20. Oktober 2018, Endstand: 1:1

 

Länderspielpausen sind einfach immer zu lang. Zumal der Wettbewerb Nations League, der die ligafreien Wochenenden füllt, nicht unbedingt bei jedermann auf großes Interesse stößt (Tendenz geht sogar Richtung niemand). Viel spannender war da doch die Begegnung an diesem Sonnabendmittag. Der Tabellenführer der 2. Bundesliga, der 1. FC Köln war zu Gast. Das alleine sorgte schon für Vorfreude, immerhin fand die letzte Begegnung 1953 statt. Die Freude auf das Duell schien nicht einseitig zu sein, der Anhang des Effzehs hatte natürlich keine Probleme den provisorischen Gästeblock zu füllen, verbreitete aber schon weit vor Anpfiff beste Stimmung, präsentierte zum Einlaufen ein schickes Intro und gab auch danach wirklich gut Gas (definitiv einer der besseren Auftritte).

 

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Die Gäste mit drei ehemaligen Kielern, Markus Anfang auf der Trainerbank sowie Rafael Czichos und Dominick Drexler, wurden mit Spannung erwartet. Besonders Letzterer stand nach seinem umstrittenen „Doppelwechsel“ bei vielen Kieler Fans in der Kritik.

 

Es zeigte sich schon bei der Durchsage der Aufstellung, dass lediglich dem Trainer und dem Ex-Kapitano ein herzlicher Empfang beschert wurde. Die Ablehnung gegenüber dem ehemalige Publikumsliebling Drexler hingegen zog sich durch das gesamte Spiel. Es war gar nicht nötig aufs Spielfeld zu schauen – jeder Ballkontakt der Kölner Nummer 24 konnte akustisch wahrgenommen werden.

 

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Vorm Spiel bejubelt hingegen wurde das Live-Ständchen vor Anpfiff. Jan und Matze von den Denkedrans (von Die Denkedrans?) gaben eine Akustikversion von „Keine andere Stadt“ zum Besten und das Kieler Publikum sag nach Leibeskräften mit.

Die gute Stimmung schaffte es bis weit in die erste Hälfte hinein. Das imVorfeld bei dem einen oder anderen Stirnkräuseln verursachende Fehlen von Lee, Honsak, Seydel (jeweils verletzt) und Schindler (gesperrt, dafür aber Sky-Experte) entpuppte sich nicht als Nachteil. Erstmalig stand der von Salzburg geliehene Okugawa (der von Teilen des Publikums fröhlich mit "Lee" angefeuert wurde) in der Startaufstellung und auch Benjamin Girth bekam eine neue Chance. Und der zeigte von der ersten Minute an Einsatz. Nach nur vier Minuten hatte er eine erste halbwegs gute Chance. Zur Freude der Kieler unter den insgesamt 9.700 Zuschauern ließen sich die Störche nicht im Geringsten von Name und Tabellenposition der Gäste beeindrucken. Ganz im Gegenteil: Selbstbewusst und mit Vorwärtsdrang wurden die Geißböcke teilweise in die eigenen Hälfte gedrückt. Insgesamt entwickelte sich eine muntere erste Hälfte, die besonders vom Engagement der Gastgeber lebte. Einen Dämpfer gab es für das Kieler Publikum erst, als der Mainzer Schiedsrichter Dr. Robert Kampka kurz vor der Pause in seine Pfeife blies und auf den Elfmeterpunkt zu Füßen von Kenneth Kronholm zeigte. Nach einem Check von Dominik Schmidt an seinem Namensvetter mit ck und ehemaligen Kollegen entschied der Unparteiische auf Strafstoß, den Kölns Toptorjäger Terodde souverän verwandelte. Das Ganze kam dann doch eher aus heiterem Himmel.

Nach Wiederanpfiff waren es zunächst die Gäste, die besser ins Spiel kamen. Die KSV-Akteuere hielten allerdings weiterhin fleißig dagegen. Obwohl die Partie etwas weniger gefällig war als noch in Halbzeit eins, schien es keineswegs, als stünden die Gäste schon als Sieger fest. Die schienen mit dem knappen Vorsprung ganz leben zu können. Auf Heimseite brachte vor allem die Einwechslung von Heinz Mörschel für Benjamin Girth frischen Wind ins Spiel. Auszahlen sollte sicher dieser Wechsel allerdings erst wenige Minuten vor Schluß. In der 88. erreicht ein langer Ball von Schmidt den 21-jährigen, der aus Mainz an die Förde gekommen war. Ein Missverständnis zwischen Kölner Keeper und Abwehr nahm Mörschel dankend an und sorgte für Jubel auf den heimischen Rängen.

 

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Wie der Führungstreffer auch eher aus heiterem Himmel, da Torchancen doch eher Mangelware waren. Sei es drum - endlich mal ein eigener Last-Minute-Treffer. Doch ging vielleicht noch mehr?

Beflügelt vom Ausgleich versuchte die Kieler offensive kurz vor Ende des Spiels sogar noch den Sieg zu erzwingen, aber die Elf von Markus Anfang (der wie zu Kieler Zeiten mehrfach lautstark seinen Unmut über die Linie des Schiedsrichters äußerte und wohl kurz vor dem Verweis auf die Tribüne stand) hielt nach allen Kräften dagegen.

 

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Am Ende stand ein aus Kieler Sicht voll verdientes 1:1 auf der Anzeigetafel. Statt Länderspielpause erwartet uns nun eine Englische Woche, die am kommenden Sonntag mit dem Auswärtsspiel am Millerntor eingeläutet wird.

 

Alle Bilder in der Galerie.

 
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