Kaum waren auf den Trikots die letzten Bierflecken der Aufstiegsfeier getrocknet, sorgte ein echter Paukenschlag für Überraschung unter den Holsteinfans. Thorsten Gutzeit, der bei vielen Fans beliebte Trainer, der nach dem Abstieg in 2010 die Mannschaft wieder in die Dritte Liga geführt hatte, geht. Es dämpfte die Aufstiegseuphorie stark ab, dass Gutzeit, der noch im April 2013 seinen Vertrag um 2 Jahre verlängert hatte, uns nicht durch die Dritte Liga begleiten sollte.

 

Vorstellung

 

Aber die Holstein-Fans wären nicht Holstein-Fans, wenn sie nicht binnen kürzester Zeit angefangen hätten, sich nach einem neuen Übungsleiter umzuschauen. Unzählige, mal ernsthafte, mal sinnbefreite Vorschläge kursierten unter uns. Als dann endlich ein Name durchsickerte wurde natürlich gleich das Internet befragt. Wer ist dieser Karsten Neitzel? Wo kommt der her? Was hat er gemacht? Für echtes Aufsehen sorgte zuerst die Frisur. Nicht die Aktuelle, sondern die aus Zeiten seiner aktiven Zeit bei den Stuttgarter Kickers. Eine Vokuhila at its best (siehe hier).

 

Auf Seiten CCK fiel aber noch etwas auf. Nur wenige Wochen zuvor war man ins Herz des Ruhrgebiet gehoppt. VfL Bochum gegen Eintracht Braunschweig hatte das Spiel der Wahl gehießen. Bochum verlor, lag nach dem Spieltag nur 2 Punkte über dem Relegetationsplatz zur Dritten Liga und die Vereinsführung zog die Reißleine. Trainer Karsten Neitzel musste beim VfL gehen. Exakt 3 Monate und 2 Tage nach seinem letzten Arbeitstag im Pott wurde er also an der Ostseeküste als der Mann vorgestellt, der das Abenteuer Dritte Liga in die zweite und erfolgreichere Runde führen sollte.

 

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Man stand dem neuen Trainer jedoch nicht unvoreingenommen gegenüber. Wurde doch vielerorts vermutet, man habe Gutzeit durch ihn schlicht ersetzt. Aber bereits mit seinem sportlichen Einstand beim Test in Fredericia konnte Neitzel erste Fußballerherzen erobern. Ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen wetterte er im Einklang mit Co Sandmann gegen eine Schiedsrichterentscheidung nach der Anderen. Die Folge: Den Rest des Spiels verfolgte das temperentmentvoll Trainerduo von der Tribüne aus.

 

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Von da an sammelte der gebürtige Dresdner immer mehr Sympathiebonus. Besonders der souveräne Saisonstart ließ den Trainer bei Fans und Vereinsführung punkten. So hielt der Verein trotz der sich einstellenden Ergebniskrise im Verlauf der Saison und erster laut werdender „Neitzel raus“ - Rufe im Publikum am Trainer fest. Der Verein tat gut an dem Vertrauen in den Trainer. Sich des Rückhalts von Verein und aktiver Fanszene sicher, stellte Neitzel die Mannschaft auch im Abstiegskampf bestens ein. Und alle wurde am Ende belohnt. Schon während der Saison fand „Kalle“ immer wieder lobende Worte für die Einstellung der Fans und betonte, wie sehr er auch den Einsatz des 12. Mannes zu schätzen weiß. Diese sich über die Saison so positiv entwickelte Beziehung wurde noch einmal mit der Choreo während des Landespokalfinales bekräftigt. Das überlebensgroße Konterfeit von Kalle sowie Worte des Dankes ließen selbst den harten Hund Karsten Neitzel kurz blinzeln. Aber natülich hat das keiner gesehen, als er auf dem Podest die Humba anstimmen durfte.

 

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PS: Einige Freunde dürfte sich "Kalle" auch seiner direkten Art gemacht haben, bei der er häufig kein Blatt vor den Mund nahm. Unser Saisonhighlight bleibt dabei der Spruch: "Du hast das Ballgefühl wie eine Litfaßsäule!".

 

In Teil 2 werfen wir einen Blick auf die Neuzugänge.