17. November 2018, Endstand 2:1

 

Mit dem Aufstieg Holstein Kiels in die 2. Bundesliga 2017 rückte die Chance auf ein neues Landesderby zunächst in weite Ferne. Zwar warteten mit dem FC St. Pauli und nach deren Abstieg auch mit dem HSV zwei neue alte Derbygegner und zwei Ligen Distanz fühlten sich mehr als befriedigend an, aber so ein bisschen fehlten die traditionellen Duelle gegen Grün-Weiß schon.

 

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Nachedem es Holsteins U23 im Sommer jedoch in die Regionalliga geschafft hatte, jedoch fest: Es gibt eine Revanche für die Saison 2007/2008. Seinerzeit verlor die Erstvertretung der Störche beide Spiele gegen die Zweite des VfB. Bittere Momente, die an diesem Sonnabend vergessen gemacht werden sollten. Schließlich barg die Begegnung auch sportliche Brisanz. Mit einem Sieg gegen die Travestädter winkte der überragend spielenden Elf von Ole Werner neben Platz zwei in der Regionalliga Nord auch die Chance, sich als Nummer zwei im Land zu bezeichnen.

 

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Ausnahmsweise hatten die Spieltagsplaner mal einen Geistesblitz und legten das „kleine Derby“ in die Länderspielpause. Das, der Veranstaltungsort Holstein-Stadion und nicht zuletzt das tolle spätherbstliche Wetter lockten insgesamt 2.758 Zuschauer an. Eine tolle Kulisse für den Kieler Nachwuchs, unter der sich auch ehemalige Kieler wie Christian Jürgensen, Florian Meyer und Fabian Wetter befanden, um die Daumen zu drücken.

 

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Und nicht nur auf den Rängen herrschte Derbystimmung. Kaum 5 Minuten waren um, da gab es schon die ersten kleinen Schubserein auf dem Spielfeld. Beiden Mannschaften waren motiviert bis in die Haarspitzen. Besonders die Gäste mussten auf Sieg spielen, denn mit einer Niederlage dürften die (zaghaften) Aufstiegsträume des VfB ausgeträumt sein.

 

Nach 17 Minuten waren diese allerdings noch in greifbarer Nähe, nachdem Arslan zur Führung für Lübeck traf. Zehn Minuten später egalisierte Sander den Spielstand. Quasi mit Abpfiff der ersten Hälfte hatte Niebergall das 2:1 auf dem Fuß, doch verpasste er den von Kulikas aufgelegten Ball knapp.

 

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Nach Wiederanpfiff stellte sich auf dem Rasen zunächst kein erneutes Derbyfeeling ein. Das Spiel verflachte etwas. Doch spätestens nachdem Noah Awuku in der 63. Minute unter Mithilfe der Lübecker Verteidigung, es sah fast so aus, als hätte Hausmeister Gerd Jahn Seife auf den Rasen geschmiert, zur Kieler Führung traf, kam wieder Dampf in die Partie. Bis zum Abpfiff hagelte es noch sechs gelbe Karten. Doch aller Einsatz der Landerl-Elf nützte nichts. Als der Unparteiische zum Abpfiff blies, stand der Nachwuchs der Kieler Störche als Derbysieger und Nummer 2 im Land fest. Zurecht wurde das Team von der Westtribüne gefeiert, wie die Großen.

 

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Die VfB-Anhänger indes reisten in der Gewissheit nach Hause, dass sich die Chance auf die Aufstiegsrunde auf ein Minimum reduziert hatte.

 

 

Uns natürlich sch...egal. Denn: Derbysieger, Derbysieger, hey, hey!!!

 

Alle Bilder in der Galerie.

11. November 2018, Endstand 4:2

 

Auf geht es in die Rückrunde der ersten Regionalliga-Saison für die U23 der Störche. Dass vor dem Heimduell gegen Mitaufsteiger VfL Oldenburg schon 29 Punkte auf der Habenseite stehen würden (und das mit einem Spiel in der Hinterhand) und Holstein Kontakt zur Spitze hält, hätten wohl nur die wenigsten geglaubt.

