14. Dezember 2018, Endstand: 1:2

 

Wir wollen wir ja nicht behaupten, dass wir nach den beiden Auswärtsspielen vorsichtig optimistisch in das vorletzte Spiel des Jahres gegangen sind. Allerdings standen die Zeichen im Vorfeld nicht unbedingt zu unseren Ungunsten. Schließlich hatten die ersten beiden Adventswochenenden zwei spektakuläre Spiele und sechs Punkte geboten. Warum also nicht im Vorfeld des dritten Advents so weiter machen? Serra, der gegen Dynamo noch mit seinem kurzfristigen Ausfall für einen Schreckmoment gesorgt hatte war an diesem Freitagabend wieder fit uns sorgte auch für die einzige Veränderung in der Startaufstellung gegenüber der Partie in Dresden. Größte Veränderung auf Seiten der Bielefelder war hingegen die auf der Trainerbank. Erst am Montag musste Chef-Trainer Saibene seinen Hut nehmen. Uwe Neuhaus nahm seinen Platz ein.

 

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Bei winterlichen 2° C und gelegentlichen einzelnen Schneeflöckchen froren sich rund 8.900 Zuschauer die Zehen ab. Zumindest im Gästeblock wurde zu Beginn je beider Hälften etwas dagegen getan. Überhaupt hatten die gut 600 Bielefelder gute Laune mitgebracht. Schon weit vor Anpfiff sorgten sie für eine ordentliche Stimmung am hinteren Ende der Gegengerade. An diesem Abend machte sich das Fehlen der alten Kurve mal wieder unangenehm bemerkbar. An einigen Stellen der Haupttribüne und auch im Innenraum zog es wie Hechtsuppe.

 

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Rudolf-Harbig-Stadion, 9. Dezember 2018, Endstand: 0:2

 

Fußballfans tendieren ja manchmal zu einer Früher-war-alles-besser-Mentalität. Das stimmt allerdings nicht immer. Könnt ihr euch noch an diese mega-hässlichen Clownshüte mit Schellen erinnern, die Anfang der 2000er in den Stadien etabliert werden sollten? Ein Trend der sich zum Glück nicht durchgesetzt hat. Auch warne die Spiele inklusive Stimmung nicht besser. So lag auf der KSV früher zumindest gefühlt ein „Ost-Fluch“. Spiele in Sachsen, Sachsen-Anhalt oder Thüringen liefen selten gut. Ein gutes Beispiel dafür war auch das schlimme 0:3 am 12. September 2009 im fast fertigen Neubau des Rudolf-Harbig-Stadion.

 

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Neun Jahre später ist schon einiges Wasser die Elbe heruntergeflossen und inzwischen dürfen sich die Störche in der Favoritenposition fühlen. Zum einen, weil die Dynamos Holstein inzwischen liegen (letzte Saison gab es ein 4:0 auswärts und ein 3:0 zuhause), zum anderen weil das Team von Tim Walter derzeit einen Lauf hat und zuletzt in Duisburg zudem die Chancen konsequent nutzte und mit 4:0 gleich mal was fürs Torverhältnis getan hat. Eine kalte Dusche gab es trotzdem schon vor Anpfiff. Beim Aufwärmen verletzte sich Janni Serra am Knie und fiel aus der Startelf. Für ihn rückte Mathias Honsak nach.

 

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Doch für Sorgenfalten blieb nicht viel Zeit. Der erste richtige Holstein-Angriff saß bereits: Flanke Kinsombi, Kopfball Mühling, 1:0. Da hatte der Dresdner Keeper den Strafraum freundlicherweise dem Kieler Mittelfeldmann überlassen. Nach dem zweiten Angriff der Kieler stand es dann schon 2:0. Lee war noch am Keeper gescheitert, doch Honsak konnte erfolgreich abstauben. Auf Heimseite war danach bis zur Halbzeit irgendwie komplett die Luft raus, auch auf dem Rängen war es für Dresdner Verhältnisse vergleichsweise ruhig.

 

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Wedaustadion/Schauinsland-Reisen-Arena, 2. Dezember 2018, Endstand: 0:4

 

Duisburg an einem verregneten Dezembertag – vielleicht gibt es zu dieser Zeit des Jahres charmantere Ziele als die Stadt im Ruhrpott. Doch es geht ja auch nicht um Weihnachtsmärkte in malerischen Innenstädten, sondern um Auswärtsfahren. Und die hohe Disziplin des Fan-Daseins soll ja nicht etwa Spaß bringen, oder doch?

