19. September 2017, Endstand 0:1

 

 

Aufgrund aktueller Ereignisse vom Wochenende war bei vielen Kieler die Stimmung vor diesem, in den meisten Medien als Nord-Derby bezeichnetem Spiel, etwas getrübt.

 

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 Natürlich war das Stadion mit 11.935 Zuschauern trotzdem restlos ausverkauft. Denn aus sportlicher Sicht standen die Vorzeichen wiederum äußerst gut. Holstein saisonübergreifend seit Dezember 2016 zu Hause ungeschlagen, in der laufenden Saison mit nur einer Niederlage, 13 Punkten und Tabellenführung. Der FC St. Pauli mit einem soliden, aber nicht überragenden Saisonstart und zuletzt einer Heimklatsche gegen den FC Ingolstadt.

 

Die Umstände brachten neben einem Wasserwerfer auch ein immenses Aufgebot an Polizei mit sich. Trotzdem war die Lage zumindest rund um den Gästeblock bis kurz vor Anpfiff recht entspannt. Zu Fuß anreisende Kieler konnten diesen passieren, ohne behelligt zu werden und auch ein kurzes Verweilen und Quatschen mit befreundeten Hamburgern war ohne weiteres möglich. Natürlich alles unter dem wachsamen Auge der Staatsmacht. Während des Aufwärmens der Mannschaften „kippte“ die Stimmung allerdings kurzfristig. Einige Kieler zeigten die fast schon erwartete Reaktion und versuchten an den Gästeblock heranzukommen. Doch Ordnungskräfte und Verantwortliche der Gäste griffen ein und Sami Allagui reichte ein entwendetes Stück Stoff zurück an die Kurve.

 

Mit zehn Minuten Verspätung und dem eindringlichen Hinweis über die Lautsprecher, dass ein weiterer Platzsturm einen sofortigen Spielabbruch zu bedeuten hätte, traten dann auch die vorgesehenen Akteure auf dem Platz in Erscheinung. Klar war aber auch, dass eine andere Stimmung herrschen würde – keine Fahnen, kein Capo, kein organisierter Support. Zum Spiel: Wie schon in Aue, brauchten beide Mannschaften quasi keine Abtastphase. Es ging direkt zur Sache. Nach rund zehn Minuten kamen die Störche zum ersten ernstzunehmenden Abschluss, das jedoch ohne Erfolg.

 

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Insgesamt spielte sich Holstein deutlich mehr Chancen heraus und machte den Hamburgern mächtig Feuer. Insgesamt war die erste Hälfte aus Kieler Sicht recht ordentlich. Umso ärgerlicher, dass es in der 44. Minuten dann der Gast war, der mit Effektivität glänzte. Die erste richtige Chance saß. Für Kronholm unhaltbar drehte sich der Ball nach einem Schuss von Flum ins Kieler Netz. Für die Kieler ärgerlich, insgesamt wurden aber alle Zuschauer bisher gut unterhalten.

 

Auf den Rängen führte der Dämpfer dazu, dass die eh schon suboptimale Stimmung noch etwas mehr abnahm. Auch der Gästeblock blieb trotz zumindest zwischenzeitlicher Stimmgewalt hinter den Erwartungen zurück. Die ersten Minuten der zweite Hälfte gehörten den Gästen, Holstein erhöhte erst später das Tempo. Insgesamt waren die letzten 45 Minuten etwas ausgeglichener.

 

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Ein fader Beigeschmack blieb aber angesichts einiger Schiedsrichterentscheidungen. Besonders in der 77. Minute, in der drei Kieler, erst Lewerenz, dann Herrmann und dann Seydel, im Strafraum zu Fall gebracht werden, hätte sich der Holsteiner einen Pfiff gewünscht. Doch die Pfeife blieb stumm. Zu allem Überfluss musste Patrick Herrmann in der 83. nach einer gelb-roten Karte den Platz verlassen. Letztes Highlight war ein beeindruckender Volleyschuss von Kinsombi, der zugegebenermaßen beeindruckend von St. Paulis Schlussmann Himmelmann pariert wurde. So blieb es bei dem 1:0 für Braun-Weiß. Für Kiel sicher kein Beinbruch, aber schade um die Heimserie.

 

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Angesichts der englischen Woche bleibt auch nicht viel Zeit, um mit der Niederlage zu hadern. Bereits am Freitag geht es nach Duisburg um wieder Punkte für den Klassenerhalt einzusammeln.

 

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