 

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Zum Duell gegen die grün-weißen Oldenburger hatten sich nur rund 150 Zuschauer, davon null Gäste in Projensdorf eingefunden. Keine wirklich gute Kulisse, vielleicht sollten sich die Vereinsoberen nochmal Gedanken machen, denn sportlich attraktiv ist das, was die Elf von Ole Werner bietet auf jeden Fall.

 

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Bei wechselhaftem Novemberwetter dauerte es rund 25 Minuten ehe Noah Awuku mit einem flachen Distanzschuss nach einer Flanke von Alt die Führung erzielen konnte. Die Gäste spielten ungeachtet der Tabellensituation mit, ein Treffer gelang bis zur Pause auf beiden Seiten allerdings nicht.

Benteler-Arena, 9. November 2018, Endstand 4:4

 

Es gibt so Spiele, wo man denkt: „Heute hätte man neutraler Zuschauer sein müssen. Das Spiel hatte echt alles:“ Leider ist Holstein-Fan aber nicht neutral. Doch der Reihe nach....

 

Aufbruch in Kiel am späten Vormittag, um eine Stunde später Mittagspause bei einer old-school Metzgerei in Altona zu machen (wenn der letzte Mitfahrer noch an der Elbe eingesammelt werden muss, kann das Verlassen der Autobahn auch noch sinnvoll genutzt werden).

 

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Dann vor dem Stau wieder auf die Autobahn und die relativ entspannte Distanz bis Ostwestfalen abgespult. Es ist ein relativ milder Novemberabend in Paderborn, an dem sich der Gästeblock richtig gut füllt. Und zu Beginn mit Schwenkern und Pyro das 10-Jahre Jubiläum der Freundschaft zwischen Hessen Kassel und Holstein Kiel feiert.

 

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Doch noch ehe die ersten Lichteffekte eingesetzt werden, jubelt bereits die Heimseite. Neun Sekunden! Es darf doch nicht wahr sein – wieder ein früher Gegentreffer, nur noch früher. Und das obwohl Holstein sogar Anstoß hatte. Gueye ist es, der eine Pass von van den Bergh auf Thesker abfängt und trocken einschiebt. Mit leicht vermiester Laune geht es auf den Platz, immerhin zeigt sich Holstein wenig geschockt. Lee auf Schindler, der nach nur sechs Minuten zum 1:1-Ausgleich verwandelt. Die Freude darüber währt allerdings nicht wirklich lange, denn drei Minuten später führt wieder der SCP. Wiederum nur eine Minute später taucht Kinsombi vor Zingerle auf, doch ist nicht erfolgreich. In der Folge zappelt der Ball gleich dreimal im Paderborner Netz, aber Abseits, Abseits, Abseits. Trotzdem sind die Offensivbemühungen der Störche klar zu erkennen, aber eben auch die Wackler in der Defensive. Und so steht es zur Pause sogar 3:1.

 

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Der Schreiber hat den Eindruck, als wenn an diesem Abend nicht viel geht und beschließt den aufkommenden Appetit zu bekämpfen. Pizza und Hamburger duften bis zum Spielfeldrand – doch auf der Haupttribünenseite hat nur eine Wurstbude offen und die Schlange ist einen Kilometer lang. Dreck! Also wieder die Kamera geschnappt und auf die zweite Hälfte gewartet, die es in sich haben sollte. Schindler und Serra legen mit Großchancen los, aber zu diesem Zeitpunkt sieht es noch so aus, als wenn Kiel eher noch einen Treffer kassiert, als selbst erfolgreich zu sein.

 

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4. November 2018, Endstand: 4:1

 

Werder II - wie oft mag wohl Holsteins erste Mannschaft mit dieser Truppe die Klingen gekreuzt haben? Dank Abstieg der Bremer Reserve und Aufstieg unserer Zweiten trafen sich beide Vereine dieses Mal zum reinen "Duell der Amateure" im Citti Fußball Park. Dass die kleinen Bremer eine gute Rolle in dieser Liga spielen würden, ist sicherlich keine Sensation. Dass diese Partie aber im November ein Spitzenspiel sein sollte, in welchem der fünfte den dritten der Tabelle empfing, ist aber eine kleine Überraschung und Lohn der guten Arbeit von Ole Werner und seinem Team.

