Sportanlage Tannenhof, 27. April 2018, Endstand: 2:0

 

Britannia versus Germania – das klingt schon fast nach einer epischen Schlacht, ist aber „nur“ ganz entspannter Amateurfußball. ;)

 

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Auf längeren Auswärtstouren hat es bei CCK inzwischen eine gewisse Tradition die Pausen statt auf irgendeiner Raststätte lieber bei einem schönen Amateurkick in der Nähe der Autobahn zu verbringen. Führt die Route über die A7 ist dies meistens irgendwo in Hessen der Fall. So wurden schon die SG Niederaula/Hattenbach und die SG Aulatal angesteuert, beide in direkter Nachbarschaft des Kirchheimer Dreiecks gelegen. An diesem Freitag sollte es noch ein Stück weitergehen, in den Südosten der Barockstadt Fulda, wo im Westlichen Rhönvorland die Gemeinde Eichenzell liegt. Dreieck Fulda, zweimal abgebogen – und schon wurde das Auto vor dem Platz des FC Britannia Eichenzell geparkt.

 

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Rosenaustadion, 28. April 2018, Endstand 0:0

 

Kam adj 28 gen Augspurg, Gott hab lob und dank, er mir so gnedig her verholfen hat.

 

Während des Studiums durfte sich ein Teil von CCK über ein halbes Jahr mit dem spätmittelalterlichen Tagebuch des Fernkaufmanns Lucas Rem beschäftigen, der zwar durch ganz Europa reiste, aber doch immer dankbar war, in seine Heimatstadt Augsburg zurückzukehren. Um so viel vorweg zu nehmen: Nach dem Besuch der Stadt und des Rosenaustadions (das dürfte jener Lucas Rem eher nicht mehr kennengelernt haben) kann diese Liebe zu einer der ältesten Städte Deutschlands mehr als nachvollzogen werden. Wir waren beeindruckt.

 

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Die Ursprünge des heutigen Augsburgs liegen dabei in einem römischen Heereslager und der Provinzhauptstadt Augusta Vindelicorum. Zum Ende der Renaissance entwickelte sich die Stadt dann zu einem der bedeutendsten Handels- und Wirtschaftszentren der Welt, verantwortlich hierfür waren die einflussreichen Handelsfamilien der Fugger und Welser. Noch heute sind die Spuren dieser großen Epoche noch überall zu sehen – auf einem Rundgang bei fast schon sommerlichen Wetter werden das Rathaus, der Perlachturm und die Fuggerei angesteuert, aber natürlich wird sich auch Zeit für den Stadtmarkt und einige Augsburger Spezialitäten genommen.

 

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Zwei Stunden vergehen wie im Flug, doch dann ruft Hauptgrund für die Reise in bayrische Schwaben. Und das ist das Rosenaustadion. „Eine der größten und modernsten Anlagen im Bundesgebiet“ oder „Eines der schönsten Stadien Europas“ titelten die Zeitungen 1951 bei der Eröffnung des Baues, der das Herz von Stadionnostalgikern höher schlagen lässt. Tatsächlich war das Stadion der erste große Stadionneubau in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg und war lange Zeit eine der wichtigsten Sportanlagen im Freistaat, deren Bedeutung als Austragungsort für Länderspiele und -wettkämpfe erst mit dem Bau des Münchener Olympiastadions verloren ging.

 

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Das beeindruckende Gefühl beim Betreten des klassischen Stadion-Ovals, das seit 2014 unter Denkmalschutz steht, ist hingegen geblieben. Auf der Gegengrade ragen die teils bestuhlten Traversen steil nach oben, auf der anderen Seite befindet sich die wunderschöne Haupttribüne, die mit Holzsitzen ausgestattet ist. Diese dürften ältere Semester an ihre Schulzeit erinnern. Abgerundet wird der Bau durch die Flutlichtmasten Marke Fliegenklatsche und die Anzeigetafel, auf der per Hand die Nummern gewechselt werden. Offiziell ist das Stadion für 28.000 Zuschauer zugelassen, Platz würden aber 31.300 finden.

 

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Fußball, Feldhandball und Leichtathletik lockten früher noch größere Zuschauermassen an, 1973 verfolgten 42.000 Schlachtenbummler das Regionalliga-Duell zwischen dem FC Augsburg und dem 1. FC Nürnberg, zum Länderspiel der Deutschen Nationalmannschaft gegen die Schweiz kamen in Jahr 1952 sogar knapp 65.000 Zuschauer. Bei diesem Länderspiel wurde der Grundstein für den späteren WM-Kader gelegt, weshalb dieser auch den Beinamen „Augsburger Elf“ bekam. Im „Alltag“ wurde das Rosenaustadion zunächst vom Ballspiel-Club Augsburg (mit dem legendären Helmut Haller), der später mit der Lizenzspielerabteilung des TSV Schwaben Augsburg zum FC fusionierte, genutzt. Zudem trug 2001 der TSV 1860 hier seine UI-Cup-Spiele aus.

 

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Die letzte große Modernisierung erhielt das Stadion 2007, als unter anderem eine Rasenheizung verlegt wurde. Zwei Jahre später zog der FCA allerdings in die neugebaute WWK Arena um, allerdings nutzen die Zweite und Frauen weiterhin die traditionsreiche Spielstätte. Und so können die Freude klassischer Spielstätten immer noch Spiele, wenn auch vor eher kleinerer Kulisse, in diesem wunderschönen Stadion verfolgen.

