17. Februar 2019, Endstand: 2:2

 

Ohne Frage, an diesem Sonntagmorgen machte der Weg ins Stadion nochmal ein bisschen mehr Spaß. Der Himmel blau, links und rechts am Straßenrand zeigten sich die ersten Frühblüher und die Sonne strahlte mit größter Kraft. Fußball im Frühling ist doch irgendwie angenehmer. Weniger angenehm war im Vorfeld die Personalsituation. Nachdem schon mit dem langfristigen Ausfall von Kinsombi ein wichtiger Stammspieler fehlt, musste nun auch Kingsley Schindler ins Lazarett. Und auch Mittelfeldmotor Alexander Mühling konnte an diesem Spieltag nicht ins Geschehen eingreifen. Nach der fünften gelben Karte musste er das Spiel gegen die Kleeblätter von der Tribüne aus verfolgen.

 

Doch Coach Tim Walter machte bereits am Freitag klar, dass ihm diese Situation kein Kopfzerbrechen verursacht. Schließlich habe man sehr viel Qualität im Kader und er zweifelte nicht daran, dass die Jungs die sonst auf der Bank sitzen ihren Job ebenso gut, wie ihre Kollegen machen würden.

 

 

 

Einen guten Job machten zunächst aber auch erst einmal die rund 200 mitgereisten Fans aus Fürth, die bereits vor Anpfiff für gute Stimmung sorgten. Mit einem grün-weißen Fahnenmeer, einem Schiffsbug und farblich abgestimmtem Rauch empfingen die Fürther Ihre Mannschaft auf dem Rasen. Apropos Rasen – der war noch nicht so ganz im Frühling angekommen, was auch Coach Tim Walter sauer aufstieß.

 

Die erste Halbzeit ist relativ einfach zusammenzufassen. Insgesamt sehr ausgeglichen ohne spektakuläre Szenen. Holstein durchaus mit einzwei Chancen, allerdings ohne, dass eine davon wirklich zwingend war. Fürth zuweilen ein bisschen harmlos, aber mit starker Abwehr. Fast konnte befürchtet werden, dass es die zweite Hälfte so weiter geht und am Ende ein torloses Remis stehen würde. Doch weit gefehlt. Nach nur wenigen Minuten war es Dehm, der mit einer Grätsche Fürths Redondo von den Beinen holte. Ausgerechnet im Strafraum. Den völlig zurecht gegebenen Elfmeter verwandelte Green souverän.

 

 

 

 

Die Störche schienen nach dem Treffer der Gäste etwas aus der Fassung geraten zu sein und brauchten eine Weile, um wieder Fahrt aufzunehmen. Auch wenn diese Saison im Holstein-Stadion schon deutlich souveränerer Fußball gespielt wurde, war die Partie rund 20 Minuten vor Schluß noch völlig offen. In der 76. konnte Karazor dann den hart erarbeiteten Ausgleich erzielen. Alle Hoffnungen darauf, den Schwung zu nutzen und auf Sieg zu spielen wurden allerdings durch einen bösen Patzer von Kronholm zunichte gemacht. Holsteins Keeper, der völlig zurecht eine Institution im Kieler Kasten ist, trotzdem aber zu Szenen jenseits von Genie und Wahnsinn neigt, versucht den Ball weit außerhalb seines eigentlichen Reviers den Ball im Spiel zu halten. Caligiuri kann sich die Situation jedoch zu Nutzen machen und trifft aus der Distanz ins leere Tor. Glück vor Kronholm, dass er sich auf seine Teamkameraden verlassen kann. Quasi mit letzter Sekunde kann Hauke Wahl nach einem Freistoß von Benes den Ball zum 2:2 ins gegnerische Tor köpfen.

 

 

Auch wenn das Spiel insgesamt nicht zu den Glanzpunkten dieser Saison gehörte, so kann man zumindest den Biss und die Comback-Qualitäten Holsteins anerkennen. Immerhin konnte zwei Mal ein Rückstand egalisiert werden. In der Tabelle ist die KSV damit zwar dichter ans Mittelfeld gerutscht, in Sachen Punkte aber weiterhin nur einen Sieg hinter Platz drei und mit großem Puffer auf die Abstiegszone nahezu sorgenfrei gebettet.

 

Trotzdem ging es aber nicht komplett glücklich auf den Heimweg, tatsächlich war von einigen Menschen sogar ein "Wären wir mal zum THW gegangen" zu hören. Nun gut, in der Halle ist die Luft schlechter und da hätte es dann eine Niederlage zu sehen gegeben.

 

Am kommenden Sonnabend geht es dann zum Tabellennachbarn Bochum. An der Castroper Straße sind Currywurst und Kult Programm. Und ein Auswärtssieg wäre doch auch mal wieder ganz schön, oder?

 

Alle Bilder in der Galerie.

 
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