23. April 2018, Endstand: 1:3

 

Die Gemütslage war im Vorfeld des Spiels doch sehr unterschiedlich. Gingen einige immer noch von dem Spiel in Dresden euphorisiert das erste Bundesligamontagsspiel für die KSV an, so waren manche durchaus auch nervös. Wiederum andere waren einfach nur tiefenentspannt. Einig waren sich die meisten jedoch sicherlich was die Kulisse anging. Flutlicht, Spitzenspiel, rund zweieinhalbtausend Gäste und ein traditionsreicher Gegner – das konnte sich keiner, der auch nur ansatzweise für Holstein interessiert, entgehen lassen.

 

 

 

 

Dementsprechend war die Hütte aka Holstein-Stadion mit 11.874 Zuschauern zum Bersten gefüllt. Und auch das Medieninteresse rundherum war gegenüber den sonstigen, bereits schon gut mit Pressevertretern bestückten Spielen, nochmal gestiegen. Das Spektakel 2. Bundesliga hat mitunter surreale Züge angenommen. Und das nicht nur wegen der Ansammlung überdimensionaler Plüschtiere, die sich diesem Spieltag rund ums Stadion tummelten.

 

Pauschal ist das ja aber auch nicht schlecht. Irgendwie fühlt sich der Holstein-Anhänger ja auch durchaus gebauchpinselt, wenn der Gegner mit dem nötigen Respekt anreist.

 

 

 

Die Voraussetzungen für einen stimmungsvollen Montagabend waren also gegeben. Leider trübte eine Nachricht aus der Vorwoche die Laune trotzdem. Die vom DFB auferlegte Geldstrafe in Höhe von 34.000 EUR sollte auf die Fans umgelegt werden. Eine Herangehensweise, die nicht jedem Holstein-Fan gefiel und durchaus auch Raum für Kritik lässt. Genau diese sollte in der ersten Hälfte durch einen Protest der Kurve geäußert werden. Die Befürchtung einer stillen ersten Hälfte, wie es vor Beginn im Raum stand, bewahrheitete sich allerdings nicht. Nach genau 19:00 Minuten, in denen nur der Gästeblock lautstark auf sich aufmerksam machte, stimmte auch die Westkurve im Holstein-Stadion ihre Lieder an. Aber so ganz wollte im gesamten Spiel keine dem Anlass und der Kulisse entsprechende Stimmung aufkommen. Rückblickend vielleicht einer der unbefriedigendste Umstände am heutigen Tag.

 

 

 

Zu diesem Zeitpunkt waren bereits zwei Tore gefallen. Eines auf Seiten der Gäste und ein von Kingsley Schindler verwandelter Foulelfmeter. Die Störche hatten bis dahin zwar bereits einige Unsicherheiten offenbart, insgesamt aber solide gekämpft. Mangelnder Kampf war auch nicht das Problem an diesem Tag. Vielmehr spielte die Kieler Elf zuweilen etwas hasenfüßig. Es schien, als hätten Kulisse und Bedeutung dieses Spiel für ein bisschen zu viel Ehrfurcht gesorgt. So kam Holstein nicht ordentlich ins Spiel, mangelnde Präzision bei den Pässen und fehlende Kreativität, besonders beim Durchbrechen der starken Nürnberger Defensive, bremsten die Mission Platz zwei immens aus. So gingen die Gäste in der 25. Minute erneut in Führung. Zwar lag beispielsweise auch dem Fußballgott der Ausgleich auf dem Fuß, bzw. auf der Ferse, aber auch er vermochte es nicht, das Ruder herumzureißen. Dazu passte es, dass der Glubb in der 51. Minute auf den 1:3 Endstand erhöhte. Auch Kenny hatte einfach einen gebrauchten Tag.

 

 

 

pyro

 

So gingen die drei Punkt verdient nach Franken. Auch weil der Auftritt und vor allem die Zahl der auf einem Montagabend mitgereisten Gäste absolut respektabel waren.

Natürlich braucht sich nachwievor keiner der Holstein-Elf verstecken. Auch wenn an diesem Spieltag Platz zwei wieder etwas davon und Platz vier von unten dichter herangerückt ist, so kann immer noch von einer grandiosen Saison gesprochen werden, die angesichts der noch ausstehenden Spiele gegen die Schwergewichte FC Ingolstadt, Fortuna Düsseldorf und Eintracht Braunschweig in einem durchaus würdigem Finale mündet.

In diesem Sinne soll es auch für das kommende Spiel in Oberbayern heißen: scheißegal wie – hin da, anfeuern, abfeiern!

 

Alle Bilder in der Galerie.

 

P.S.: Herrmi wird diese Saison noch treffen! ;)

 
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