 

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Zum Mittelfeldduell der Regionalliga Bayern ist der FV Illertissen angereist. Der FVI gelangte vor ein paar Jahren mit seinem Ein-Mann-Away-Mob zu einer gewissen viralen Bekanntheit. „Illertissen spielt international“, ist zwar im Rund nicht zu vernehmen, trotzdem befinden sich unter den 250 Zuschauern einige Anhänger des Gastes. Diese sind dann eher Oldies als Ultràs und genießen die top Verpflegung und das gute Wetter.

 

Weidachsportplatz Füssen, 02. April 2018, FC Füssen II - SG Geisenried 1:1

 

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Karl-Fleschutz-Sachs-Stadion, 07.04.2018, Endstand 2:2

 

Obwohl ich privat bedingt schon unzählige Male durch Lichtenfels durchgefahren bin, hatte ich es bisher doch nie auf die Kette bekommen, mal beim hier heimischen 1. FC vorbeizuschauen. Dabei verfügt die Deutsche Korbstadt mit ihren rund 20.000 Einwohnern nicht nur über eine hübsche Altstadt, sondern auch über eine kleine Stadionperle. Anlass für den neuerlichen Besuch in Lichtenfels war das Ragnarök, ein zweitägiges Metalfestival.

 

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Praktischerweise liegt das Karl-Fleschutz-Stadion auch direkt neben der Lichtenfelser Stadthalle, dem Veranstaltungsort des Events. So wird de facto nur eine interessante Band verpasst und dafür bei herrlichem Frühlingswetter ein toller Ground geentert. In der Landesliga ist oftmals eine Tribüne das höchste der Gefühle, hier aber gibt es ein Stadion beinahe mit Vollausbau: Haupt- und Gegentribüne sind überdacht und würden für die meisten Regionalligisten locker ausreichen, auch der südliche Hintertorbereich bietet zumindest eine kleine Stehterrasse.

 

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Ich ging vor der Partie davon aus, dass sich vielleicht zehn schwarze Gestalten hierher verirren würden, schließlich sind die fußballaffinen unter den Metallern doch eher rar gesät. Naja, man muss überholte Denkmuster wohl auch mal ad acta legen können. Bis zum Anpfiff sammeln sich jedenfalls mindestens 50 von diesen und gemeinsam wird ein netter „schwarzen“ Block gebildet.

 

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Stadion am Fliesenwerk, 17. März 2018, Endstand 0:2

 

Der wilde, wilde Osten fängt gleich hinter Gudow an. ;) Naja, diese an Truck Stop angelehnten Zeilen sind sicher nicht ganz falsch, wobei Mecklenburg-Vorpommern immer nur bedingt Ostdeutschland ist. Zwar war das Bundesland ein Teil der DDR, andererseits wird man bei der Begrüßung „Moin“ auch nach 12 Uhr nicht fragend angeschaut. Das spricht eindeutig für Norddeutschland - alles ist halt relativ.

 

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Das gilt im übrigen auch für die Temperaturen. Während drei Kieler, die sich am Vorabend den Ar... abgefroren haben und froh sind, dem blizzard-artigen Schneesturm entkommen zu sein, freut sich der Stadionsprecher über jeden Besucher, der bei „arktischem“ Wind den Weg zum Verbandsligakick gefunden hat. Zugegeben, im Wind ist es etwas schattig, wo diesem allerdings entkommen werden kann, ist es fast schon frühlingshaft.

 

Am Eingang werden faire 4 Euro gelöhnt, gratis dazu gibt es die Information, dass es sich beim Gästetrainer quasi um einen Prominenten handelt. Übungsleiter beim Greifswalder FC ist mit Roland Kroos nämlich der Vater von Felix und Toni Kroos, die beide in der Hanse- und Universitätsstadt das fußballerische Einmaleins erlernten. Ganz so große Söhne im fußballerischen Bereich hat Boizenburg nicht zu bieten. Mit Rainer Kaube (in den 1970ern Stamm-Libero bei Hansa Rostock) und Hans Tauchert aber doch zwei nicht ganz unbekannte Namen. Letzterer war in der Saison 1948/49 neben dem Hamburger SV für elf Spieltage auch noch Trainer bei Ligakonkurrent Holstein Kiel in der Oberliga Nord, so dass es zu dem Kuriosum kam, dass im April 1948 Tauchert bei einem Spiel Trainer beider gegnerischer Mannschaften war. Ein prominenterer Name aus neuerer Zeit, der mit dem Verein in Verbindung gebracht werden kann, ist der ehemalige Bundesliga-Schiedsrichter Torsten Koop.

 

Als Erfolge für den Verein, der 1948 unter dem Namen BSG Keramik Boizenburg gegründet und 1951 zunächst in BSG Chemie und dann 1954 in BSG Aufbau umbenannt wurde, können immerhin zwei Aufstiege in die zweitklassige DDR-Liga verbucht werden. Trägerbetrieb neben der Elbewerft war das ortsansässige Fliesenwerk (die Stadt trägt auch den Beinamen „Fliesenstadt“), das in direkter Nachbarschaft zum Stadion liegt und zudem Namensgeber ist. Direkt hinter einem der Tore wurde früher sogar der dafür notwendige Rohstoff abgebaut.

 

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