 

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Die KSV hatte von Anfang an keinen Respekt vor dem ehemaligen Drittligisten und ging beherzt gegen die Bremer Reserve zu Werke. Werder fand kein Mittel gegen die engagierten Störche, die insbesondere durch Kulikas einige Chancen zur Führung besaßen. Nach zwanzig Minuten zeigte der Referee auf dem Bremer Elfmeterpunkt, die Kieler Sturmspitze machte es nun besser und verwandelte. Holstein blieb weiter tonangebend und kombinierte munter nach vorne, kurz vor der Pause erhöhte der sich seit Wochen in guter Form befindende Alt zum 2:0.

 

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Nach Wiederanpfiff dezimierte Schiedsrichter Rosin die Gäste per Ampelkarte, in Unterzahl präsentierte sich der Bremer Nachwuchs aber deutlich besser und entwickelte eine kleine Druckphase aus der auch das 1:2 resultierte. Das Zwischenhoch wurde durch das 3:1, abermals durch Kulikas, aber jäh wieder durchbrochen. Für den umjubelten Abschluss sorgte kurze Zeit später abermals Alt, der erst einen Gegner im Sechzehner tunnelte und dann eiskalt ins lange Eck verwandelte. 4:1 gegen Bremen II, wirklich beeindruckend angesichts der Tatsache, dass in den Köpfen einiger Anwesenden die Bilder der 1:6-Klatsche von Holsteins erster Mannschaft auf Platz 11 noch präsent waren.

 

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Was Holsteins U23 Woche für Woche ohne Unterstützung aus der Zweitligamannschaft leistet, ist wirklich sehenswert und hätte wirklich mehr als derzeit 150 Zuschauer im Schnitt verdient. Für einen größeren Zulauf wäre eine Erweiterung der Stehplatzkapazitäten für Heimzuschauer förderlich.
Die nächste Aufgabe erwartet Ole Werners Team am 11. November abermals in Projensdorf, dann gegen den VfL Oldenburg.

 3. November 2018, Endstand: 2:2

 

Sonnabendmorgen, die Sonne geht langsam über der Förde auf. Der Mittwoch mit dem Pokalerfolg ist noch gar nicht ganz verarbeitet und schon steht das nächste Spiel an – das dritte in sieben Tagen. Da tut jede Minute Erholung gut und diese wird sich vor Anpfiff am Tiessenkai gegönnt. Ein Anwesender Ingolstädter sagt ein wenig scherzhaft: „Ich bleibe hier. Im Stadion wird es eh wieder deprimierend sein.“ Als Schlusslicht der 2. Bundesliga war es die letzten Monate wirklich nicht sehr berauschend, zudem der Trainerwechsel hin zum im Holstein-Stadion noch gut bekannten Alexander Nouri auch komplett verpufft ist. Auf Kieler Seite hingegen ist das Stimmungsbarometer nach den Siegen gegen St. Pauli und dem SC Freiburg im Pokal deutlich wieder im positiven Bereich.

 

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Als ein positives Omen konnten auch die Ballmädels gewertet werden, die von der weiblichen U17 der KSV gestellt werden und in ihrer Liga alles in Grund und Boden schießen. Davon sollte sich in den ersten 45 Minuten allerdings zunächst wenig auf den Platz übertragen. Vor Anpfiff beteiligte sich Block 501 am bundesweiten Protest gegen den DFB. In Hälfte zwei wurde das Thema nochmal von der Gruppe „Compagno“ aufgenommen, inklusive Bezug zu 100 Jahren Beginn des Kieler Matrosenaufstands.

 

 

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Aufs Feld sprang der Funke von den Rängen zunächst nur wenig über. Irgendwie stellte sich das Gefühl ein, dass Tore an diesem Tag eher Mangelware bleiben dürften. In Hälfte eins zeigten sich die Wolken am blauen Novemberhimmel deutlich kreativer und spannender. Nach einer derart anstrengenden Woche, wäre ein 0:0 akzeptabel, wenn auch nicht besonders schön.

 

 
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