11. November 2018, Endstand 4:2

 

Auf geht es in die Rückrunde der ersten Regionalliga-Saison für die U23 der Störche. Dass vor dem Heimduell gegen Mitaufsteiger VfL Oldenburg schon 29 Punkte auf der Habenseite stehen würden (und das mit einem Spiel in der Hinterhand) und Holstein Kontakt zur Spitze hält, hätten wohl nur die wenigsten geglaubt.

 

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Zum Duell gegen die grün-weißen Oldenburger hatten sich nur rund 150 Zuschauer, davon null Gäste in Projensdorf eingefunden. Keine wirklich gute Kulisse, vielleicht sollten sich die Vereinsoberen nochmal Gedanken machen, denn sportlich attraktiv ist das, was die Elf von Ole Werner bietet auf jeden Fall.

 

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Bei wechselhaftem Novemberwetter dauerte es rund 25 Minuten ehe Noah Awuku mit einem flachen Distanzschuss nach einer Flanke von Alt die Führung erzielen konnte. Die Gäste spielten ungeachtet der Tabellensituation mit, ein Treffer gelang bis zur Pause auf beiden Seiten allerdings nicht.

Benteler-Arena, 9. November 2018, Endstand 4:4

 

Es gibt so Spiele, wo man denkt: „Heute hätte man neutraler Zuschauer sein müssen. Das Spiel hatte echt alles:“ Leider ist Holstein-Fan aber nicht neutral. Doch der Reihe nach....

 

Aufbruch in Kiel am späten Vormittag, um eine Stunde später Mittagspause bei einer old-school Metzgerei in Altona zu machen (wenn der letzte Mitfahrer noch an der Elbe eingesammelt werden muss, kann das Verlassen der Autobahn auch noch sinnvoll genutzt werden).

 

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Dann vor dem Stau wieder auf die Autobahn und die relativ entspannte Distanz bis Ostwestfalen abgespult. Es ist ein relativ milder Novemberabend in Paderborn, an dem sich der Gästeblock richtig gut füllt. Und zu Beginn mit Schwenkern und Pyro das 10-Jahre Jubiläum der Freundschaft zwischen Hessen Kassel und Holstein Kiel feiert.

 

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pyro

 

Doch noch ehe die ersten Lichteffekte eingesetzt werden, jubelt bereits die Heimseite. Neun Sekunden! Es darf doch nicht wahr sein – wieder ein früher Gegentreffer, nur noch früher. Und das obwohl Holstein sogar Anstoß hatte. Gueye ist es, der eine Pass von van den Bergh auf Thesker abfängt und trocken einschiebt. Mit leicht vermiester Laune geht es auf den Platz, immerhin zeigt sich Holstein wenig geschockt. Lee auf Schindler, der nach nur sechs Minuten zum 1:1-Ausgleich verwandelt. Die Freude darüber währt allerdings nicht wirklich lange, denn drei Minuten später führt wieder der SCP. Wiederum nur eine Minute später taucht Kinsombi vor Zingerle auf, doch ist nicht erfolgreich. In der Folge zappelt der Ball gleich dreimal im Paderborner Netz, aber Abseits, Abseits, Abseits. Trotzdem sind die Offensivbemühungen der Störche klar zu erkennen, aber eben auch die Wackler in der Defensive. Und so steht es zur Pause sogar 3:1.

 

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Der Schreiber hat den Eindruck, als wenn an diesem Abend nicht viel geht und beschließt den aufkommenden Appetit zu bekämpfen. Pizza und Hamburger duften bis zum Spielfeldrand – doch auf der Haupttribünenseite hat nur eine Wurstbude offen und die Schlange ist einen Kilometer lang. Dreck! Also wieder die Kamera geschnappt und auf die zweite Hälfte gewartet, die es in sich haben sollte. Schindler und Serra legen mit Großchancen los, aber zu diesem Zeitpunkt sieht es noch so aus, als wenn Kiel eher noch einen Treffer kassiert, als selbst erfolgreich zu sein.

 

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4. November 2018, Endstand: 4:1

 

Werder II - wie oft mag wohl Holsteins erste Mannschaft mit dieser Truppe die Klingen gekreuzt haben? Dank Abstieg der Bremer Reserve und Aufstieg unserer Zweiten trafen sich beide Vereine dieses Mal zum reinen "Duell der Amateure" im Citti Fußball Park. Dass die kleinen Bremer eine gute Rolle in dieser Liga spielen würden, ist sicherlich keine Sensation. Dass diese Partie aber im November ein Spitzenspiel sein sollte, in welchem der fünfte den dritten der Tabelle empfing, ist aber eine kleine Überraschung und Lohn der guten Arbeit von Ole Werner und seinem Team.

