Stadion an der Alten Försterei, 25. September 2018, Endstand 2:0

 

Kaum war das Heimspiel am Sonnabend abgepfiffen, ging es auch schon wieder auf die A24 in Richtung Berlin. Englische Wochen sind nicht nur für die Mannschaften selber anstrengend. Auch für Auswärtsfahrer sind die Spiele unter der Woche mitunter nur schwer zu bewerkstelligen. Es werden Urlaubtage und Überstunden geopfert um einmal quer durch die Republik zu reisen. Nicht selten muss sogar der Ruf beim Chef riskiert werden und ein gelber Schein herhalten. Und nur bei den wenigstens Spielen reicht ein freier Tag aus. Und wenn es gar nicht zu bewerkstelligen ist, bleibt nur die die Alternative Pay-TV oder Kneipe. Dieses Schicksal ereilte auch Teile CCKs mit der Folge, dass die Zahl der guten Bilder in diesem Bericht begrenzt ist

Auch Heimfans können nicht immer direkt nach Dienstende ins Stadion und wenn, müssen sie sich durch den Berufsverkehr kämpfen. So stand dieser Spieltag unter dem Motto "Ihr werdet von uns hören...oder auch nicht!" In ganz Deutschland einigten sich die Fanszenen auf stillen Protest. Die ersten 20 Minuten nach Anpfiff am Dienstag-, Mittwoch- oder Donnerstagabend wurde geschwiegen. Aber nicht nur die Anpfiffzeiten waren Anlass für die Kritik. Vor wenigen Monaten wurde die zuletzt unfruchtbaren Gespräche zwischen Fans und Verbänden abgebrochen. Zu groß der Graben zwischen den Parteien und zu klein die Kompromissbereitschaft insbesondere auf Funktionärsseite. Die Stellungnahme zum Fanprotest hier (Compagno erklären auch mehr).

So herrschte mit Anpfiff eine ungewöhnliche Stimmung oder besser gesagt, gar keine. Auf den Rängen war nur das Gemurmel der Zuschauer und gelegentliche, spielbezogene "Ohs" und "Ahs" zu hören. Doch aktiver Support? Fehlanzeige!

 

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Dafür war, ungewöhnlich im bezahlten Fußball, die Mannschaft zu hören. Rufe von Kenneth Kronholm zum Beispiel, die sonst von den Gesängen verschluckt werden, waren für jedermann zu hören. Nach zwanzig Minuten endete der Protest, es wurde von zehn herunter gezählt, Zaunfahnen ausgerollt und Waldseite Union Berlin sowie die Working Class Holstein Kiel stiegen mit ihrem Gesang ein. Endlich die Stimmung, die man gewohnt ist und die einen Teil des Erlebnis Fußballs ausmacht. Der Kontrast machte deutlich: Fußball ohne Fans ist nur der halbe Spaß. Und die Fans haben Kompromissbereitschaft und vor allem fangerechte Anstoßzeiten verdient.

 

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Für die Auwärtsfahrt nach Berlin hatten sich die Kieler etwas besonderes ausgedacht. Dem Anlass entsprechend wurde der Gästeblock des Stadions in Dienstkleidung geentert. Blaumänner, Signalwesten & Co. bestimmten das Bild. Und es war vor allem festzustellen, dass die Liebe zu Blau-Weiß-Rot auch in der Woche den Block gut füllte. Ob nun mit Gelbem Schein oder „legal“ mit Urlaubsantrag, rund 1.000 Kieler dürften es mindestens gewesen sein.

 

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Auf dem Feld ging Holstein offensiv und mit dem bekannt hohen Pressing zu Werke, und kaum war der Anpfiff verhalt, gab es gleich mal das erste Ausrufezeichen von Holstein: Schuss Serra, aber knapp drüber. Erster kleiner Stimmungsdämpfer war die verletzungsbedingte Auswechselung von Honsak, das „restliche“ Personal ließ sich aber nicht beirren und dominierte die Anfangsphase, nur konnten Lee und Schindler ihre Chancen nicht nutzen. Mit einigen schwächeren Phasen blieb Holstein das spielbestimmende Team, kurz vor dem Halbzeitpfiff musste dann Kronholm allerdings in höchster Not retten. Das 0:0 zur Pause wurde äußerst positiv bewertet.

