28. September 2018, Endstand 4:2

 

Das Ende der Englischen Wochen war nach Ansicht einiger Holsteinfans der Beginn der entscheidenden Wochen. Nachdem zuletzt einige Punkte trotz guter Leistung liegengelassen wurden, war ein Erfolgserlebnis gegen Darmstadt das erklärte Ziel des Freitagabends. Die Rahmenbedingungen stimmten schon mal. Zwar war der Sommer nach einem letzten Aufbäumen endgültig vorbei (so langsam dürfen die langen Unterbüxen rausgeholt werden), doch zum Anpfiff leuchtete die tief stehende Sonne und färbte den Beton des Wohnblocks hinter der Baustelle golden. Das Flutlicht leuchtete hell in das wolkendurchbrochene Blau des Kieler Abendshimmels. Ein Stadion ist einfach ein romantischer Ort und perfekt für den Ausklang der Woche (auch wenn Freitagsspiele für arbeitende Auswärtsfans besch... bleiben).

 

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Mit lecker Rübenmus (die schönen Seiten des Herbsts) im Bauch ging, war man bereit für 90 Minuten, die einen durchaus hohen Unterhaltungswert bieten sollten.

 

Erneut musste Tim Walter Veränderungen in der Startaufstellung vornehmen. So durfte estmals Benjamin Girth von Anfang an ran. Und das sollte sich auszahlen. Wie schon in den letzten Spielen gaben die Störche von Anpfiff an Gas und es entwickelte sich ein munteres und interessantes Spiel. Dabei zeigten sich die Lilien als durchaus starker Gegner, die nach zuletzt spürbaren Problemen in defensiven Bereich, vor allem das Augenmerk darauf richten würden, keinen Gegentreffer zu fangen.. Benny Girth hatte aber, genau wie seine zehn Kollegen, andere Pläne. Nach zwölf Minuten kam sein Moment. Ecke Lee, Kopfball Serra – doch Darmstadts Keeper kann den Ball abwehren. Genau vor die Füße des Neuzugangs aus Meppen. Erste Chance, Tor für Kiel – die letzten Minuten aus der Alten Försterei waren schon wieder fast vergessen.

 

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Darmstadt ließ sich dadurch zwar nicht aus dem Konzept bringen, übernahm aber auch nicht wirklich die Regie auf dem Platz. Erst in der 22. Minute wurden die Südhessen ein erstes Mal ernsthaft gefährlich – doch ohne dass der Ball im Netz zappelte. Erfolgreicher war da das Trio Kinsombi, Serra, Mühling, der mit einem Traumschuss auf 2:0 aus fiesem Winkel erhöhte. Deutete sich hier ein kleiner Kontersieg an? Kurz kamen Zweifel auf, denn ein verwandelter Handelfmeter (kann man nach moderner Handspiel-Auslegung wohl geben) ließ die Gäste kurz wieder heran rücken - eine Gemeinschaftsarbeit von Lee, mit grandioser Vorarbeit, und Serra, mit fast perfektem Kopfball) stellte den alten Abstand wieder her – 3:1. Doch als wäre das nicht genug für eine Halbzeit, verkürzte Darmstadt wenige Minuten vorm Halbzeitpfiff auf 3:2. Das Halbzeitbier war dringend nötig, um eine wenig runterzukommen.

 

 

Doch mit Wiederanpfiff ging es direkt stürmisch weiter, mit Chancen auf beiden Seiten. Nach nur sechs gespielten Minuten im zweiten Durchgang legte Dehm den Darmstädter Kempe – und flog mit Gelb-Rot vom Platz. Walter reagierte und brachte den Fußballgott für Girth, um die Defensive zu stärken. Trotzdem waren noch vierzig Minuten auf der Uhr. Viel Zeit sich Sorgen zu machen? Nö, denn nach einer kurzen Phase der Neuordnung machte Holstein einfach mit seinem Spiel weiter, wenn auch nicht mehr ganz so viele Chancen raussprangen. Nach 70 Minuten war es dann Alex Man of the match Mühling, der das 4:2 durch David Kinsombi vorlegt.

 

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Was für eine Moral, was für ein begeisterndes Spiel. Denn Holstein zeigte den Gästen weiter, wer Herr im Haus ist und durfte am Ende einen mehr als verdienten Dreier feiern. Natürlich gab es noch immer Wackler in der Defensive und einzwei üble Fehlpässe, insgesamt war es aber beste Unterhaltung durch die Störche. Manchmal muss man den Dingen Zeit geben. Und dass sowohl der zu Unrecht gescholtene Serra, als auch der viel geforderte Girth ihre Anteile am Sieg hatten, mag vielleicht einige Leute versöhnlich stimmen.

 

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Das anschließende Siegbier schmeckte auf jeden Fall sehr gut und läutete das Wochenende endgültig ein. Zum Glück ist erst einmal ein kleines bisschen Erholung möglich, ehe es am nächsten Wochenende zur Nudeltopf-Party ins Erzgebirge geht.

 

Alle Bilder in der Galerie.

 
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