 

Der Vorteil an einem frühen Sonntagmorgen ist, dass die Autobahnen noch relativ frei sind. Und so ist das Ziel an der Wedau auch relativ entspannt erreicht. Herbe Enttäuschung allerdings: Die angesteuerte Imbissbude öffnet Sonntags erst um 15 Uhr. Tolle Wurst. Also geht es direkt weiter bis zum Stadion, wo wenigstens schon ein paar bekannte Gesichter zu sehen sind. Kurze Pre-Match-Analyse beim Bier, dann geht es erstmal in Trockene. Aufwärmen tut bei Temperaturen, die am 1. Advent deutlich im zweistelligen Bereich liegen nicht Not. Auf den Rängen finden sich mittelmäßige 12.000 Zuschauer ein. Nachdem der MSV in den letzten Wochen sich verbessert gezeigt hatte, hätte der Schreiber mit ein wenig mehr gerechnet. Der Gästeblock geht mit 400 Leuten durch, ein bisschen mehr darf es immer sein. Ansonsten stand das Geschehen auf den Rängen zunächst im Zeichen des bundesweiten Protests. Dieser wurde allerdings unterschiedlich interpretiert: Während die Kieler Schlachtenbummler die ersten 45 Minuten schwiegen, gab es von Heimseite diverse Banner zu Spielbeginn. Danach fand normaler Support statt, wofür sich aufgrund der sportlichen Situation entschieden wurde.

 

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Und auch auf dem Feld gaben zunächst die Zebras den Ton an. Auf dem Boden, der in Bereichen an ein wiedervernässtes Moor erinnerte, legten die Hausherren druckvoll los und kamen nach rund 15 Minuten zur ersten Großchance durch Wolze, der am 16er abzog. Verhoek verpasste nur knapp. In der Folge war das Spielgeschehen ausgeglichener, die größte Chance im ersten Durchgang und gleich eine doppelte hatte Kingsley Schindler, der nach einer halben Stunde erst den Posten und einige Minuten später das Außennetz traf.

 

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Kurz vor dem Pausenpfiff erarbeitete sich Blau-Weiß-Rot dann eine Reihe guter Möglichkeiten, von denen aber keine saß. Aufgrund der ansehnlichen Leistung ging es aber positiv gestimmt in die Halbzeit. Zehn Minuten nach Wiederanpfiff die erste Chance: Fallrückzieher von Verhoek, der allerdings bei Kronholm landete. Dieser leitete direkt den Gegenangriff ein, Lee mit präziser Flanke vors Tor, wo Kingsley Schindler einschieben konnte. Nur kurz danach Schindler als Vorbereiter und Serra als Vollstrecker: 2:0. Der Gästeblock nur mehr als gut zu hören, wohingegen sich im restlichen Bereich des Stadions spürbar Resignation breit machte. Die Offensivwechsel der Zebras verpufften wirkungslos, wohingegen Holstein Platz zum Kontern hatte. Kinsombi auf Schindler, dessen Schuss und geblockt und Serra konnte abstauben: 3:0. In der Schlussminute Lee dann sogar noch mit dem 4:0, da hatten schon etliche Heimfans den Ort des Geschehens verlassen. Wettbewerbsübergreifend sieben Spiele ohne Niederlage, auswärts zu null, 24 Punkte auf dem Konto und in der Tabelle auch Platz sechs geklettert. Liest sich ziemlich gut für eine „Umbruch-Saison“.

 

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17. November 2018, Endstand 2:1

 

Mit dem Aufstieg Holstein Kiels in die 2. Bundesliga 2017 rückte die Chance auf ein neues Landesderby zunächst in weite Ferne. Zwar warteten mit dem FC St. Pauli und nach deren Abstieg auch mit dem HSV zwei neue alte Derbygegner und zwei Ligen Distanz fühlten sich mehr als befriedigend an, aber so ein bisschen fehlten die traditionellen Duelle gegen Grün-Weiß schon.