 

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Während es an der Alten Försterei leckere Quarkkeulchen gab, wurde in Schleswig-Holstein die Halbzeitpizza gekillt, ehe es frohen Mutes in Hälfte zwei ging. Die gestaltete sich ausgeglichener als der erste Durchgang, die Angriffe der Hausherren endeten aber spätestens beim gut aufgelegten Kronholm. Insgesamt ein Zweitligaspiel auf höherem Niveau, dass mit fortlaufender Spieldauer immer spannender wurde, weil sich weder Union noch Holstein mit einem Unentschieden zufrieden geben wollten. Trotzdem glaubte man gar nicht mehr an ein Tor, als in der 90. Minute ein Flachschuss von Prömel flach im Kasten der Kieler einschlug. Dass nach einem Konter ein Fallrückzieher von Polter dann nach den Weg ins Tor fand und die 2:0-Niederlage besiegelte, war mehr als ärgerlich, hatte Holstein bis dahin doch eine wirklich mehr als akzeptable Leistung gezeigt. Monokausale Erklärungen und das Festmachen der Niederlage an einem Spieler helfen nicht wirklich weiter nach so einem Spiel – aber die geschehen ja zum Glück meistens nicht an den entscheidenden Stellen. Und am Freitag geht es ja schon wieder weiter – mit aufregen oder mit freuen.

 

P.S. Danke an Björn Henningsen für das Top Bild!

 

 

22. September 2018, Endstand 2:2

 

„Bei Wind und Wetter den Jungs verpflichtet...“, nicht nur eine Zeile aus Erik Cohens 'Englische Wochen', sondern in Kiel nach Ende des Sommers Realität. Der erste Herbststurm fegte über die Landeshauptstadt, Regenjacke und Windbreaker dominierten auf den Rängen. Nach dem eher ungünstig verlaufendem Spiel in Fürth nahmen einige Plattformen das böse Wort mit dem großen 'W' in ihre Berichterstattung auf. Vielleicht ein bisschen übertrieben und verfrüht. Vor allem, da mit dem VfL Bochum der Primus des letzten Spieltages zu Gast war. Das 6:0 gegen die Schanzer sorgte durchaus für Respekt. Zumal mit Lewerenz und nach wie vor Seydel zwei Offensivkräfte verletzt fehlten, die sich zuletzt nicht so schlecht verkauft hatten. Nachdem die Abwehr mit Dehm und Thesker am vergangenem Wochenende nicht so gut funktioniert hat, kehrten die altgedienten Schmidt und Herrmann wieder zurück. Dehm rückte weiter nach vorne, Lee und Honsak sprangen für Lewerenz und dem erkrankten Schindler ein.

 

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Mit einem kleinen, aber feinen Intro begrüßten die rund 600 mitgereisten Bochumer ihre Mannschaft. Zuvor tönte Grönemeyers "Bochum" durch Stadion. Eine schöne Geste, zumal diese musikalische Liebeserklärung an Verein, Stadt und Region Kultcharakter besitzt.

 

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Ähnlich wie das Wetter zeigten sich die ersten 20 Minuten des Spiel echt stürmisch. Bereits nach fünf Minuten konnten vier Offensivaktionen auf Kieler Seite verbucht werden. Allerdings ließ sich auch der Bochumer Angriff nicht lumpen und versuchte die Möglichkeiten, die Holstein zuließ zu nutzen. Vorerst allerdings ohne Erfolg. Im Verlauf der ersten Halbzeit nahm die Zahl der Chancen für beide Teams etwas ab, das wirkte sich allerdings nicht auf den Unterhaltungsfaktor aus. Trotzdem setzte es in der 38. Minuten einen kleinen Dämpfer. Getreu der Regel 'Wer seine Tore vorne nicht machte...', kassierten die Störche nach einem Konter einen Treffer von Bochums Hinterseer. Insbesondere angesichts des bis dahin wirklich guten Spiels der Kieler war das ärgerlich. Die Hoffnungen lagen nun auf Halbzeit zwei.

