20. und 21. März 2010 


2600 km Travelling with the Deutsche Bahn. Was für eine perfekte Möglichkeit sein Wochenende zu verbringen, Lidl-Ticket sei Dank. Auch das frühe Aufstehen nimmt man dafür gerne mal in Kauf, zudem wenn man nicht alleine unterwegs ist, sondern noch ein paar ähnlich verrückte mit an Bord hat. Los geht es also gegen kurz nach halb drei und die erste Etappe ist auch gleich die gefährlichste, da der Taxifahrer anscheinend glaubt, dass 120 km/h innerorts in Kurven und Baustellenbereichen kein Grund ist, mit dem Telefonieren und Gestikulieren aufzuhören. Naja, wahrscheinlich kann man das unter südländischem Temperament abhaken und Dennis und ich leben ja noch. Weiter geht es dann bedeutend gemächlicher mit der Regionalbahn bis Hamburg, wo man dann auf den ICE wechselt. Dieser ist reichlich überfüllt, trotzdem können wir bis Hannover alle sitzen. In der niedersächsischen Landeshauptstadt steigen dann nochmal zig Leute dazu und inzwischen vier Kieler verlegen ihren Reisemittelpunkt ins Bordbistro. Da kann man es bis Nürnberg gut aushalten. In der Frankenmetropole wechseln wir dann in den Regionalexpress nach Crailsheim...

 

 

... (sicher ein toller Ort, was sich aber vom Bahnhof aus nicht so gut beurteilen lässt) und von da im Triebwagen durch die Schwäbische Alb (der dort liegende Schnee lässt uns eine kurzfristige Spielabsage befürchten, Jena reloaded gibt's aber zum Glück nicht) nach Heidenheim an der Brenz. Dort werden wir auch schon von einem kleinen Empfangskomitee bestehend aus vier einheimischen Polizisten erwartet.

 

mob

 

Wie nett. ÖPNV gibt es nach deren Aussage nicht wirklich in Heidenheim, deshalb geht es wiederum mit dem Taxi vorbei an Schloss Hellenstein zur Baustelle Albstadion, das inzwischen eigentlich offiziell GAGFAH-Arena heißt. 

 

 

Dort hat sich in den letzten Monaten einiges getan, wirklichen Charme besitzt die Arena aber eher immer noch nicht. Die Lage direkt auf einem Naturlehrpfad finden wir hingegen pädagogisch wertvoll, dass ich von der Security gefragt werde, wozu man als Auswärtsfahrer Bücher mit hat, ist eher seltsam. Bei der Gastro hat man die Wahl zwischen Grillwurst mit Wecken oder der Teufelswurst, die in der Tat sehr pikant daherkommt.

 

wurst

Dazu ein Königsbräu - ein leckeres Helles, das am Ort gebraut wird. Von daher fast die Höchstwertung für die Verpflegung. Leider ist die, neben den angenehmen Temperaturen, fast das einzige, was positiv unter dem Strich über bleibt. Das Spiel unserer Störche hingegen lässt einen wieder mal verzweifeln, wenn überhaupt spielt man nur gut mit. Zudem leisten sich noch die Hoffnungsträger der letzten Spiele einen Komplettausfall. Vorne bleibt man ungefährlich und hinten findet man vor allem gegen Marc Schnatterer kein wirkliches Mittel. Und nach nur 18. Minuten verlassen einen schon wieder die Hoffnungen auf einen grandiosen Auswärtssieg - Tor Heidenheim, Mayer. Mist. Kiel liegt mal wieder zurück und irgendwie will auch an diesem Tag das Aufbäumen nicht gelingen. Nicht einmal der Wechsel Guschi für Hummel bringt deutliche neue Akzente in der Offensive.

 

 

Zwar versuchen es die Störche nach der Pause weiter, Resultat ist aber nur das 2:0 für den Gastgeber. Größter Höhepunkt der 2. Hälfte ist dann die Rote Karte für Kapitän Sven Boy, die insgesamt wohl eher unverdient ist (war es ein Foul oder die Bemerkung "ich hab nichts gemacht"?). Um den Nachmittag perfekt zu machen, fällt kurz darauf noch das 3:0. Simon Henzler verhindert noch, dass es an diesem Tag noch eine deutlichere Packung gibt, und ist einer derjenigen, die nach dem Spiel die Aussprache am Zaun suchen, wo es kein Gepöbel von der Fanseite gibt.  Wenigstens scheinen die Jungs, speziell Simon und Timmer, wenigstens noch sprichwörtlich Eier in der Hose zuhaben. Die Hoffnung bleibt, aber die Sorgen vermehren sich langsam.