 

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Nachedem es Holsteins U23 im Sommer jedoch in die Regionalliga geschafft hatte, jedoch fest: Es gibt eine Revanche für die Saison 2007/2008. Seinerzeit verlor die Erstvertretung der Störche beide Spiele gegen die Zweite des VfB. Bittere Momente, die an diesem Sonnabend vergessen gemacht werden sollten. Schließlich barg die Begegnung auch sportliche Brisanz. Mit einem Sieg gegen die Travestädter winkte der überragend spielenden Elf von Ole Werner neben Platz zwei in der Regionalliga Nord auch die Chance, sich als Nummer zwei im Land zu bezeichnen.

 

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Ausnahmsweise hatten die Spieltagsplaner mal einen Geistesblitz und legten das „kleine Derby“ in die Länderspielpause. Das, der Veranstaltungsort Holstein-Stadion und nicht zuletzt das tolle spätherbstliche Wetter lockten insgesamt 2.758 Zuschauer an. Eine tolle Kulisse für den Kieler Nachwuchs, unter der sich auch ehemalige Kieler wie Christian Jürgensen, Florian Meyer und Fabian Wetter befanden, um die Daumen zu drücken.

 

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Und nicht nur auf den Rängen herrschte Derbystimmung. Kaum 5 Minuten waren um, da gab es schon die ersten kleinen Schubserein auf dem Spielfeld. Beiden Mannschaften waren motiviert bis in die Haarspitzen. Besonders die Gäste mussten auf Sieg spielen, denn mit einer Niederlage dürften die (zaghaften) Aufstiegsträume des VfB ausgeträumt sein.

 

Nach 17 Minuten waren diese allerdings noch in greifbarer Nähe, nachdem Arslan zur Führung für Lübeck traf. Zehn Minuten später egalisierte Sander den Spielstand. Quasi mit Abpfiff der ersten Hälfte hatte Niebergall das 2:1 auf dem Fuß, doch verpasste er den von Kulikas aufgelegten Ball knapp.

 

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Nach Wiederanpfiff stellte sich auf dem Rasen zunächst kein erneutes Derbyfeeling ein. Das Spiel verflachte etwas. Doch spätestens nachdem Noah Awuku in der 63. Minute unter Mithilfe der Lübecker Verteidigung, es sah fast so aus, als hätte Hausmeister Gerd Jahn Seife auf den Rasen geschmiert, zur Kieler Führung traf, kam wieder Dampf in die Partie. Bis zum Abpfiff hagelte es noch sechs gelbe Karten. Doch aller Einsatz der Landerl-Elf nützte nichts. Als der Unparteiische zum Abpfiff blies, stand der Nachwuchs der Kieler Störche als Derbysieger und Nummer 2 im Land fest. Zurecht wurde das Team von der Westtribüne gefeiert, wie die Großen.

 

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Die VfB-Anhänger indes reisten in der Gewissheit nach Hause, dass sich die Chance auf die Aufstiegsrunde auf ein Minimum reduziert hatte.

 

 

Uns natürlich sch...egal. Denn: Derbysieger, Derbysieger, hey, hey!!!

 

Alle Bilder in der Galerie.

11. November 2018, Endstand 4:2

 

Auf geht es in die Rückrunde der ersten Regionalliga-Saison für die U23 der Störche. Dass vor dem Heimduell gegen Mitaufsteiger VfL Oldenburg schon 29 Punkte auf der Habenseite stehen würden (und das mit einem Spiel in der Hinterhand) und Holstein Kontakt zur Spitze hält, hätten wohl nur die wenigsten geglaubt.

 

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Zum Duell gegen die grün-weißen Oldenburger hatten sich nur rund 150 Zuschauer, davon null Gäste in Projensdorf eingefunden. Keine wirklich gute Kulisse, vielleicht sollten sich die Vereinsoberen nochmal Gedanken machen, denn sportlich attraktiv ist das, was die Elf von Ole Werner bietet auf jeden Fall.

 

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Bei wechselhaftem Novemberwetter dauerte es rund 25 Minuten ehe Noah Awuku mit einem flachen Distanzschuss nach einer Flanke von Alt die Führung erzielen konnte. Die Gäste spielten ungeachtet der Tabellensituation mit, ein Treffer gelang bis zur Pause auf beiden Seiten allerdings nicht.

 
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