 

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Sportpark Ronhof, 15. September 2018, Endstand 4:1

 

Das mit dem Fußball, oder besser gesagt mit der Liebe zu ihm, ist so eine Sache. Nick Hornby hat es festgehalten, wie kein Anderer. "Ich verliebte mich in den Fußball, wie ich mich später in Frauen verlieben sollte: plötzlich, unerklärlich, unkritisch und ohne einen Gedanken an den Schmerz und die Zerrissenheit zu verschwenden, die damit verbunden sein würden.", heißt es in seinem Buch Fever Pitch.

 

Eine Aussage, die vermutlich jeden Fußballfan ins Herz trifft. Noch beim letzten Auswärtsspiel fragten wir uns, warum wir so blöd sind, binnen sieben Tagen zwei Mal nach Bayern zu reisen. Die Antwort darauf und auf die Frage, warum wir sogar drei Mal binnen vier Wochen die Landesgrenze zum Freistaat überqueren, nur um 90 Minuten lang 22 Männern beim Sporttreiben zuzuschauen, lässt sich nicht schöner formulieren, als besagter Nick Hornby es getan hat. Und neben dem Sportlichen und den zu überbrückenden Distanzen, schmerzen auch Begleiterscheinungen wie andauernde Nebenkriegsschauplätze mit Verbänden, Funktionären und Vereinsoberen. Und wie in jeder guten Beziehung mag sich das Verhältnis zum Lebenspartner verändern, nicht mehr frei von Kritik sein und voller Bewusstsein für den Schmerz. Aber die Liebe bleibt. Und Liebe trägt bekanntlich seltsame Blüten.

 

Also ging es am Freitag nach Feierabend (um 19 Uhr !) auf die A7, mit dem Ziel mindestens bis Hessen zu kommen. Kurz vor Kassel, circa eine halbe Stunde vor Mitternacht, beflügelte die Liebe, vielleicht aber auch der Koffeinkonsum derart, dass bis kurz vor die Landesgrenze Bayerns durchgezogen wurde. Gute Entscheidung, wie sich herausstellte. Schließlich bietet die Barockstadt Fulda viele Sehenswürdigkeiten, wie zum Beispiel den Dom St. Salvador oder das Stadtschloss.

 

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Viel Zeit für Sightseeing blieb nicht, schließlich galt es die keine 20 km entfernte Landesgrenze zu überqueren, um in einer fränkischen Metzgerei das Frühstück zu organisieren. Unsere Wahl fiel auf Bad Brückenau. Dem fleißigen Bildzeitungsleser oder alternativ, den Radsportinteressierten dürfte der Ort aus der jüngeren Berichterstattung zu Jan "Ulle" Ullrichs Therapie bekannt sein. Fun Fact: In Bad Brückenau gibt es ein Fahrradmuseum. Wir interessierten uns allerdings mehr für die kulinarischen Spezialitäten der Region und nannten bei Verlassen des pittoresken Örtchens zwei Tüten Sonntagsaufschnitt und eine warme Tüte Braten im Brötchen fürs Frühstück unser Eigen.

 

Liebe geht halt auch durch den Magen und wenn der Fußball dafür sorgt, dass unsere Mägen stets mit dem Besonderen der deutschen Metzgereien gefüllt ist, kann nicht so viel schief gelaufen sein. Gesättigt wurde das Stadion angesteuert. Gegenüber des letzten Besuches in Fürth war die neue Haupttribüne des Sportparks Ronhof weiter gewachsen. Da blickt man als Kieler fast ein bisschen neidisch drauf. Denn anstatt mit Baufortschritt, glänzte das Kieler Tribünenprojekt zuletzt mit negativer Presse. Nachdem in den vergangenen Jahren immer wieder Ausbauprojekte von Stadien deutscher Profivereine durch die öffentliche Hand gefördert wurden, scheint dies auf ein mal nicht mehr "en vogue" zu sein. Eine Diskussion, die man an anderer Stelle vielleicht mal führen kann.

