiell wär auch ein Doppler mit Metz locker machbar gewesen, aber dank einer guten Zugverbindung zurück nach Nürnberg wurde es dann doch nur dieses Match. Schon verrückt, vor gar nicht langer Zeit durften wir noch mit dem Traditionsverein aus der saarländischen Landeshauptstadt die Klingen kreuzen, heute trennen Holstein und den FCS zwei Ligen. Nach dem Abstieg aus der 3. Liga 2014 scheiterte man direkt in der Folgesaison als Zweiter in der Aufstiegsrelegation an den Würzburger Kickers. Nach den Plätzen 7 und 3 in den darauffolgende Tendenz wieder zwar klar nach oben. Vor diesem Spieltag führt man die Regionalliga Südwest souverän mit 13 Punkten Vorsprung an. Dass das aber am Ende nicht viel wert sein muss, weiß man in der Südwest im Allgemeinen sehr gut, zogen doch beide Vertreter in den letzten Jahren immer – mal mehr, mal weniger dramatisch – den Kürzeren.

 

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Aufgrund des langwierigen Umbaus des heimischen Ludwigsparks trägt der FCS seine Heimspiele von 2016 an bis voraussichtlich 2019 im benachbarten Völklingen. Völklingen ist eine alte Bergbau- und Stahlstadt: dementsprechend „hübsch“ gestaltet sich der Fußweg vom Bahnhof zum Stadion auch. Bis auf das Alte Rathaus gibt es eher weniger Hingucker, dafür wird man direkt von der Völklinger Hütte empfangen und Schornsteine prägen das gesamte Stadtbild.
Nach zwei km ist das Hermann-Neuberger-Stadion des aktuellen Ligakonkurrenten SV Röchling erreicht.

 

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Von den ca. 8400 Plätzen sind lediglich 600 überdachte Sitzplätze auf der kleinen Tribüne, der Rest sind offene Steher. Diese befinden sich links und rechts der Tribüne. Die Stehblöcke enden jeweils in den Kurven, neben dem Gästeblock läuft die Kurve als grasbewachsener Wall weiter, der zur gegenüberliegenden Eckfahne hin schließlich sanft ausläuft. Der Ground atmet noch durch und durch den Geist vergangener Jahrzehnte: Laufbahn, freistehende Imbissbuden und ein schönes Dixiland ;)

 

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Erfreulicherweise reihen sich die Buden dicht an dicht, sodass man ohne lange Wartezeiten an Getränke und Grillgut gelangt. Auswahl ist genügend vorhanden, der Testkandidat hört dann auf den Namen „Rostwurst“. Gut temperiert, fein gewürzt, knackig und als Brötchen ein fluffiges Rundstück statt der üblichen trockenen Schrippe – ein perfekter Start in den Fußballnachmittag. Der wartet mit einem stimmungsmäßig unspektakulären, dafür tabellarisch durchaus interessanten Duell auf, denn zu Gast ist heute die Freiburger Zweitvertretung, die auf Rang 4 rangiert. Das Spiel will wohl der Wurst in nichts nachstehen und so legt Saarbrücken gleich los wie die Feuerwehr: nach Flanke von links fälscht ein Freiburger ins eigene Gehäuse ab. 1-0 für den FCS in der ersten Minute. Frühe Führung für den Gastgeber? Da war doch was…

 

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Blau-Schwarz bleibt am Drücker und legt bereits in der 11. Minute nach. Wieder wird die Freiburger Hintermannschaft schnell überspielt, diesmal mit einem Zuckerpass in die Nahtstelle der Innenverteidigung. Einmal noch den Torhüter umkurvt und es steht 2-0. Saarbrücken dominiert den Gegner nach Belieben.
Als nach einer halben Stunde auch noch ein berechtigter Foulelfmeter zum 3-0, gleichzeitig der Pausenstand, verwandelt wird, ist das gefühlt schon die Vorentscheidung. Im zweiten Durchgang kommt man dann auch mit einigen Heimfans ins Gespräch. Die Themen kreisen munter rund um das Störchegastspiel auf dem Betze, die Unzufriedenheit mit der Stadt, was den Umbau des Ludwigsparks angeht und – natürlich – die Relegation. Nebenbei lassen es die Hausherren gemächlicher angehen, was sich naturgemäß rächt. Die Gäste verkürzen ihrerseits per Strafstoß zum 1-3 in der 67., aber das 2-3 fällt dann einfach zu spät, um den völlig verdienten Heimsieg noch zu gefährden.

 

Bei Saarbrücken spielt mit Marlon Krause übrigens ein ehemaliger Storch, der aber verletzungsbedingt leider nicht zum Einsatz kam. Warum man aber zur Karnevalszeit einen Pierre Fassnacht auf der Bank lässt, bleibt mir dann doch ein Rätsel…

 
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