 

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Die KSV hatte von Anfang an keinen Respekt vor dem ehemaligen Drittligisten und ging beherzt gegen die Bremer Reserve zu Werke. Werder fand kein Mittel gegen die engagierten Störche, die insbesondere durch Kulikas einige Chancen zur Führung besaßen. Nach zwanzig Minuten zeigte der Referee auf dem Bremer Elfmeterpunkt, die Kieler Sturmspitze machte es nun besser und verwandelte. Holstein blieb weiter tonangebend und kombinierte munter nach vorne, kurz vor der Pause erhöhte der sich seit Wochen in guter Form befindende Alt zum 2:0.

 

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Nach Wiederanpfiff dezimierte Schiedsrichter Rosin die Gäste per Ampelkarte, in Unterzahl präsentierte sich der Bremer Nachwuchs aber deutlich besser und entwickelte eine kleine Druckphase aus der auch das 1:2 resultierte. Das Zwischenhoch wurde durch das 3:1, abermals durch Kulikas, aber jäh wieder durchbrochen. Für den umjubelten Abschluss sorgte kurze Zeit später abermals Alt, der erst einen Gegner im Sechzehner tunnelte und dann eiskalt ins lange Eck verwandelte. 4:1 gegen Bremen II, wirklich beeindruckend angesichts der Tatsache, dass in den Köpfen einiger Anwesenden die Bilder der 1:6-Klatsche von Holsteins erster Mannschaft auf Platz 11 noch präsent waren.

 

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Was Holsteins U23 Woche für Woche ohne Unterstützung aus der Zweitligamannschaft leistet, ist wirklich sehenswert und hätte wirklich mehr als derzeit 150 Zuschauer im Schnitt verdient. Für einen größeren Zulauf wäre eine Erweiterung der Stehplatzkapazitäten für Heimzuschauer förderlich.
Die nächste Aufgabe erwartet Ole Werners Team am 11. November abermals in Projensdorf, dann gegen den VfL Oldenburg.

 3. November 2018, Endstand: 2:2

 

Sonnabendmorgen, die Sonne geht langsam über der Förde auf. Der Mittwoch mit dem Pokalerfolg ist noch gar nicht ganz verarbeitet und schon steht das nächste Spiel an – das dritte in sieben Tagen. Da tut jede Minute Erholung gut und diese wird sich vor Anpfiff am Tiessenkai gegönnt. Ein Anwesender Ingolstädter sagt ein wenig scherzhaft: „Ich bleibe hier. Im Stadion wird es eh wieder deprimierend sein.“ Als Schlusslicht der 2. Bundesliga war es die letzten Monate wirklich nicht sehr berauschend, zudem der Trainerwechsel hin zum im Holstein-Stadion noch gut bekannten Alexander Nouri auch komplett verpufft ist. Auf Kieler Seite hingegen ist das Stimmungsbarometer nach den Siegen gegen St. Pauli und dem SC Freiburg im Pokal deutlich wieder im positiven Bereich.

 

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Als ein positives Omen konnten auch die Ballmädels gewertet werden, die von der weiblichen U17 der KSV gestellt werden und in ihrer Liga alles in Grund und Boden schießen. Davon sollte sich in den ersten 45 Minuten allerdings zunächst wenig auf den Platz übertragen. Vor Anpfiff beteiligte sich Block 501 am bundesweiten Protest gegen den DFB. In Hälfte zwei wurde das Thema nochmal von der Gruppe „Compagno“ aufgenommen, inklusive Bezug zu 100 Jahren Beginn des Kieler Matrosenaufstands.

 

 

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Aufs Feld sprang der Funke von den Rängen zunächst nur wenig über. Irgendwie stellte sich das Gefühl ein, dass Tore an diesem Tag eher Mangelware bleiben dürften. In Hälfte eins zeigten sich die Wolken am blauen Novemberhimmel deutlich kreativer und spannender. Nach einer derart anstrengenden Woche, wäre ein 0:0 akzeptabel, wenn auch nicht besonders schön.

 

DFB-Pokal, 2. Hauptrunde

31. Oktober 2018, Endstand: 2:1

 

Pokalnächte können lang sein. Vor allem, wenn um 20:45 Uhr angepfiffen wird. Gerade als Anhänger des „Underdogs“ gerät man da in einen Zwiespalt. Einerseits wünscht man sich natürlich die nächste kleine Sensation in Form des Weiterkommens. Andererseits lauert hier die Gefahr einer Verlängerung und womöglich eines Elfmeterschießens. Nicht wenige erinnerten sich an das SHFV-Pokal-Finale 2014, das, um 20:30 Uhr angepfiffen, ins Elfmeterschießen ging. Am Ende (so kurz vor Mitternacht) gewann die KSV das Spiel mit einem unglaublichen 14:13.