 

Der eingangs zitierte Schmerz ist nur allzu oft von sportlichen Ergebnissen geprägt. Erinnern wir uns zurück an den Saisonauftakt, als eine völlig entfesselt spielende KSV allen Unkenrufen nach dem Umbruch zum Trotz einen verunsicherten HSV im Volkspark mit einem 3:0 in die Kabine prügelte. Da fiel es schwer, auf die Euphoriebremse zu treten. Und obwohl die nachfolgenden Spiele in der Liga und auch im DFB-Pokal deutlich weniger furios abliefen, entlockten sie den Kieler Anhängern zumindest ein zufriedenes "Jo" - in Norddeutschland ja bekanntlich schon höchste Anerkennung. Schließlich hatten sich die Störche das Prädikat "Ungeschlagen" verdient. So war auch die Stimmung im Gästelager gut - vom Auswärtsblock gab es ein nettes Intro zum Auflaufen.

 

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Damit wären wir auch schon beim Spiel gegen die Kleeblätter. Von direkten Tabellennachbarn wurde vermutlich ein ausgeglichenes Spiel erwartet. Zunächst sei gesagt, dass es sich bei dem Spiel definitiv um schwere Kost handelte. Zäh bisweilen, ohne echte Offensivszenen. Die beste hatte in Halbzeit eins noch Steven Lewerenz, der in die Startelf gerückt war. Doch die Latte verhinderte Schlimmeres für die Gastgeber. "Das gewinnt Kiel heute, die machen das gut.", hieß es von Andreas Bornemann, der auf der Tribüne zu Besuch war. Wer wollte ihm da widersprechen? Schließlich sah es in den ersten 45 Minuten tatsächlich so aus.

 

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Doch ohne mit weiteren Zitaten um sich werfen zu wollen - ein Fußballspiel hat bekanntlich eine zweite Hälfte. Und die war - sagen wir es diplomatisch - zum abgewöhnen. Zunächst schien Kiel mit einer Chance von Kinsombi weiter das Chancenplus auf der eigenen Seite zu haben. Zehn Minuten später folgte aber der Gegenschlag. Und im Gegensatz zu den Versuchen der Gäste, saß dieser. Alles andere als Unschuldig an dem Treffer ausgerechnet der Ex-Fürther Stefan Thesker, der erstmals diese Saison zum Einsatz kam. Statt dem eigenen Mann, erreichte der Pass Fürths Sebastian Ernst, der legte seinem Kollegen Keita-Ruel auf. Führung für Fürth in der 52. Minute. Damit begann das, was man eine ernsthafte Beziehungskrise nennen kann. Ein Fehler von Wahl, verursachte das 2:0 in der 60. Minute. Aus „gar nicht so schlimm“ hatten zwei individuelle Fehler ein „hier droht eine Klatsche“ gemacht. Nur zwei Minuten später fast das 3:0. Holstein stand zu diesem Zeitpunkt mächtig offensiv, wo allerdings zu wenig an diesem Tag gelang. Stattdessen rollten die Konter in Richtung Kieler Tor. Keita-Ruel begrub nach 83 Minuten die letzte Hoffnung, noch etwas Zählbares mitzunehmen. Girth gelang zwar noch ein Treffer für Blau-Weiß-Rot.

