Ruhrstadion, 23. Februar 2019, Endstand 1:3

 

Bochum ist Kult. Keine Diskussion. Seien es die Pottoriginale, die leider inzwischen in Rente gegangenen Unikate Pommes-Horst und seine Gisela oder die Pinkelrinnen, die aussehen und riechen, als wären es noch immer die, die beim Bau des Stadions errichtet wurden (und sie sind es vermutlich auch). Plus die Distanz ist relativ entspannt für Kieler Verhältnisse. Trotzdem geht es für einen Teil von CCK früh auf die Autobahn, einfach ein wenig Zeitpuffer haben für eventuelle Exkursionen durch die Pott-Kultur, sie es, was den Ballsport oder den Bergbau betrifft. Eine kaputte Bus-Frontscheibe führt dann allerdings zu einem kurzen Umweg über Quickborn, wo dann einige Bagaluten eingesammelt werden. Denn zu diesem Zeitpunkt steht es nicht wirklich fest, ob und wann der Bus weiterfahren kann. Mit voller Besatzung geht es dann weiter Richtung Westen. Trotz allem immer noch mit guter Zeitreserve, weshalb es dann doch noch zu einem „Hot Spot“ geht, der den Pott bestens repräsentiert: Den Profi-Grill in Wattenscheid. Hier hat CCK schon mehrfach gestoppt und kann von daher eine Empfehlung aussprechen. Denn auch dieses Mal mundet Currywurst & Pommes, begleitet von einem lecker Fiege.

 

profigrill

 

Im Stadion hagelt es allerdings erst einmal Kritik: „Wir haben in Bochum auch gute Imbisse.“ Denn auch wenn Wattenscheid inzwischen offiziell ein Bochumer Stadtteil ist, mag man sich nicht so wirklich. Als Geste der Versöhnung wird dann noch die „Echte“ von Dönninghaus verspeist, also die Currywurst der Herbert Grönemeyer einst ein musikalisches Denkmal setzte (haben wir schon letztes Mal erwähnt, wurde uns aber auch dieses Mal erzählt).

 

curry

 

Die Soße hat gut Wums, der Kreislauf ist wach, also kann es mit dem Hauptevent losgehen. Der Blick auf die Tabelle hat, was die Vorzeichen betrifft, eher wenig Aussagekraft. Denn auch wenn der VfL nur einen Platz hinter der KSV steht, spricht der Trend eine andere Sprache. Bis auf einen Sieg gegen Duisburg läuft bei Bochum seit der Winterpause überhaupt nicht mehr. Holstein hingegen hat lediglich nach Ansicht der Lübecker Nachrichten eine Krise. Einzig ein paar mehr Tore stehen auf der Wunschliste der Störche und ihrer Fans. Auffällig ist auch die Körpersprache der beiden Trainer, Dutt und Walter.

 

dutt

 

walter

 

Nach seiner Gelbsperre für das Heimspiel gegen Fürth am vergangenen Wochenende kehrte Alexander Mühling wieder zurück in die Startelf. Auch Okugawas Muskelfaserriss ist wieder ausgeheilt und so nahmen Kammerbauer und Evina zunächst wieder auf der Bank Platz.

 

bergbau

 

heimblock

 

tankwart

 

freefinner

 

Die elf Störche auf dem Feld gaben vor 13.398 Zuschauern gleich von Beginn an Gas. Mühling und Serra prüften Bochums Keeper Riemann, der zunächst allerdings noch Sieger blieb. Die Offensivbemühungen der Hausherren blieben eher ungefährlich, zunächst gelang Holstein aber auch kein Treffer. Dann nach einer halben Stunde setzte Alexander Mühling kurz hinter der Mittellinie zu einem Sprint mit Ball an, dem Dominik Baumgartner nicht folgen konnte. Abschluss flach ins lange, rechte Eck – war wunderschön anzuschauen. Nur zwei Minuten danach konnte Serra dann per Strafstoß auf 2:0 erhöhen, Lee war zuvor im Strafraum gefoult worden. Die Führung war zu diesem Zeitpunkt mehr als verdient, denn gegen das Holsteiner Offensivspiel fand Bochum überhaupt kein Mittel. Die Chance, das Ergebnis noch hochzuschrauben, vergab zunächst Atakan Karazor mit einem Lattenschuss. Kurz vor der Halbzeit konnte Masaya Okugawa dann nach einem Serra-Schuss zum 3:0 abstauben. Damit durfte Okugawa sich endlich auch in die Liste der blau-weiß-roten Torschützen eintragen.