 

sorgen

Für einen kleinen Stadt- und/oder Kneipenbummel im Anschluss an das Spiel fehlt leider die Zeit und auch das Geld nach der Taxifahrt. Hei-den-hei-mer Hals-ab-schnei-der! Irgendwie will man auch eher weg und Nilles Döner (extrawabbelig und ohne Soße) können einen auch nicht mehr umstimmen. Der kleine Kiel-Mob steigt wieder in den Zug nach Crailsheim.

 

→ Alle Bilder von Heidenheim vs. Holstein Kiel gibt's hier. ←

 

Ich hingegen nehme den Regionalexpress nach Ulm, der zum Glück doch nicht sooo verspätet ist, wie angekündigt, wodurch mir "bequeme" 4 min zum Umsteigen in den ICE nach Berlin bleiben. Dieser ist ab Stuttgart gut gefüllt mit dem Hannover-Mob, bei dem nach der 0:2-Niederlage in Stuttgart anscheinend Frustsaufen angesagt ist. "BGS bitte in Wagen neun." - gern gehörte Durchsage bis Göttingen. Vorbei an der Commerzbank-Arena und der Volkswagen-Arena geht es aber ohne größere Unterbrechungen nach Berlin. Da noch ne 1a Pizza Frutti de Mare, ein paar Stunden Schlaf und schon sitze ich wieder im Zug. Ziel ist Halle/Saale, wo ich dem Kurt-Wabbel-Stadion einen letzten Besuch abstatten will, bevor der Neubau kommt. Fahrtzeit ist diesmal bedeutend angenehmer, außerdem bleibt mir das Umsteigen auf Dorfbahnhöfen erspart. In Halle angekommen frühstücke ich gegen den ersten Hunger noch schnell einen Teller Soljanka und mache mich dann gut gestärkt auf den Weg zum Stadion. Und die unter Denkmalschutz stehende Anlage verzückt jeden Groundhopper...

 

 

...die Beschreibung eines Bekannten "kleine Burg mit geilen Flutlichtmasten" trifft es sehr gut, denke ich. Einfach Bilder anschauen. Fanzine geholt und dann ein leckeres Stück Nacken vom Holzkohlegrill.

 

naggn

 

Hopper-Herz - was willst du mehr? Okay, die Partie gegen Meuselwitz ist sicher nicht der Kracher, aber ich bin ja eigentlich auch nur wegen des Grounds gefahren und, nach dem Spiel in Heidenheim, um mich ein wenig für die Regionalliga zu akklimatisieren. Der Grund aber, dass es trotzdem ne gute Idee gewesen ist, sich exakt diese Partie auszusuchen, wird nach einem Blick in die "Feuer & Flamme" klar - 10 Jahre Geburtstagschoreo der Saalefront. Und die Vorfreude wird nicht enttäuscht: Bahnen über die ganze Kurve ergeben den Schriftzug "Saalefront", abgerundet von nem 60m-Transpi-Schriftzug "Die Geschichte unserer Gruppe ist die Geschichte unserer Herzen". Respektabel.

 

 

Das Spiel ist gut anzuschauen, aber auch ziemlich schnell erzählt: Zunächst dominieren die Chemiker, aber die Hausherren schaffen es nicht den Ball über die Linie zu bringen. Das führt dazu, dass es zur Pause einige Unmutsäußerungen von den Rängen gibt. Nach der Pause dann aber relativ schnell das viel umjubelte 1:0.

 

jubel

 

Die Meuselwitzer sind nun gezwungen, deutlich offensiver zu agieren, was Halle mächtig unter Druck setzt. Das 2:0 durch Hebestreit fällt dann aber voll in die Drangphase des ZFC, wodurch dessen Mut dann endgültig gebrochen ist. Alles in allem verdienter, wenn auch etwas glücklicher Sieg für den HFC, der damit weiter um den Drittligaaufstieg mitspielt.

 

→ Alle Bilder aus Halle gibt's hier. ←


Glücklich, dass man nochmal im alten KWS war, geht es mit Zwischenstopp über Berlin, wo man beim Russen vorzüglich Pelmini, Piroggen und Schaschlik speist..

 

russia

 

schaschlik

 

...wieder zurück zum Ausgangspunkt der Reise, an die Förde. Fazit: Ziemlich k.o - aber mal wieder geniales WE. Gruß an die Mitfahrer - und bildet Bord-Bistro-Banden. ;)  -
 
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