 

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3. September 2018, Endstand 2:1

 

19.30 Uhr. Der Versuch pünktlich Feierabend zu machen, ist gescheitert. Missmutig werden die ersten WhatsApps verschickt: „Bin dann vielleicht in der zweiten Halbzeit da“. Zudem auch noch Stau zwischen Arbeitsplatz und Zielort herrscht. Kurz danach dann aber doch das erlösende Fallen des Stiftes, ab geht es ins Auto und mit Höchstgeschwindigkeit über die inzwischen freien Straßen in Richtung Stadion. Parkraum am Westring ist auch noch vorhanden und nach einem kleinen, aber strammen Fußmarsch ist sogar noch ein Zeitpuffer bis zum Anpfiff von fast 10 Minuten. Das Flutlicht strahlt, die Ränge sind gut gefüllt und langsam fällt der Stress ab – "Scheiß Montagsspiele", bleibt aber trotzdem der Gedanke.

 

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Dann ertönt aber auch schon der Pfiff von Schiedsrichter Dr. Kampka. Der Gästeblock legt direkt lautstark los, während es aus dem Block 501 zunächst deutliche Unmutsbekundungen in Richtung Geschäftsführung des Vereins gibt. Seit dem Frühjahr sind die Fronten arg verhärtet, das „Hauptribünenverbot“ für die aktive Szene beim Spiel der U23 gegen die Zwote des HSV, sowie die anschließende „Würstchengate“ und deren Folgen hatten unter der Woche zu einer neue Eskalation geführt, die so absolut nicht wünschenswert ist.

 

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Akustisch der Support danach aber auf einem guten Level, mit einem richtigen Gegner im Gästeblock singt es sich vielleicht doch lauter (und die Magdeburger durften ja diesmal Überdachung nutzen). Auch auf dem Feld sieht es so aus, als wenn die Gäste nicht nur zerstören wollen, bereits nach wenigen Minuten muss Kronholm bei einem Kopfball von Erdmann eingreifen. Auch die nächste Chance erspielen sich die Gäste, der Winkel ist für Costly dann aber doch etwas zu spitz. Bei Holstein blitzt immer wieder die Idee des neuen Spielsystems auf, zu Beginn hakt es aber noch häufig, der FCM stört den Spielaufbau immer wieder erfolgreich. Dann nach 25 Minuten aber ein Kopfball von Honsak, den der Magdeburger Keeper noch gerade vor der Linie festhält. In der Folge ist Holstein dann feldüberlegen aber nicht zwingend. So wirklich unzufrieden sind beide Lager zur Pause wohl nicht.

 

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 Continental Arena, 26. August 2018, Endstand 0:0

 

Gerade mal sieben Tage war es her, dass die Kieler die Landesgrenzen von Bayern verlassen haben. Doch weil der Freistaat im August so schön ist, durften die Störche gleich ein zweites Mal innerhalb einer Woche gen Süden ziehen. Beide Male auf einem Sonntag, was schert es den Norddeutschen schon, erst spät in der Nacht, oder gar am frühen Morgen des Montages zu Hause zu sein!? Rücksicht konnte von DFB und DFL nicht verlangt werden. Es war doch verständlich, dass Duisburg die 259 Kilometer nach Darmstadt oder Sandhausen die 326 Kilometer nach Bochum lieber auf einem Samstag machen. Der Kieler ist es ja von Haus aus gewohnt, weite Strecken in Kauf zu nehmen. Da sind über 800 Kilometer auf einem Sonntag doch kein echtes Hindernis. ¯\_(ツ)_/¯

 

Für die CCK-Reisegruppe stand nach dem Trip nach München fest, dass man sich die Tour nach Regensburg am darauffolgendem Wochenende eigentlich sparen kann. Also fanden wir uns am Samstag vorm Spiel auf der Autobahn wieder. Wie das passieren konnte, lässt sich rational nicht erklären. Aber wo man, nach einem kleinen Abstecher beim Fußball in Rudolstadt (Bericht folgt) schon mal in Regensburg war, ließ man es sich nicht nehmen, die bayrische Gastfreundschaft zu genießen. Wie schon in München wurde ins Gasthaus eingekehrt. Statt ins Kneitinger ging es dieses Mal ins Regensburger Weißbräuhaus. Hier wurde geworben mit Bier aus eigener Herstellung, Fleisch und Wurst aus der eigenen Metzgerei und eigenem landwirtschaftlichen Anbau. Die beworbene Qualität wurde getestet und für die kommende Saison kann ganz klar eine Empfehlung ausgesprochen werden.