 

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17. Februar 2019, Endstand: 2:2

 

Ohne Frage, an diesem Sonntagmorgen machte der Weg ins Stadion nochmal ein bisschen mehr Spaß. Der Himmel blau, links und rechts am Straßenrand zeigten sich die ersten Frühblüher und die Sonne strahlte mit größter Kraft. Fußball im Frühling ist doch irgendwie angenehmer. Weniger angenehm war im Vorfeld die Personalsituation. Nachdem schon mit dem langfristigen Ausfall von Kinsombi ein wichtiger Stammspieler fehlt, musste nun auch Kingsley Schindler ins Lazarett. Und auch Mittelfeldmotor Alexander Mühling konnte an diesem Spieltag nicht ins Geschehen eingreifen. Nach der fünften gelben Karte musste er das Spiel gegen die Kleeblätter von der Tribüne aus verfolgen.

 

Doch Coach Tim Walter machte bereits am Freitag klar, dass ihm diese Situation kein Kopfzerbrechen verursacht. Schließlich habe man sehr viel Qualität im Kader und er zweifelte nicht daran, dass die Jungs die sonst auf der Bank sitzen ihren Job ebenso gut, wie ihre Kollegen machen würden.

 

 

 

Einen guten Job machten zunächst aber auch erst einmal die rund 200 mitgereisten Fans aus Fürth, die bereits vor Anpfiff für gute Stimmung sorgten. Mit einem grün-weißen Fahnenmeer, einem Schiffsbug und farblich abgestimmtem Rauch empfingen die Fürther Ihre Mannschaft auf dem Rasen. Apropos Rasen – der war noch nicht so ganz im Frühling angekommen, was auch Coach Tim Walter sauer aufstieß.

 

Die erste Halbzeit ist relativ einfach zusammenzufassen. Insgesamt sehr ausgeglichen ohne spektakuläre Szenen. Holstein durchaus mit einzwei Chancen, allerdings ohne, dass eine davon wirklich zwingend war. Fürth zuweilen ein bisschen harmlos, aber mit starker Abwehr. Fast konnte befürchtet werden, dass es die zweite Hälfte so weiter geht und am Ende ein torloses Remis stehen würde. Doch weit gefehlt. Nach nur wenigen Minuten war es Dehm, der mit einer Grätsche Fürths Redondo von den Beinen holte. Ausgerechnet im Strafraum. Den völlig zurecht gegebenen Elfmeter verwandelte Green souverän.

 

 

 

10. Februar 2018, MDCC-Arena, Endstand 1:1

Das Spiel in Magdeburg läutet das Ende der englischen „Burg“-Woche ein. Nach dem sehr bitter verlorenem DFB-Pokal-Spiel gegen den FC Augsburg am vergangenen Mittwoch, liegt der Fokus wieder auf der Liga. Auch wenn die Kieler Ambitionen weniger auf Platz drei zielen, so ist dieser Im Vorfeld der Begegnung noch drin. Dazu müsste allerdings ein 4:0 her. Im Grunde genommen reicht es auch, einfach nicht den Anschluss zum Spitzenfeld zu verlieren, um sich relativ früh des Klassenerhaltes sicher sein zu können.

 

Schild

 

Die Umstände wollen, dass ein Teil der CCK-Reisegruppe im heimatlichen Schleswig-Holstein Dienst schieben muss. So reist der nicht mit dem Bus anreisende Teil kurzerhand einen Tag eher an, lässt es sich noch ein bisschen gut gehen und erkundet das Magdeburger Nachtleben. Tatsächlich lässt sich feststellen, dass Magdeburg durchaus einzwei nette Ecken aufzuweisen hat. Aufgrund der Lage an der Elbe beim nächsten Mal aber bitte im Frühjahr oder Sommer, liebe Spieltagsplaner. Verwundert hat nur der kleine Gruß auf dem Kissen des Magdeburger Hotels.

 

Halloren

 

Würzfleisch

 

Typ mit Schwert

 

Cocktails

 

Kleber

6. Februar 2019, Endstand 0:1

 

Puh... wie soll man anfangen? Am Besten mit der schlechten Nachricht zuerst. Holstein hat den Einzug ins Viertelfinale nicht geschafft. Ein Umstand, den man vor Anpfiff akzeptiert hätte. Zumindest unter der Einschränkung, dass man sich wenigsten gut verkaufen solle. Damit wären wir schon beim nächsten Punkt: Gut verkauft hat Holstein sich auch.

