3. November 2018, Endstand: 2:2

 

Sonnabendmorgen, die Sonne geht langsam über der Förde auf. Der Mittwoch mit dem Pokalerfolg ist noch gar nicht ganz verarbeitet und schon steht das nächste Spiel an – das dritte in sieben Tagen. Da tut jede Minute Erholung gut und diese wird sich vor Anpfiff am Tiessenkai gegönnt. Ein Anwesender Ingolstädter sagt ein wenig scherzhaft: „Ich bleibe hier. Im Stadion wird es eh wieder deprimierend sein.“ Als Schlusslicht der 2. Bundesliga war es die letzten Monate wirklich nicht sehr berauschend, zudem der Trainerwechsel hin zum im Holstein-Stadion noch gut bekannten Alexander Nouri auch komplett verpufft ist. Auf Kieler Seite hingegen ist das Stimmungsbarometer nach den Siegen gegen St. Pauli und dem SC Freiburg im Pokal deutlich wieder im positiven Bereich.

 

Boot

 

Nouri

 

Leemania

 

Als ein positives Omen konnten auch die Ballmädels gewertet werden, die von der weiblichen U17 der KSV gestellt werden und in ihrer Liga alles in Grund und Boden schießen. Davon sollte sich in den ersten 45 Minuten allerdings zunächst wenig auf den Platz übertragen. Vor Anpfiff beteiligte sich Block 501 am bundesweiten Protest gegen den DFB. In Hälfte zwei wurde das Thema nochmal von der Gruppe „Compagno“ aufgenommen, inklusive Bezug zu 100 Jahren Beginn des Kieler Matrosenaufstands.

 

 

Choreo

 

Aufs Feld sprang der Funke von den Rängen zunächst nur wenig über. Irgendwie stellte sich das Gefühl ein, dass Tore an diesem Tag eher Mangelware bleiben dürften. In Hälfte eins zeigten sich die Wolken am blauen Novemberhimmel deutlich kreativer und spannender. Nach einer derart anstrengenden Woche, wäre ein 0:0 akzeptabel, wenn auch nicht besonders schön.

 

 

Wolken 1

 

Wolken 2

 

Und zumindest besonders schön wurde es auch nicht wirklich. Das mit den Toren allerdings relativierte sich in Minute 56 und 61. Zum Ärger der Kieler Anhängerschaft allerdings zu Holsteins Ungunsten. Ausgerechnet der Tabllenletzte ging gleich doppelt in Führung. Ein echter Dämpfer auch für die Stimmung, die ohnehin schon unter der Zuschauerzahl - weniger als 9.000 - sowie dem ungewohnt bescheiden gefüllten Gästeblock zu leiden hatte. Doch nur wenige Minuten nach dem zweiten Treffer der Schanzer wurde Serras Angriff äußerst unsanft unterbrochen. Da dies innerhalb des Strafraum von statten ging, hatte die Aktion von Heerwagen einen Elfmeter zur Folge, den Schindler souverän verwandelte. Startsignal für einen Offensivlauf. Das erste Mal an diesem Sonnabendnachmittag entwickelte sich so etwas wie ein halbwegs ansehnliches Fußballspiel. In der 88. Minute war es ausgerechnet ein Defensivmann, Stefan Thesker, der für großen Jubel bei den Störchen sorgte. Kopfball Mühlung, Kopfball Thesker, Tor! Am Ende nützten auch die drei Minuten Nachspielzeit nicht mehr, das Spiel hätte allerdings auch keinen Sieger verdient. Mäßig gespielt, aber Moral bewiesen - so kann die Partie zusammen gefasst werden.

 

Capo

 

Jubel

 

HolsteinHerz Plakat

 

Deutlich ansehnlicher als das Spiel ist übrigens die 90-minütige filmische Liebeserklärung an den geilsten Klub der Welt. Morgen früh um 11 Uhr feiert der Film im Cinemaxx Premiere. Wer ein wenig mehr Nervenkitzel sucht, kann den Film aber auch spontan auf den Nordischen Filmtagen in Lübeck sehen oder bei einem der Folgetermine. Haltet bei Facebook einfach die Augen auf. ;)

 

P.S.: Einigermaßen erstaunt war CCK dann doch über die "Fischsemmeln", die im Gästeblock angeboten wurden. :o

 

fisch

 

Alle Bilder in der Galerie.

 
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