 

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Aber, um die diese Phrase zumindest einmal zu bringen, hat der Pokal seine eigenen Gesetze. Der Liganiedrigere zu sein, heißt nicht zwangsläufig, keine Chance auf ein Weiterkommen nach 90 Minuten zu haben. Gehen wir weiter zurück, landen wir in der Pokalsaison 2011/2012. Als Viertligist Cottbus, Duisburg und Mainz mit jeweils deutlichen Zu-Null-Siegen aus dem DFB-Pokal zu werfen, muss auch erstmal einer nachmachen.

 

Aber genug mit der Vergangenheit. Holstein im Hier und Jetzt traten an diesem Halloween-Abend als Zweitligist und angeblich zweitsympathischster Verein gegen die Sympathieträger Nummer eins (auch wegen solcher Kreativität), Bundesligist SC Freiburg an. Schon bei der Auslosung überkamen den einen oder anderen gemischte Gefühle. Mit dem SC Freiburg würde ein Verein an die Förde kommen, dem nicht wenige das Weiterkommen gegen jeden anderen Verein vermutlich gönnen würden. Doch hieß Freiburg auch, die Chance auf nächste die Runde war größer, als sie es gegen Bayern, Schalke oder z. B. Dortmund wäre. Am Ende siegte natürlich das HolsteinHerz.

 

Auf den pickepackevollen Tribünen fieberten Gastgeber und Gäste gleichermaßen dem Anpfiff entgegen. Der Auswärtsblock war ausverkauft - eine starke Leistung, trotz Feiertag. 

 

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Eine Choreo war den Gästen allerdings nicht gestattet. Sie machten allerdings das Beste drauf und schwangen mit Einlaufen der Mannschaften ihre Fahnen nach Leibeskräften. Untermalt wurde das Ganze von ein paar Leuchtmitteln. Heimseitig gab es ein blau-weiß-rotes Fahnenmeer und die altgediente, große „Kieler SV Holstein“-Fahne vorm Block. Dazu ein paar Konfettikanonen und das Intro war dem Anlass angemessen.

 

Ernüchternd war es hingegen auf dem Rasen. Geschlagene 43 Sekunden hatte es gedauert bis zum Treffer. Tim Walter saß noch nicht einmal auf der Bank, als die Gäste schon jubelten und die Kieler sich verwundert die Augen rieben. Das Heimpublikum verspürte vermutlich ein kollektives, inneres Seufzen. Der Schwung nach dem Sieg am Millerntor schon wieder verpufft? Zum Glück gaben sich weder der zwölfte Mann, noch die Elf auf dem Rasen geschlagen. Ganz im Gegenteil: Binnen fünf Minuten nach dem Tor entwickelte sich eine unterhaltsame und zuweilen rasante Partie, die einen Klassenunterschied nicht im Geringsten erkennen ließ. So kam der Ausgleich in der 26. Minuten gar nicht so überraschend. Mühling setzte sich wunderschön auf Rechts durch, legte Serra (der von einigen Internettrainern ja am liebsten schon wegtransferiert worden wäre) auf, der per Kopf zum 1:1 traf. Ein erleichterter und freudiger Jubel brandete durchs Stadion - alles wieder auf Anfang. Bis zur Pause drückte Kiel weiter in Richtung des Freiburger Tors. Die letzte Viertelstunde schienen die Klassenverhältnisse sogar umgekehrt.

 

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Zu Beginn von Hälfte zwei allerdings waren sie kurzfristig wieder hergestellt. Der SC Freiburg kam deutlich aufgeweckter aus der Pause und sorgte nach diesmal nur 23 Sekunden für einen kollektiven Herzstillstand beim heimischen Publikum. Wieder war es Petersen, der Maß nahm, allerdings diesmal etwas zu hoch zielte. Keine Wiederholung des Beginns der ersten 45 Minuten und Glück für die Störche, die sich erneut schnell fingen und, obwohl etwas tiefer stehend als sonst, auch wieder versuchten die Regie am dem Feld zu übernehmen. Dieses Mal dauerte es etwas länger, doch nach einer Stunde war erneut kein Klassenunterschied zu erkennen. Der große Unterhaltungswert der Partie überdeckte kurzfristig sogar die Sorge einer möglichen Verlängerung. Kinsombi sei dank verflog diese spätestens in der 79. Minuten. Ballverlust im Freiburger Spielaufbau, Doppelpass Kinsombi und Schindler, Tor! Wunderschönes Ding, mit dem der Kapitän seine sackstarke Leistung krönte.

 
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