 

Schließlich war die Erwartungshaltung auch ein wenig gestiegen, da am Vorabend mit Heidenheim und dem HSV zwei Zeitligisten den jeweils Ligahöheren aus dem Wettbewerb geschossen haben. Dazu hat Werder Bremen den Aspiranten auf den Meistertitel Borussia Dortmund die Chancen auf das Double zunichte gemacht. Warum also nicht ebenfalls für eine kleine Überraschung sorgen und nach 2011, als Holstein noch viertklassig war, ein zweites Mal ins Viertelfinale einziehen?

 

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Ein magischer Abend ist es immerhin geworden. Meterweise glänzende Folie zieren die Banden. Dazu bei Einlauf der Mannschaften rote und blaue Folien in Publikum, auf der Westtribüne wie auch im Gästeblock, der ebenfalls eine kleine Choreo zeigt, pyrotechnische Untermalung. Weiteres Highlight: Die geschlossene Osttribüne. Auch wenn es nur ein Provisorium für das Provisorium ist – es steigert das „Stadionfeeling“ immens. Wir sind gespannt, wie das echte Provisorium aussehen wird.

 

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Gespannt geht es auch in die Partie. Das Spiel gegen Regensburg, das relativ souverän gewonnen werden konnte, im Rücken, treten die Störche von Beginn an selbstbewusst auf. Und damit können die Gäste überhaupt nicht umgehen. Bereits nach wenigen Minuten wird deutlich, dass die Partie weitestgehend auf Augenhöhe stattfindet. Völlig unbeeindruckt vom Gegner lässt Holstein eine Angriffswelle nach der anderen auf das Augsburger Tor prasseln. Der Unterhaltungsfaktor für das Kieler Publikum entsprechend groß. Nur ins Tor will der vermaledeite Ball einfach nicht. Die Chancenverwertung lässt einen sich die Haare raufen. Und trotzdem macht das Spiel richtig Spaß. Beschwingt legt sich vermutlich die Mehrheit der Heimanhängerschaft fest: In Halbzeit zwei klingelt es im Augsburger Kasten. Das Ding lassen wir uns nicht nehmen.

3. Februar, Endstand: 2:0

 

Als hätte der Kieler Winter gewusst, dass es ein schöner Tag wird, hat er nach einer doch recht trüben Woche am Sonntagmorgen die Sonne ausgepackt. Entsprechend beschwingt wirkt das Kieler Publikum beim Eintreffen am Stadion. Sicherlich auch, weil das letzte Heimspiel 2018 Sorge dafür getragen hatte, dass dem Heimspielauftakt 2019 sehnlichst entgegengefiebert wurde.

 

Zwar ließ einem der Start ins Jahr 2019 mit dem gerade noch „geretteten“ Punkt auswärts gegen Heidenheim ein bisschen mit gemischten Gefühlen zurück, an Optimismus mangelt es vor dem Spiel gegen den SSV Jahn dennoch nicht. Teile des zum Stadion strömenden Publikum ist vom Heimsieg überzeugt und diskutiert lediglich über die Höhe des Ergebnisses.

 

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Doch bevor der Kampf gegen die Donaustädter geht, steht der Kampf mit den Tränen an. Es mag sein, dass siebeneinhalb Jahre bei einem Verein keine absolute Ausnahme sind, aber es gibt diese Spieler, die sich so sehr in die Herzen des Publikums spielen, dass keiner sie gehen lassen will. Und zu diesen Spielern gehört Patrick Herrmann, dem an diesem Tag nochmal ein großer Bahnhof gemacht wurde. Kaum ein Auge bleibt trocken. Nicht einmal bei ihm selbst. Das „Patrick Herrmann“, gerufen aus rund 8.000 Kehlen, ist vermutlich noch auf dem Ostufer zu hören. Und dann ist sie vorbei, die Ära Herrmann bei Holstein Kiel. Bei seinem nächsten Besuch wird er ein anderes Blau (oder schlimmstenfalls Orange) tragen. Doch wir Kieler können uns vermutlich sicher sein: im Herzen wird er immer blau-weiß-rot bleiben.

 

Dann heißt es Tränen trocknen und anschnallen. Zwar braucht das Spiel ein paar Momente um Fahrt aufzunehmen, doch nach 12 Minuten sorgt Neuzugang Lazlo Benes mit der Vorlage und Kingsley Schindler mit dem Treffer zum 1:0 für Jubel auf den Rängen.

 

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Wenige Minuten später hat Mühling die Chance zu erhöhen, verpasst das Netzt aber nur knapp. Wer aber glaubt, Regensburg steht nur daneben und schaut zu, hat sich getäuscht. Bis zum Ende der ersten Hälfte macht der SSV der Kieler Defensive ordentlich Arbeit.

 
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