 

 

 

 

Besonders Bayern ist bekannt dafür, dass Touristen aus Asien sich die Schönheiten Europas binnen 24 Stunden zeigen lassen und somit auch in Scharen durch das südlichste und vermeintlich deutscheste Bundesland der Republik ziehen. So war es am Morgen auch nicht ganz klar, ob es sich bei am Hotel vorbei ziehendem Tross um jene Touristen oder dem Lee-Fanclub handelte, der von Spiel zu Spiel größer zu werden scheint.

 

Vor Anpfiff wurde es aber auch für CCK nochmal touristisch. Ein kleiner Abstecher zur Walhalla - einer Gedenkstätte für bedeutende deutsche Persönlichkeiten. Neben der stark ans Pantheon angelehnten Architektur, beeindruckte besonders der Blick über die Landschaft entlang der Donau. Den Eintritt in die Ruhmeshalle haben wir uns allerdings gespart, denn wir waren uns sicher, dass man unter den bedeutenden Persönlichkeiten keine Büste Patrick Herrmanns finden würde. Ein unverzeihlicher Fehler, der uns keinen Cent wert war.

 

Walhalla

 

 

Also direkt weiter zum Stadion, dass praktischerweise direkt an der A3 liegt und damit zu den verkehrsgünstiger gelegenen Stadien gehört. Leuchtend rot und hochmodern tauchte es am Horizont auf. Eine Schönheit ist es von aussen eher nicht. Auch wenn sich gegenüber dem letzten Besuch neue, beeindruckende Graffiti hinzugekommen sind. Aber schon damals fiel auf, dass die Akustik der engen Arena sehr gut ist. Heim wie Gästekurve sind dank des Daches und der steilen Kurve gut im Stadion zu hören.

 

 

 

 

 

Gegenüber des Pokalspiels standen Seydel statt Kapitän Kinsombi und Honsak in Vertretung für den Gelb-Rot-gesperrten van den Bergh in der Startaufstellung. Seit 2013 hat der Jahn nicht mehr gegen Kiel gewonnen. In der 2015 gebauten Continental Arena haben die Regensburger gegen Kiel sogar nur Niederlagen eingefahren. Die Statistik vorm Spiel sprach also für uns.

 

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Bereits nach wenigen Minuten konnte Seydel einige Offensivaktionen für sich verbuchen und zeigte bis zu seiner Auswechselung viel Engagement - leider ohne zählbaren Erfolg, trotzdem rechtfertigte er seinen Platz in der Startaufstellung. Insgesamt ließ einen die erste Halbzeit dennoch etwas ratlos zurück. Weder mangelte es an Unterhaltung, noch Chancen. Doch die Überlegenheit, die Kiel die letzten Mal an der Donau gezeigt hatte, fehlte. Die hoch stehenden Gastgeber machten es Holstein schwer. Den 9.700 Zuschauern, davon rund 150 aus Kiel, fehlten für einen höheren Unterhaltungswert lediglich die Tore.

 

Auch die zweite Hälfte begann zunächst wieder besser für die Störche. Doch je weiter die Zeit voran schritt, desto unsicherer wirkte das Kieler Spiel wieder. Die konsequente und starke Verteidigung von Regensburg ließ jeden Versuch in Führung zu gehen ins Leere zu laufen. Da war es auch kein Wunder, dass rund 20 Minuten vor Ende auf einmal nur noch der Jahn nach vorne spielte. Die Null stand dank einer Mischung aus Pech (Latte), mangelnder Präzision und dem beherzten Eingreifen von Kronholm, der sich gegenüber der ersten Hälfte deutlich gesteigert hatte.

 

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schindler

 
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